Freitag, 25. September 2026

LandauFernwärme aus Geothermieheizwerk aufgenommen

[06.05.2025] In Landau fließt wieder klimafreundliche Fernwärme aus Geothermie: Das Unternehmen Vulcan Energy hat die Wärmelieferung aus dem instandgesetzten Heizwerk an die EnergieSüdwest aufgenommen. Die Versorgung des Stadtteils Landau Süd ist damit ein erster Schritt auf dem Weg zu einer nahezu klimaneutralen Wärmeversorgung.

Das Unternehmen Vulcan Energy hat jetzt die Wärmelieferung aus dem instandgesetzten Heizwerk an die EnergieSüdwest aufgenommen.

v.l.: Oberbürgermeister Dr. Dominik Geißler; ESW-Vorstand Dr. Thomas Waßmuth; Vulcan-Gründer und Generalrepräsentant Dr. Horst Kreuter; Bürgermeister Lukas Hartman

(Bildquelle: Vulcan Energy)

Das Unternehmen Vulcan Energy hat jetzt die Fernwärmelieferung aus dem Geothermieheizwerk Landau wieder aufgenommen. Wie die Stadt Landau mitteilt, wird die Wärme direkt in die benachbarte Heizzentrale von EnergieSüdwest (ESW) eingespeist und von dort in das Fernwärmenetz des Stadtteils Landau Süd weitergeleitet. Zum Start liefert Vulcan eine maximale Wärmeleistung von bis zu zwei Megawatt, abgestimmt auf den aktuellen Bedarf. Die Ausbauplanung sieht vor, diese Leistung bis zur Heizperiode 2026/27 schrittweise zu steigern, sodass das Fernwärmenetz in Landau Süd dann nahezu vollständig klimaneutral betrieben werden kann. Ab 2027/28 sollen auch Teile des innerstädtischen Netzes eingebunden werden.

Beitrag zur kommunalen Wärmewende

Zuvor wurde das Gebiet hauptsächlich über gasbetriebene Kessel sowie zwei Blockheizkraftwerke in der Eutzinger Straße versorgt. Der nun eingeleitete Umstieg auf Tiefengeothermie gilt als wesentlicher Beitrag zur kommunalen Wärmewende und zur Reduktion von CO₂-Emissionen. Oberbürgermeister Dominik Geißler (CDU) sprach bei der Inbetriebnahme von einem „wichtigen Schritt für die klimaneutrale Wärmeversorgung“. Bürgermeister Lukas Hartmann (Bündnis 90/Die Grünen) betonte das Potenzial der Geothermie für eine unabhängige, regionale und CO₂-freie Versorgung.

Die Maßnahme ist Teil des Projekts HEAT4LANDAU, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz mit bis zu 100 Millionen Euro gefördert wird. Im Rahmen dieses Vorhabens plant Vulcan die Errichtung von fünf zusätzlichen Bohrstandorten mit bis zu 24 neuen Bohrungen. Die dabei gewonnene Erdwärme soll künftig ebenfalls in das Fernwärmenetz eingespeist werden.

Bedeutender Meilenstein

Auch aus Sicht des Versorgers EnergieSüdwest stellt die Wiederaufnahme der geothermischen Wärmelieferung einen „bedeutenden Meilenstein“ dar. Vorstand Thomas Waßmuth kündigte an, man werde die bestehenden Netze in Landau-Süd sowie im Bereich des ehemaligen Schlachthofs nun wie ursprünglich vorgesehen mit geothermischer Fernwärme versorgen. Perspektivisch sei sogar ein vollständiger Umstieg der Netze an der Eutzinger Straße auf erneuerbare Wärme möglich.

Parallel zur Wärmelieferung leitet Vulcan das Thermalwasser auch in die benachbarte Lithiumextraktionsoptimierungsanlage (LEOP). Dort wird Lithium für die Batterieproduktion gewonnen – ein zusätzlicher Beitrag zur regionalen Wertschöpfung und zur Versorgung der europäischen Industrie mit nachhaltigen Rohstoffen. Horst Kreuter, Gründer und Generalrepräsentant von Vulcan, hob die Verbindung von erneuerbarer Wärmeversorgung und Lithiumgewinnung als Modell für integrierte, ressourceneffiziente Lösungen hervor.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Geothermie
bericht

Geothermiekonferenz: Fortschritte bei Wärmenutzung aus der Tiefe

[24.09.2026] Auf der 21. Geothermiekonferenz in Bochum haben Fachleute, Kommunen und Energieversorger über den Stand der Geothermienutzung in Nordrhein-Westfalen und aktuelle Projekte berichtet. Im Mittelpunkt standen Erkundungen für die tiefe Geothermie, konkrete Vorhaben von Versorgern sowie die Förder- und Unterstützungsangebote des Landes. mehr...

LIAG: Geothermie könnte Olympiastadion mit Wärme versorgen

[21.09.2026] Oberflächennahe Geothermie könnte den Wärmebedarf des Berliner Olympiastadions rechnerisch vollständig decken. Modellberechnungen zeigen zudem, welches Potenzial große Sportflächen für die Wärmewende in Städten bieten können. mehr...

Stadtwerke Weimar: Aufsuchungserlaubnis für Tiefengeothermie erhalten

[14.09.2026] Die Stadtwerke Weimar dürfen das Potenzial für Tiefengeothermie im Raum Weimar untersuchen. Eine bis Juni 2031 befristete Erlaubnis umfasst ein rund 495 Quadratkilometer großes Gebiet und ist Voraussetzung für weitere Erkundungen. mehr...

Stadtwerke Bernau: Tiefengeothermieprojekt pausiert

[11.09.2026] Die Stadtwerke Bernau haben die Planungen für eine Tiefengeothermiebohrung am Schönfelder Weg vorerst gestoppt. Nach einer erneuten Prüfung sei der Bau und Betrieb der geplanten Anlage derzeit wirtschaftlich nicht darstellbar. Der kommunale Versorger will nun alternative Lösungen für eine klimaneutrale Wärmeversorgung untersuchen. mehr...

Geologischer Dienst NRW: Erkundungen im nördlichen Münsterland

[03.09.2026] Im nördlichen Münsterland untersucht der Geologische Dienst NRW das Potenzial für tiefe Erdwärme. Drei Seismik-Trassen sollen Kommunen und Stadtwerken zeigen, wo sich weitere Erkundungen für die Wärmeversorgung lohnen. mehr...

Münster: Hochschulstandort baut Geothermie-Anlage weiter aus

[02.09.2026] Die FH Münster baut ihre Geothermie-Anlage am Technologie-Campus Steinfurt für 18,8 Millionen Euro aus. Künftig soll Erdwärme rund 64 Prozent des Wärmebedarfs decken und zugleich als Reallabor für effizientere Wärmepumpen dienen. mehr...

Stadtwerke Munster-Bispingen: Heißes Wasser mit bis zu 154 Grad Celsius entdeckt

[28.08.2026] Die Stadtwerke Munster-Bispingen sehen nach ersten Arbeiten am Tiefengeothermie-Projekt in Munster gute Chancen für eine wirtschaftliche Wärmenutzung. In einem ertüchtigten Bohrloch stieß die Unternehmenstochter HeideGeo auf Wasser mit Temperaturen von bis zu 154 Grad Celsius. mehr...

München: Seismik-Messungen gestartet

[26.08.2026] Im Großraum München wird der tiefe Untergrund in den kommenden Monaten großflächig untersucht. Die Daten sollen ein dreidimensionales geologisches Modell ermöglichen und die Planung weiterer Geothermieprojekte unterstützen. Die Messungen sind Teil des Forschungsprojekts GIGA-M. mehr...

Fraunhofer IEG: Forschungsprojekt zu Kalkgestein in der Rhein-Ruhr-Region

[17.08.2026] Ein Forschungsprojekt entwickelt neue Werkzeuge für die Tiefengeothermie in der Rhein-Ruhr-Region. R3Chain soll das Potenzial von Kalkgestein genauer bestimmen und Stadtwerken sowie Energieversorgern frühere Planungssicherheit geben. mehr...

Fraunhofer IEG: EU-Projekt entwickelt neue Bohrtechnik

[13.08.2026] Das EU-Projekt UPLIFT entwickelt mit der MTD-Technologie eine Bohrtechnik, die bestehende Geothermiebohrungen durch seitliche Mikro-Bohrungen erweitern soll. Das Verfahren wird in einer drei Kilometer tiefen Bohrung in Tschechien getestet und soll höhere Wärmeleistungen bei geringerem Erschließungsrisiko ermöglichen. mehr...

Hamburg: Tiefengeothermie-Projekt steht kurz vor Inbetriebnahme

[10.08.2026] Hamburgs erstes Tiefengeothermie-Projekt steht vor der Inbetriebnahme. Noch 2026 soll Erdwärme aus mehr als 1.300 Metern Tiefe in das Fernwärmenetz von Wilhelmsburg eingespeist werden. mehr...

Badenova: Vorbereitung von Tiefbohrungen

[10.08.2026] Das Geothermieprojekt Erdwärme Breisgau hat die bergrechtliche Genehmigung für die nächste Projektphase erhalten. Badenova und Herrenknecht bereiten nun die Bohrungen vor und investieren gemeinsam in die Erschließung eines Tiefengeothermie-Reservoirs. mehr...

Rheinisches Revier: Vorbereitung zu seismischen Messungen

[27.07.2026] Fraunhofer IEG bereitet seismische Messungen zur Erkundung des geothermischen Potenzials im Rheinischen Revier vor. Die Untersuchungen sollen die Datengrundlage für kommunale Wärmeplanung und künftige Geothermieprojekte verbessern. mehr...

EWP Potsdam: Bohrstart für Tiefengeothermie

[17.07.2026] Die Energie und Wasser Potsdam hat am Heizkraftwerk Süd die Bohrungen zur Erschließung von Tiefengeothermie begonnen. Mit dem Projekt soll eine weitere erneuerbare Wärmequelle für die Fernwärmeversorgung der Landeshauptstadt erschlossen werden. mehr...

München: Große Seismik-Kampagne

[14.07.2026] Im Großraum München beginnt Ende August eine groß angelegte seismische Messkampagne zur Erkundung von Geothermiepotenzialen. Nach Angaben des Forschungsprojekts GIGA-M soll dabei erstmals ein durchgängiges dreidimensionales Modell des tiefen Untergrunds entstehen. mehr...