Dienstag, 27. Januar 2026

Kreis ViersenKom.EMS-Zertifikat erhalten

[27.01.2026] Der Kreis Viersen ist als erster Kreis in Nordrhein-Westfalen nach dem Standard des Kommunalen Energiemanagement-Systems Kom.EMS zertifiziert worden. Das digitale System soll der Energieverbrauch senken, Kosten reduzieren und den Klimaschutz in öffentlichen Gebäuden effizienter machen.

Ministerin Mona Neubaur und Geschäftsführer Christian Mildenberger überreichten Kreisdirektor Ingo Schabrich im Kreishaus Viersen das Kom.EMS-Siegel.

(Bildquelle: Kreis Viersen/Simon Erath)

Der Kreis Viersen ist als erster Kreis in Nordrhein-Westfalen nach dem Standard des Kommunalen Energiemanagement-Systems Kom.EMS zertifiziert worden. Wie NRW.Energy4Climate mitteilt, erfolgte die Auszeichnung im Auftrag des nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministeriums; Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur (Bündnis 90/Die Grünen) übergab das Zertifikat vergangene Woche in Viersen.

Kom.EMS ist ein landesweit kostenfrei bereitgestelltes Instrument, mit dem Kommunen ein systematisches Energiemanagement aufbauen und betreiben können. Ziel ist es, Energieverbräuche in öffentlichen Gebäuden transparent zu erfassen, Einsparpotenziale zu identifizieren und Betriebskosten zu senken. Nach Angaben des Ministeriums übernimmt das Land Nordrhein-Westfalen sowohl die Bereitstellung des Systems als auch die Kosten der Erstzertifizierung.

Prüfung der Wirksamkeit

NRW.Energy4Climate hat im Rahmen der Zertifizierung die Wirksamkeit der im Kreis Viersen eingesetzten Energiemanagement-Instrumente geprüft. Demnach wurden unter anderem Heizkurven und Heizwerte optimiert sowie Einsparmöglichkeiten durch Nacht- und Wochenendabsenkungen identifiziert. Diese Maßnahmen konnten ohne zusätzliche Investitionen umgesetzt werden. Darüber hinaus nahm der Kreis technische Anpassungen am Heizungssystem des Kreishauses in Viersen vor. Dazu gehörten der Ausbau großer Pufferspeicher und die Umstellung der Heizungsanlage auf eine neue Gebäudeleittechnik.

Nach Angaben von NRW.Energy4Climate hat die Einführung von Kom.EMS im Kreis zudem zur Bildung eines interdisziplinären Energieteams geführt. In diesem Team arbeiten Fachleute aus den Bereichen Heizungstechnik, Elektrotechnik und Gebäudeautomation zusammen, um Störungen schneller zu beheben und den Anlagenbetrieb kontinuierlich zu verbessern.

Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur erklärte laut Mitteilung: „Wenn Kommunen Energie klug managen, profitieren alle: die Umwelt, die öffentlichen Haushalte und die Bürgerinnen und Bürger.“ Der Kreis Viersen zeige, wie digitales Energiemanagement dabei helfe, Energieverbräuche sichtbar zu machen, Einsparpotenziale zu nutzen und Kosten dauerhaft zu senken.

Energieausgaben begrenzen

Auch Christian Mildenberger, Geschäftsführer von NRW.Energy4Climate, verwies auf die finanzielle Bedeutung des Energiemanagements für Kommunen. Energieausgaben gehörten häufig zu den größten Kostenblöcken. Kom.EMS trage dazu bei, diese Ausgaben zu begrenzen und stelle angesichts der angespannten Haushaltslagen vieler Kommunen eine spürbare Entlastung dar. Nach Angaben von NRW.Energy4Climate bereiten sich weitere Kommunen in Nordrhein-Westfalen auf die Einführung des Systems vor.

Der Kreis Viersen verfügt bereits seit 2013 über ein eigenes Energiemanagement. Kreisdirektor Ingo Schabrich zufolge konnte der Wärmebedarf im Kreishaus in den vergangenen drei Jahren um rund 23 Prozent reduziert werden. Dies entspreche dem jährlichen Heizenergiebedarf von etwa 35 Einfamilienhäusern. Mit der Zertifizierung nach Kom.EMS wolle der Kreis weitere Optimierungen in seinen Liegenschaften erreichen, sowohl durch eine verbesserte Betriebsführung bestehender Gebäude und Anlagen als auch durch gezielte Investitionen.

Gemeinsame Entwicklung

Kom.EMS ist eine gemeinsame Entwicklung der Energieagenturen aus Baden-Württemberg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Das System ermöglicht es Kommunalverwaltungen, ihr Energiemanagement anhand einheitlicher und transparenter Kriterien zu bewerten, weiterzuentwickeln und dauerhaft zu etablieren. Über ein webbasiertes Werkzeug lassen sich Einsparerfolge dokumentieren und die Wirkung von Förderprogrammen überprüfen. Nordrhein-Westfalen unterstützt das Programm und stellt es den Kommunen des Landes kostenfrei zur Verfügung.





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