Donnerstag, 30. April 2026

GABO IDMZunehmende Bedeutung von Digitalen Informationszwillingen

[27.01.2026] Digitale Informationszwillinge sollen ungeplante Stillstände in Energieanlagen deutlich verkürzen und die Anlagenverfügbarkeit erhöhen. Nach Angaben der GABO IDM bündeln sie technische Daten, Dokumentation und Prozesse in einer zentralen, webbasierten Plattform.

Digitale Informationszwillinge gewinnen in der Energieerzeugung an Bedeutung, weil Betreiber mit steigender Anlagenkomplexität, ungeplanten Ausfällen und dem Verlust von Erfahrungswissen durch den demografischen Wandel konfrontiert sind. Wie das Unternehmen GABO IDM berichtet, bildet ein Informationszwilling die reale Energieanlage digital ab und integriert verfahrensrelevante Komponenten, technische Dokumentation sowie Betriebsinformationen in einer zentralen, webbasierten Umgebung. Ziel ist es, eine konsistente und jederzeit aktuelle Datenbasis bereitzustellen, die Planungs-, Analyse- und Betriebsprozesse unterstützt.

Nach Darstellung von Hans Karl Preuß, Geschäftsführer der GABO IDM, fungiert der Informationszwilling als sogenannte Single-Source-of-Truth. Die digitale Abbildung ermögliche es, Anlagen nicht nur virtuell darzustellen, sondern aktiv in operative Abläufe einzubinden. Gerade während Stillständen sei eine valide und schnell verfügbare Datengrundlage entscheidend, um Maßnahmen sicher und effizient umzusetzen.

Sicherung von Wissen

Ein zentrales Anwendungsfeld sieht das Unternehmen in der Sicherung von Wissen. In vielen Bestandsanlagen sei technisches Know-how häufig an einzelne erfahrene Mitarbeiter gebunden. Der Informationszwilling speichert dieses implizite Wissen digital und macht es standort- und projektübergreifend verfügbar. GABO IDM zufolge erleichtert dies den Wissenstransfer an nachfolgende Generationen von Fachkräften und reduziert Abhängigkeiten von einzelnen Personen. Gleichzeitig profitieren Instandhaltungs- und Betriebsteams von der jederzeit verfügbaren technischen Dokumentation. R&I-Fließbilder, Pläne und begleitende Unterlagen lassen sich ortsunabhängig abrufen, was die Bewertung des Anlagenzustands beschleunigt und die Vorbereitung von Eingriffen vereinfacht.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Digitalisierung von Freischalt- und Genehmigungsprozessen. Im sogenannten intelligenten R&I können Freischaltungen, Arbeitsanweisungen und Freigaben digital geplant, miteinander verknüpft und dokumentiert werden. Nach Angaben des Unternehmens führt diese Integration zu einer höheren Prozesssicherheit und zu kürzeren Durchlaufzeiten. Automatisierte Genehmigungsabläufe sollen Fehlerquellen reduzieren, Standardisierung ermöglichen und die Nachvollziehbarkeit von Maßnahmen verbessern. Besonders in zeitkritischen Situationen, etwa bei ungeplanten Stillständen, soll dies die Belastung für das Betriebspersonal senken und das Risiko von Fehlentscheidungen minimieren.

Betrieblicher Kulturwandel

Darüber hinaus lässt sich der Informationszwilling nach Angaben von GABO IDM in bestehende Betriebsführungs- und Instandhaltungssysteme wie ERP-Lösungen integrieren. Dadurch entstehen Schnittstellen für weiterführende Konzepte, etwa zustandsorientierte oder vorausschauende Instandhaltung. Preuß spricht in diesem Zusammenhang von einem Wandel in der betrieblichen Kultur: weg von lokal gespeicherten, personengebundenen Informationen hin zu einer vernetzten und digital unterstützten Betriebsführung.

Insgesamt bewertet das Unternehmen digitale Informationszwillinge nicht als reine Dokumentenarchive, sondern als integrative Plattformen, die technische Daten, Prozesse und Wissen zusammenführen. Nach Einschätzung von GABO IDM tragen sie dazu bei, Ausfallzeiten zu reduzieren, Abläufe zu standardisieren und die Widerstandsfähigkeit von Energieanlagen gegenüber ungeplanten Ereignissen zu erhöhen.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Informationstechnik

ASEW: Plattform für IoT-Angebote

[29.04.2026] Eine Informationsplattform für Anwendungen des Internet of Things soll kommunale Unternehmen, Betriebe und öffentliche Einrichtungen über bestehende Angebote informieren. Das Projekt mehrerer Stadtwerke wird von der ASEW koordiniert. mehr...

Computergenerierte Ansicht eines umzäunten Umspannwerks mit zahlreichen Strommasten, Schaltanlagen und zwei Betriebsgebäuden in ländlicher Umgebung. Im Hintergrund sind Felder, Waldflächen und mehrere Windräder zu sehen. Oben rechts liegt ein türkisfarbenes Logo über dem Bild.

Siemens: Security-Dienst für Energie und Infrastruktur

[23.04.2026] Siemens Smart Infrastructure hat einen neuen Sicherheitsdienst für Energieversorger, Industrieunternehmen sowie Betreiber Kritischer Infrastrukturen vorgestellt. Die Lösung soll Cyber-Angriffe schneller erkennen und den Betrieb digitalisierter Anlagen absichern. Der erste Kunde in Deutschland sind die Hertener Stadtwerke. mehr...

interview

Interview: Ende-zu-Ende gut, alles gut

[23.04.2026] Anstatt eine Vielzahl an Einzeltools anzubieten, versteht sich die Lösungsplattform GY der Wilken Software Group als eine Art integriertes Betriebssystem. Im Interview mit stadt+werk erläutert Tobias Mann, Chief Customer Officer (CCO) der Wilken Software Group, wie GY Prozesse in der Energiewirtschaft zukunftsfähig organisiert. mehr...

Frankfurt (Oder): Stadtwerke setzen auf Echtzeit-Steuerung

[15.04.2026] Die Stadtwerke Frankfurt (Oder) treiben die digitale Optimierung ihrer Energieanlagen voran. In Zusammenarbeit mit Data Cybernetics soll eine Software den Betrieb flexibler und wirtschaftlicher gestalten. Das Ziel ist eine automatisierte Steuerung in Echtzeit. mehr...

Collage zu Energieversorgung mit Heizungsregler, Wasserhahn, Stecker, Windrädern, Strommasten und Telekom- sowie Thüga-Logo.

Thüga: KI-Rahmenvertrag mit der Telekom

[15.04.2026] Das Stadtwerke-Netzwerk Thüga setzt auf KI-Anwendungen der Deutschen Telekom. Die Systeme sollen kommunale Energie- und Wasserdienstleister bei Standardaufgaben unterstützen. Nach Angaben der Unternehmen erfolgt die Datenverarbeitung ausschließlich im europäischen Rechtsraum. mehr...

Smight: Stromversorgung Greding führt Echtzeit-Monitoring ein

[08.04.2026] Die Stromversorgung Greding führt Echtzeit-Monitoring in ihren Ortsnetzstationen ein und digitalisiert damit ihr Verteilnetz. Der Schritt soll den Netzbetrieb angesichts wachsender Einspeisung und Lasten präziser steuern und gezieltere Investitionen ermöglichen. mehr...

rku․it: Fünf Energieversorger steigen auf Plattform um

[31.03.2026] Das Unternehmen rku․it bringt fünf Energieversorger gleichzeitig auf seine Plattform NextGen in den Produktivbetrieb. Der koordinierte Parallel-Go-live zeigt, wie skalierbar integrierte Cloud-Lösungen in der Energiewirtschaft heute umgesetzt werden können. mehr...

EWE: Eigenes SOC für IT- und OT-Systeme

[25.03.2026] Der Energie- und Telekommunikationskonzern EWE baut seine Cyber-Abwehr mit einem eigenen Security Operations Center für IT- und OT-Systeme aus. Das Angebot richtet sich bundesweit an Unternehmen und KRITIS-Betreiber und reagiert auf steigende Anforderungen durch NIS2, KI-gestützte Angriffe und komplexe Cloud-Umgebungen. mehr...

Advertorial: Forderungsmanagement auslagern

[19.03.2026] Der Fachkräftemangel zwingt Energieversorger zum Umdenken. Gleichzeitig steigen die Anforderungen im Forderungsmanagement. Die Lösung: Ein spezialisierter Partner übernimmt die komplette Zahlungsabwicklung – von der ersten Buchung bis zum Inkasso. mehr...

beegy: EEBUS-Zertifikat erhalten

[19.03.2026] Das Heim-Energiemanagementsystem von beegy ist nach dem herstellerübergreifenden EEBUS-Standard zertifiziert. Damit erfüllt die Lösung zentrale Vorgaben für interoperables Energiemanagement und wird für Energieversorger im Prosumer-Markt unmittelbar einsetzbar. mehr...

kraftwerk Software Gruppe: Energieversorger wechseln auf cloudbasierte Plattform

[18.03.2026] Die Stromversorgung Greding und die Stadtwerke Hemau stellen ihre IT-Landschaft gemeinsam auf eine cloudbasierte Plattform um. Das Projekt soll Prozesse vereinheitlichen, Synergien heben und den Weg für weitere Digitalisierungsschritte ebnen. mehr...

Stadtwerke Lübeck: Erstes eigenes Rechenzentrum in Betrieb genommen

[13.03.2026] Die Stadtwerke Lübeck haben ihr erstes eigenes Rechenzentrum in Betrieb genommen, das sensible Daten künftig direkt vor Ort verarbeitet und speichert. Das Projekt soll die digitale Souveränität der Region stärken – und stößt schon zum Start auf große Nachfrage. mehr...

Nexiga: Plattform analysiert Strommarkt-Dynamiken

[05.03.2026] Das Unternehmen Nexiga bringt mit dem Hellbrise Monitor eine neue Datenplattform zur Analyse von Strommarkt-Dynamiken an den Start. Das Tool soll Einspeisespitzen, negative Preise und strukturelle Risiken der Energiewende transparent machen und richtet sich an Versorger, Netzbetreiber, Forschung und Politik. mehr...

VertiGIS: Vorarlberger Energienetze erneuert Geo-Informationssystem

[04.03.2026] Das Unternehmen Vorarlberger Energienetze stellt sein Geo-Informationssystem auf die dritte Generation um und setzt dabei auf Technologie von VertiGIS. Der Wechsel ist wegen des auslaufenden Altsystems bis 2028 zwingend und betrifft Datenqualität, Netzbetrieb und künftige KI-Anwendungen gleichermaßen. mehr...

Mitarbeiterin im Kundenzentrum der evm mit Headset vor zwei Monitoren im Büro, im Hintergrund eine gelbe Wand mit evm-Logo.

evm: KI-Chatbot entlastet Kundenservice

[03.03.2026] Das kommunale Unternehmen Energieversorgung Mittelrhein (evm) zieht eine Zwischenbilanz zum Einsatz seines KI-Chatbots Eva. Demnach wurden allein im Jahr 2025 mehr als 40.000 Gespräche geführt. mehr...