Donnerstag, 29. Januar 2026

denaGebäudereport 2026 erschienen

[29.01.2026] Der dena-Gebäudereport 2026 zeigt: Der Gebäudesektor verfehlt weiterhin seine Klimaziele, bietet zugleich aber erhebliche Markt- und Beschäftigungschancen. Vor allem energetische Sanierungen, Speicherlösungen und der Ausbau der Wärmepumpen gelten als zentrale Hebel für Klimaschutz und Konjunktur.

Der neue Gebäudereport der dena ist jetzt erschienen.

(Bildquelle: Paul Eis/dena)

Der deutsche Gebäudesektor bleibt über dem vorgesehenen Emissionspfad und droht seine Klimaziele erneut zu verfehlen. Wie die Deutsche Energie-Agentur (dena) im Gebäudereport 2026 berichtet, ist zwar eine Reduktion der Emissionen auf 65 Millionen Tonnen CO₂ bis 2030 grundsätzlich erreichbar, sie erfordert jedoch kontinuierliche, verlässliche politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen.

Nach Angaben der dena besteht weiterhin erheblicher Handlungsbedarf im Gebäudebestand. Mehr als fünf Millionen Heizungen sind älter als 30 Jahre, erneuerbare Energien werden noch zu selten eingesetzt und der Markthochlauf klimafreundlicher Wärmepumpen verläuft langsamer als erforderlich. Während der Markt für Stromspeicher im Jahr 2025 weiter zulegte, verlor der Ausbau von Dach-Photovoltaik deutlich an Tempo. Bis September 2025 wurden laut Report rund 6,2 Gigawatt neue Dach-PV-Leistung installiert. Das Niveau bleibt hoch, liegt aber spürbar unter den Rekordwerten der Jahre 2023 und 2024. Gleichzeitig wuchs der Speichermarkt dynamisch: Rund drei Gigawatt peak an neuer Speicherleistung kamen bis September hinzu, die installierte Gesamtleistung stieg damit auf etwa 15,6 Gigawatt.

Wirtschaftliches Potenzial

Die dena sieht in der Gebäudewende zugleich ein wirtschaftliches Potenzial. Corinna Enders, Vorsitzende der dena-Geschäftsführung, betont: „Die Gebäudewende bietet die Chance, Klimaschutz mit Wirtschaftswachstum zu verbinden.“ Marktbasierten Instrumenten, Bürokratieabbau, stabilen Rahmenbedingungen und einer kontinuierlichen Förderung komme dabei eine zentrale Rolle zu. Nach Einschätzung der dena sind die Bauwirtschaft sowie die Heizungs- und Gebäudeenergiebranche wichtige Treiber der regionalen Wertschöpfung, insbesondere im Handwerk.

Der Gebäudesektor sichert laut Report rund 3,7 Millionen Arbeitsplätze in Handwerk, Industrie und Handel. Gleichzeitig blieb die Neubautätigkeit 2024 deutlich unter dem Niveau der Vorjahre. Erste strukturelle Veränderungen zeigen sich jedoch beim Bauüberhang. Die Zahl der genehmigten, aber noch nicht fertiggestellten Wohnungen sank von rund 858.000 Einheiten im Jahr 2022 auf etwa 738.000 Einheiten im Jahr 2024.

Im Bestand erkennt die dena ein hohes Marktpotenzial für energetische Sanierungen. Die Zahl der geförderten Energieberatungen stieg 2024 im Vergleich zu 2023 um rund 30 Prozent auf insgesamt 163.872 Wohn- und Nichtwohngebäude. Nach Einschätzung der Agentur kann dieser Trend einen Konjunkturimpuls auslösen, Beschäftigung sichern und die Wärmewende beschleunigen.

Strukturwandel bei Heizsystemen

Bei den Heizsystemen zeigt der Report einen langfristigen Strukturwandel. Der Anteil der Wärmepumpen im Gebäudebestand hat sich seit 2019 nahezu verdoppelt und lag 2024 bei 4,3 Prozent. Während Wärmepumpen im Neubau inzwischen weitgehend etabliert sind, bleibt der Bestand die größte Herausforderung. Über einen Zeitraum von 25 Jahren betrachtet verzeichnet kein anderes Heizungssystem ein ähnlich starkes prozentuales Wachstum.

Der Gebäudereport 2026 erscheint im Rahmen des von der dena betriebenen Gebäudeforums klimaneutral. Die Plattform richtet sich an Fachleute aus Bauwirtschaft, Planung und Energiebranche und stellt Informationen, Arbeitshilfen sowie Praxisbeispiele für klimaneutrales Bauen und Sanieren bereit. Ziel ist es nach Angaben der dena, Wissen zu verbreiten und die Transformation des Gebäudesektors zu beschleunigen.





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