SüddeutschlandMilliardenpotenzial durch mehr Windkraft

Der Südwesten braucht mehr Windenergieanlagen – Anlage bei Biederbach im Schwarzwald.
(Bildquelle: BWE / Sandra Majer)
Ein stärkerer Ausbau der Windenergie in Süddeutschland könnte demnach erhebliche Kosten im Stromsystem vermeiden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Forschungsstelle für Energiewirtschaft. Die Studie wurde von der Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg und dem Landesverband Erneuerbare Energien Bayern in Auftrag gegeben. Wie die beiden Verbände mitteilen, könnten durch mehr Windkraft im Süden jährlich bis zu 1,8 Milliarden Euro beim sogenannten Redispatch eingespart werden.
Viele Projekte genehmigt, aber kaum umgesetzt
Den Angaben der Verbände zufolge gibt es derzeit besonders viele genehmigte Windenergieprojekte in Bayern und Baden-Württemberg. Trotzdem erhielten diese Anlagen in den bundesweiten Ausschreibungen nur selten einen Zuschlag. Die Flächen sind reserviert, die Gutachten sind erstellt und die Genehmigungen sind erteilt. Dennoch stocke der Ausbau. Laut den Verbänden scheitern viele Projekte an den aktuellen Förderregeln des Bundes.
Laut den Auftraggebern zeigt die Studie, dass sich der Ausbau der Windenergie derzeit stark auf Norddeutschland konzentriert. Setzt sich dieser Trend fort, könnten bis 2030 in Baden-Württemberg lediglich rund 2,85 Gigawatt Windleistung installiert sein. In Bayern wären es rund 3,72 Gigawatt. In einem ausgewogeneren Szenario lägen die Werte mit 7,46 Gigawatt in Baden-Württemberg und 9,37 Gigawatt in Bayern deutlich höher. Jürgen Scheurer von der Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg sagt: „Die heutigen Ausschreibungsregeln führen nicht zu einem ausgewogenen Ausbau – süddeutsche Potenziale bleiben weitgehend ungenutzt.“
Kritik an Fördermodell
Die Verbände sehen die Ursache vor allem im sogenannten Referenzertragsmodell. Dieses ist Teil der Förderung im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Das Modell soll eigentlich Standorte mit schwächeren Windverhältnissen ausgleichen. Laut dem Landesverband Erneuerbare Energien Bayern funktioniert dieser Ausgleich jedoch nicht ausreichend. Ariane Lubberger, Geschäftsstellenleiterin des Landesverbands, erklärt: „In der Praxis werden Standorte mit einer Standortgüte unter 60 Prozent nicht gleichmäßig kompensiert, sondern überproportional benachteiligt.“
Die Verbände fordern daher Änderungen an diesem Modell. Ein stärkerer Ausbau im Süden könnte Netzengpässe verringern, den Bedarf an neuen Stromleitungen senken und die Gesamtkosten der Energiewende reduzieren.
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