Branchentag Windenergie NRWEnergiewende mit System

Ein Schwerpunkt des ersten Veranstaltungstags liegt auf Offshore-Windenergie und deren Finanzierung.
(Bildquelle: Offshore Wind Kommunikation)
Der 18. Branchentag Windenergie NRW rückt die Integration der Windenergie in ein belastbares Gesamtsystem der Energiewende in den Fokus. Wie die Veranstalter mitteilen, trifft sich die Windenergie- und Energiewirtschaft am 30. Juni und 1. Juli 2026 im Zeughaus Neuss, um über Infrastruktur, Regulierung, Finanzierung, Digitalisierung und industrielle Stromversorgung zu diskutieren.
Im Zentrum des Programms stehen nicht zusätzliche Windenergieanlagen allein, sondern die Frage, wie Netze, Speicher, Industrie, Fachkräfte, Flächen und Regulierung zusammenspielen müssen. Der Branchentag will dafür eine Plattform mit vier parallelen Fachforen, politischen Impulsen und Praxisbeispielen bieten.
Grundlegende Anforderungen
Die Eröffnungssession beschäftigt sich mit den grundlegenden Anforderungen der Energiewende. Nach der Begrüßung durch Klaus Lorenz spricht Jörg Hopfe über intertemporale Wohlfahrtskonzepte und intergenerative Gerechtigkeit. Dabei geht es um die Auswirkungen heutiger energiepolitischer Entscheidungen auf künftige Generationen sowie um die Bedeutung der Energiewende für Wohlstand und Industriestandorte. Anschließend diskutieren Ursula Heinen-Esser vom Bundesverband Erneuerbare Energie, Klaus Müller von der Bundesnetzagentur, Christian Seyfert vom Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK), Sebastian Bolay von der DIHK und Jörg Hopfe über Konsequenzen für Markt, Versorgungssicherheit und Regulierung. Erwartet wird zudem eine Keynote von NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Bündnis 90/Die Grünen).
Ein Schwerpunkt des ersten Veranstaltungstags liegt auf Offshore-Windenergie und deren Finanzierung. Die Session „Offshore Wind CfDs vs. PPAs“ beleuchtet Ausschreibungsmodelle, Stromabnahmeverträge und regulatorische Rahmenbedingungen in Deutschland und Europa. Zu den Referenten gehören unter anderem Sven Giegold, Pawel Beecken von TotalEnergies Renewables, Matthias Janssen von Frontier Economics und Bernd Horstmann von Summit Renewable Power.
Windenergie als Kritische Infrastruktur
Weitere Fachforen widmen sich der Rolle der Windenergie als Kritische Infrastruktur. Themen sind Cyber-Resilienz, Datensouveränität, Künstliche Intelligenz sowie rechtliche Fragen rund um Luftverteidigungsradar und Verfassungsrecht. Auch Speichertechnologien, Netzausbau und neue Marktmodelle stehen auf der Agenda.
Die industrielle Nutzung von Windstrom bildet einen weiteren Schwerpunkt. In der Session „Windstrom für die Industrie – Impulse aus Politik, Recht und Praxis“ geht es unter anderem um Direktstromversorgung, industrielle Grünstrommodelle und den NRW-Industrie-Windstrom-Pakt. Ergänzend behandelt der Kongress konkrete Infrastrukturfragen wie den SuedOstLink, Netzanschlüsse, Zertifizierung und regulatorische Anforderungen für Speicher und Netze.
Am zweiten Veranstaltungstag stehen Wirtschaftlichkeit und Betrieb von Windenergieprojekten im Vordergrund. Diskutiert werden unter anderem Bankability, Redispatch-Abrechnungen, Weiterbetriebskonzepte, OPEX-Reduktion sowie KI-basiertes Asset Management und Predictive Maintenance. Auch Repowering, Hybridisierung und flexible Netzanschlussvereinbarungen sollen zeigen, wie sich Windenergieprojekte künftig effizienter betreiben und in das Energiesystem integrieren lassen.
Der Branchentag richtet sich an Projektierer, Betreiber, Investoren, Stadtwerke, Kommunen, Industrieunternehmen und Dienstleister. Neben den Fachforen sind Ausstellungen und Networking-Formate geplant. Nach Angaben der Veranstalter werden mehr als 80 Referentinnen und Referenten, über 40 Aussteller und mehr als 250 Besucher erwartet.
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