Sonntag, 25. Oktober 2026

MünsterFinaler Entwurf der Wärmeplanung liegt vor

[21.04.2026] Münster plant den Umbau seiner Wärmeversorgung mit mehr Fernwärme und Wärmepumpen. Der jetzt vorliegende Wärmeplan zeigt, wie die Stadt bis 2045 klimaneutral werden will, und steht im Mai zur politischen Entscheidung.

Die Stadt Münster hat jetzt den finalen Entwurf ihrer kommunalen Wärmeplanung vorgelegt.

(Bildquelle: 123rf)

Münster richtet seine Wärmeversorgung neu aus und setzt künftig stärker auf Fernwärme und dezentrale Wärmepumpen. Wie die Stadt Münster mitteilt, liegt nach der Öffentlichkeitsbeteiligung nun der finale Entwurf der kommunalen Wärmeplanung vor, über den der Rat am 20. Mai entscheiden soll.

Der Plan beschreibt, wie die Stadt ihre heute noch stark fossil geprägte Wärmeversorgung schrittweise umbaut. Derzeit entfallen 70,5 Prozent der Heizungen auf Erdgas und Heizöl, während Fernwärme rund 21 Prozent des Markts abdeckt. Künftig sollen erneuerbare Energien und effizientere Systeme diese Struktur ablösen. „Die kommunale Wärmeplanung zeigt, wie wir die Wärmeversorgung Schritt für Schritt klimafreundlich umbauen“, sagt Oberbürgermeister Tilman Fuchs (Bündnis 90/Die Grünen). Für Eigentümerinnen und Eigentümer diene der Plan vor allem als Orientierung, welche Technologien in ihrem Gebiet infrage kommen.

Das Zielszenario teilt das Stadtgebiet in Versorgungszonen ein und gibt für rund 85 Prozent des heutigen Wärmebedarfs eine Perspektive. Für etwa 42 Prozent kommen Fern- oder Nahwärmenetze in Betracht, für rund 43 Prozent dezentrale Lösungen wie Luft- und Erdwärmepumpen. Die verbleibenden 15 Prozent gelten als Prüfgebiete, in denen technische und wirtschaftliche Fragen – etwa zur Netzerschließung – noch offen sind. Auch künftige Neubaugebiete fallen in diese Kategorie.

Bis 2045 soll der Wärmebedarf insgesamt um etwa 16 Prozent sinken. Grundlage sind energetische Sanierungen, effizientere Heiztechnik und veränderte klimatische Bedingungen. Dezentrale Systeme, vor allem Wärmepumpen, werden dann voraussichtlich rund 65 Prozent des Bedarfs decken. Parallel dazu baut die Stadt die Fernwärme aus: Ihr Anteil soll von heute 21 auf 28 Prozent steigen. „Dieser Ausbau ist wichtig für Münster, allerdings hat er auch seine Grenzen“, sagt Thomas Möller, Leiter der Stabsstelle Klima. Nicht überall stünden geeignete Wärmequellen zur Verfügung, zudem erfolge die Umstellung auf erneuerbare Energien schrittweise.

Langfristig muss auch die Fernwärme klimaneutral werden. Geplant ist, sie verstärkt aus Quellen wie Tiefengeothermie sowie großen Wärmepumpen zu speisen, die Energie aus Abwasser oder Kanalnetzen nutzen. Die Stadtwerke arbeiten dazu bereits an konkreten Projekten. Nahwärmenetze sollen ergänzend einzelne Quartiere versorgen und die zentrale Infrastruktur entlasten.





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