NeuhofenInformationsveranstaltung zu Tiefengeothermie-Projekt

Das Tiefengeothermie-Projekt „Rhein-Pfalz“ hat seine erste Bürgerinformationsveranstaltung in Neuhofen genutzt, um Technik, Bohrungen und Wärmenetzpläne vorzustellen.
(Bildquelle: Christian Buck)
Das Tiefengeothermie-Projekt „Rhein-Pfalz“ ist erstmals mit einer Bürgerinformationsveranstaltung in der rheinland-pfälzischen Gemeinde Neuhofen an die Öffentlichkeit gegangen. Wie das Unternehmen Geopfalz mitteilt, informierten sich am Dienstagabend zahlreiche Bürgerinnen und Bürger über den Stand des Vorhabens, die geplanten Bohrungen und die künftige Nutzung der gewonnenen Wärme.
Die Veranstaltung fand im Bürgerhaus „Neuer Hof“ statt, direkt in der Gemeinde, in der ab dem kommenden Jahr die Bohrungen beginnen sollen. Neuhofen ist zugleich als Standort für den Bohrplatz und das spätere Heizwerk vorgesehen. Zwischen 18 und 21 Uhr konnten Besucherinnen und Besucher in einem offenen Marktformat mit Fachleuten, Wissenschaftlern, kommunalen Vertretern und Projektverantwortlichen sprechen. Nach Angaben von Geopfalz waren alle zentralen Akteure des Projekts vor Ort vertreten.
Technische und organisatorische Fragen
Im Mittelpunkt standen technische und organisatorische Fragen zur Tiefengeothermie. Die Besucher wollten unter anderem wissen, wie die Bohrungen ablaufen, wie die Wärme künftig verteilt werden soll und welche Auswirkungen das Projekt auf die Gemeinde hat. Fachleute des Verbundvorhabens agEnS erläuterten die geologischen und technischen Grundlagen. Vertreter der Stadtwerke Speyer und der Stadtwerke Schifferstadt sowie kommunale Mandatsträger beantworteten Fragen zur geplanten Wärmeversorgung und zu möglichen Nahwärmeanschlüssen.
Speyers Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler (SPD) bezeichnete den direkten Austausch mit den Bürgern als entscheidend für die kommunale Wärmewende. Die Veranstaltung habe gezeigt, wie groß das Interesse an einer regionalen und langfristig sicheren Wärmeversorgung sei. Auch Neuhofens Ortsbürgermeister Ralf Marohn (FDP) zog ein positives Fazit. Viele Menschen hätten die Gelegenheit genutzt, intensiv mit den Beteiligten zu sprechen. Das Interesse zeige, dass die Chancen des Projekts für Neuhofen und die Region erkannt würden, insbesondere mit Blick auf stabile Wärmepreise und den möglichen Aufbau eines lokalen Wärmenetzes.
Konstruktive Gespräche
Geopfalz-Geschäftsführerin Claire Weihermüller sprach von zahlreichen konstruktiven Gesprächen. Auch kritische Fragen seien gestellt worden. Genau dafür seien solche Veranstaltungen wichtig. Ziel sei es gewesen, technische Hintergründe und die langfristige Perspektive des Projekts transparent darzustellen.
Nach Angaben der Veranstalter fiel auch die Resonanz an der Feedbackstation positiv aus. Viele Besucher erklärten demnach, sie fühlten sich nach der Veranstaltung deutlich besser informiert und könnten sich nun eine eigene Meinung zum Projekt bilden. Zugleich sei das Interesse an möglichen Anschlüssen an das geplante Nahwärmenetz der Regenerative Energien Neuhofen AöR gestiegen.
Als nächsten Schritt kündigte Geopfalz die Einrichtung eines Bürgerbüros in Neuhofen an. Damit soll der Dialog mit den Einwohnern während der weiteren Projektentwicklung fortgesetzt werden.
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