Mittwoch, 10. Juni 2026

Stadtwerke FlensburgGrundstein für Großwärmepumpe gelegt

[10.06.2026] Die Stadtwerke Flensburg haben den Grundstein für ihre erste Großwärmepumpe mit 60 MW thermischer Leistung gelegt. Das 70-Millionen-Euro-Projekt soll ab 2027 Wärme aus Fördewasser ins Fernwärmenetz einspeisen und ist ein zentraler Baustein für die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung.

Grundsteinlegung für die Großwärmepumpe in Flensburg.

v.l.: Jörg Blumenberg, Aufsichtsratsvorsitzender Stadtwerke Flensburg GmbH; Karsten Müller-Janßen, technischer Geschäftsführer Stadtwerke Flensburg GmbH; Andreas Weckesser, Geschäftsbereichsleiter Anlagenbau und Projekte Stadtwerke Flensburg GmbH; Anton Beck, Geschäftsführer Anton Beck Bauunternehmen GmbH & Co.KG; Julian Wollscheidt, Vorsitzender der Geschäftsführer Stadtwerke Flensburg GmbH; Leon Twelsiek, Projektleiter enco Energie- und Verfahrens-Consult GmbH

(Bildquelle: Stadtwerke Flensburg)

Mit dem Bau ihrer ersten Großwärmepumpe treiben die Stadtwerke Flensburg die Dekarbonisierung der Fernwärmeversorgung voran. Wie die Stadtwerke Flensburg mitteilen, erfolgte Anfang Juni die Grundsteinlegung für die Anlage, die künftig Wärme aus dem Wasser der Flensburger Förde gewinnen soll.

An der Veranstaltung nahmen Vertreter der Aufsichtsgremien, der Politik sowie der beteiligten Bauunternehmen teil. Für den neuen Geschäftsführer Julian Wollscheidt war die Grundsteinlegung ein besonderer Termin: „Dass ich bereits an meinem dritten Arbeitstag bei der Grundsteinlegung für diese Großwärmepumpe dabei sein darf, ist ein besonderer Einstieg.“ Die Anlage zeige konkret, wie die Wärmewende vor Ort umgesetzt werde.

Die Großwärmepumpe erhält eine thermische Gesamtleistung von 60 Megawatt (MW). Rund 70 Millionen Euro investieren die Stadtwerke in das Projekt. Es bildet den Auftakt eines Transformationsplans, mit dem die Fernwärmeversorgung bis 2035 vollständig dekarbonisiert werden soll. Insgesamt wollen die Stadtwerke mehr als 400 Millionen Euro in eine klimafreundliche Fernwärmeversorgung investieren.

Zu den Projektpartnern zählen A. Beck Bauunternehmung für den Hochbau sowie Johnson Controls Systems & Service für die Wärmepumpenmodule. Nach Angaben der Stadtwerke liegt das Vorhaben sowohl technisch als auch wirtschaftlich im Plan. Die Tiefgründung mit rund 200 Pfählen ist bereits abgeschlossen. Sie war wegen des wenig tragfähigen Baugrunds nahe der Förde erforderlich.

Nun beginnt der Bau des Gebäudes für drei Wärmepumpenmodule. Jedes Modul misst rund 13 Meter in der Länge, elf Meter in der Höhe und acht Meter in der Breite. Die Auslieferung der Module ist ab Ende 2026 vorgesehen. Die Inbetriebnahme der Anlage soll bis Ende 2027 erfolgen.

Die Wärmepumpe nutzt die im Fördewasser gespeicherte Umweltwärme und hebt deren Temperaturniveau mithilfe von Strom aus erneuerbaren Energien auf das für die Fernwärmeversorgung erforderliche Niveau an. Für die Erwärmung des Fernwärmewassers auf bis zu 95 Grad Celsius benötigt die Anlage eine elektrische Leistung von etwa 21 MW. Der Strom wird über eine neue 110-Kilovolt-Leitung zum Kraftwerk der Stadtwerke geführt und soll CO₂-neutral bereitgestellt werden. Nach Angaben des Unternehmens kann so auch überschüssiger Strom aus erneuerbaren Energien sinnvoll genutzt werden, anstatt Erzeugungsanlagen abzuregeln.

Begleitend passen die Stadtwerke das Fernwärmenetz an. Künftig sollen niedrigere Vorlauftemperaturen gefahren werden. Um die gleiche Wärmemenge zu transportieren, muss dafür mehr Wasser durch das Netz fließen. Dies erfordert in Teilen größere Leitungsdurchmesser und entsprechende Investitionen in die Infrastruktur.

Nach Angaben der Stadtwerke ist bereits eine weitere Großwärmepumpe in Planung. Die Erfahrungen aus dem laufenden Projekt sollen dabei in die nächste Ausbaustufe einfließen. Ziel bleibt eine klimaneutrale Wärmeversorgung für Flensburg bis 2035.





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