Freitag, 9. Oktober 2026

BerlinHauptstadt hat Wärmeplan

[29.06.2026] Berlin hat einen gesamtstädtischen Wärmeplan beschlossen und legt damit den Fahrplan für eine klimaneutrale Wärmeversorgung bis 2045 fest. Das Konzept zeigt, wo Wärmenetze ausgebaut werden sollen und wo dezentrale Lösungen sinnvoll sind.
Bisher ungenutzte Abwärme kann einen Beitrag zur nachhaltigen Wärmeversorgung Berlins leisten.

Die Hauptstadt hat Mitte Juni ihren Wärmeplan vorgelegt.

(Bildquelle: 123RG.com)

Berlin verfügt jetzt über einen gesamtstädtischen Wärmeplan, der den Umbau der Wärmeversorgung bis 2045 beschreibt. Wie die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt mitteilt, hat der Senat den Plan Mitte Juni auf Vorlage von Senatorin Ute Bonde (CDU) beschlossen. Er soll den Weg zu einer klimaneutralen, bezahlbaren und verlässlichen Wärmeversorgung aufzeigen.

Für den Wärmeplan hat die Verwaltung in den vergangenen Monaten Daten zusammengeführt, Potenziale für erneuerbare Wärme und Abwärme analysiert, verschiedene Szenarien entwickelt und das Stadtgebiet nach unterschiedlichen Versorgungsoptionen gegliedert. So wird sichtbar, in welchen Gebieten Wärmenetze wirtschaftlich und technisch sinnvoll ausgebaut werden können und wo individuelle Lösungen wie Wärmepumpen bessere Perspektiven bieten.

Der Wärmeplan beschreibt erstmals, wie sich die Wärmeversorgung in den Berliner Kiezen bis 2045 entwickeln kann. Die Entwicklung wird in Fünfjahresschritten dargestellt und durch interaktive Karten ergänzt. Grundstücks- und Hauseigentümer, Unternehmen sowie die Bezirke erhalten damit eine Grundlage für langfristige Investitions- und Planungsentscheidungen. Der Senat betont zugleich, dass der Wärmeplan eine Orientierung bietet und keine verbindlichen Vorgaben macht.

Nach Angaben der Senatsverwaltung setzt Berlin dabei auf erneuerbare Energien und unvermeidbare Abwärme, die bereits in der Stadt verfügbar sind. Dazu zählen Erdwärme, Solarenergie, Wärme aus Flüssen und der Abwasserinfrastruktur sowie Abwärme aus Rechenzentren, industriellen Prozessen und dem U-Bahn-System. Eine stärkere Nutzung dieser Quellen soll die Abhängigkeit von Energieimporten verringern, Preis- und Versorgungsrisiken senken und die Versorgungssicherheit erhöhen.

Bereits angestoßen wurden Maßnahmen zur Unterstützung der Bezirke beim Aufbau neuer Nahwärmenetze und zur besseren Nutzung lokaler erneuerbarer Wärmequellen. Außerdem plant das Land Berlin eine zentrale Anlaufstelle, die Eigentümerinnen und Eigentümer bei der Umsetzung der Wärmewende unterstützen soll. Der Wärmeplan wird kontinuierlich fortgeschrieben. Neue Erkenntnisse, etwa zu den Potenzialen der Tiefengeothermie, sollen schrittweise in die Datengrundlage einfließen.





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