Montag, 27. Juli 2026

Smart-Meter-InitiativeLeitlinien für Smart Meter Light vorgelegt

[27.07.2026] Die Smart-Meter-Initiative hat technische Leitlinien für ein kostengünstiges Smart Meter Light vorgelegt. Das Konzept soll den Roll-out für Haushalte ohne steuerbare Verbrauchseinrichtungen beschleunigen und setzt auf einfache, aufrüstbare Technik.

Smart Meter Light von Octopus Energy.

(Bildquelle: Octopus Energy Germany)

Die Smart-Meter-Initiative (SMI) hat ein Konzept mit technischen Mindestanforderungen für das von der Bundesregierung geplante Smart Meter Light veröffentlicht. Wie die von Tibber, Octopus Energy, Rabot Energy und Ostrom gegründete Initiative berichtet, soll die vereinfachte Zählertechnik den Smart Meter Roll-out für Haushalte mit einem Jahresverbrauch von weniger als 6.000 Kilowattstunden und ohne steuerbare Verbrauchseinrichtungen wie Wärmepumpen oder Elektroautos beschleunigen.

Nach Auffassung der SMI muss das Smart Meter Light vor allem wirtschaftlich sein. Die jährliche Messstellengebühr sollte 40 Euro nicht überschreiten und damit nur geringfügig über den derzeit 25 Euro für eine moderne Messeinrichtung liegen. Um Anschaffungs-, Betriebs- und Systemkosten niedrig zu halten, fordert die Initiative eine klare Trennung der Aufgaben: Das Gerät soll ausschließlich Verbrauchsdaten erfassen und übertragen. Steuerungsfunktionen sollen weiterhin allein intelligenten Messsystemen (iMSys) mit Smart-Meter-Gateway vorbehalten bleiben.

Verzicht auf BSI-Zertifizierung

Aus Kostengründen spricht sich die SMI außerdem gegen eine BSI-Zertifizierung für Smart Meter Light aus. Stattdessen schlägt sie ein cybersicheres Gerät mit einem risikoadäquaten Sicherheitsniveau vor, das unterhalb der Anforderungen für steuerbare Anlagen liegt.

Ein weiterer Schwerpunkt ist der unmittelbare Zugang der Verbraucher zu ihren Messdaten. Die Geräte sollten nach Vorstellung der Initiative über eine lokale Schnittstelle, etwa per WLAN, verfügen. Haushalte könnten so zeitnah auf ihre Verbrauchsdaten zugreifen und ihren Stromverbrauch besser nachvollziehen sowie dynamische Tarife gezielt nutzen.

Die Initiative fordert außerdem, dass sich jedes Smart Meter Light später ohne vollständigen Zählerwechsel zu einem intelligenten Messsystem aufrüsten lässt. Dafür soll das Gerät mit einem Smart-Meter-Gateway ergänzt werden können. Die Zähler sollen viertelstündliche Verbrauchsdaten TAF7-konform erfassen und übertragen sowie dieselben Kommunikationsprotokolle wie intelligente Messsysteme nutzen. Dadurch sollen Doppelstrukturen vermieden und bestehende Prozesse weiterverwendet werden.

Vorbild Frankreich

Als Vorbild nennt die SMI das in Frankreich eingesetzte Linky-Modell. Dieses übermittelt viertelstündliche Verbrauchsdaten an Messstellenbetreiber, Netzbetreiber und Energieversorger, verzichtet jedoch auf die komplexen Steuerungsfunktionen eines intelligenten Messsystems. Nach Einschätzung der Initiative ermöglicht dieser Ansatz einen schnelleren und kostengünstigeren Roll-out. Alternativ diskutiert das Positionspapier die Nachrüstung bestehender digitaler Stromzähler mit Auslesegeräten oder den Einsatz von Zählern, die über lokale Funknetze der Netzbetreiber kommunizieren. Langfristig hält die SMI jedoch das Linky-Modell für die ausgewogenste Lösung.

„Wir müssen die Energiewende endlich stärker an der Realität der Menschen ausrichten und nicht an theoretischen Idealbildern“, sagt Bastian Gierull, CEO von Octopus Energy Deutschland und Mitinitiator der Smart-Meter-Initiative. Die Entscheidung der Bundesregierung für ein Smart Meter Light sei ein wichtiger Schritt. Nun komme es darauf an, die neue Geräteklasse pragmatisch und verbraucherorientiert umzusetzen.





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