Smart-Meter-InitiativeLeitlinien für Smart Meter Light vorgelegt

Smart Meter Light von Octopus Energy.
(Bildquelle: Octopus Energy Germany)
Die Smart-Meter-Initiative (SMI) hat ein Konzept mit technischen Mindestanforderungen für das von der Bundesregierung geplante Smart Meter Light veröffentlicht. Wie die von Tibber, Octopus Energy, Rabot Energy und Ostrom gegründete Initiative berichtet, soll die vereinfachte Zählertechnik den Smart Meter Roll-out für Haushalte mit einem Jahresverbrauch von weniger als 6.000 Kilowattstunden und ohne steuerbare Verbrauchseinrichtungen wie Wärmepumpen oder Elektroautos beschleunigen.
Nach Auffassung der SMI muss das Smart Meter Light vor allem wirtschaftlich sein. Die jährliche Messstellengebühr sollte 40 Euro nicht überschreiten und damit nur geringfügig über den derzeit 25 Euro für eine moderne Messeinrichtung liegen. Um Anschaffungs-, Betriebs- und Systemkosten niedrig zu halten, fordert die Initiative eine klare Trennung der Aufgaben: Das Gerät soll ausschließlich Verbrauchsdaten erfassen und übertragen. Steuerungsfunktionen sollen weiterhin allein intelligenten Messsystemen (iMSys) mit Smart-Meter-Gateway vorbehalten bleiben.
Verzicht auf BSI-Zertifizierung
Aus Kostengründen spricht sich die SMI außerdem gegen eine BSI-Zertifizierung für Smart Meter Light aus. Stattdessen schlägt sie ein cybersicheres Gerät mit einem risikoadäquaten Sicherheitsniveau vor, das unterhalb der Anforderungen für steuerbare Anlagen liegt.
Ein weiterer Schwerpunkt ist der unmittelbare Zugang der Verbraucher zu ihren Messdaten. Die Geräte sollten nach Vorstellung der Initiative über eine lokale Schnittstelle, etwa per WLAN, verfügen. Haushalte könnten so zeitnah auf ihre Verbrauchsdaten zugreifen und ihren Stromverbrauch besser nachvollziehen sowie dynamische Tarife gezielt nutzen.
Die Initiative fordert außerdem, dass sich jedes Smart Meter Light später ohne vollständigen Zählerwechsel zu einem intelligenten Messsystem aufrüsten lässt. Dafür soll das Gerät mit einem Smart-Meter-Gateway ergänzt werden können. Die Zähler sollen viertelstündliche Verbrauchsdaten TAF7-konform erfassen und übertragen sowie dieselben Kommunikationsprotokolle wie intelligente Messsysteme nutzen. Dadurch sollen Doppelstrukturen vermieden und bestehende Prozesse weiterverwendet werden.
Vorbild Frankreich
Als Vorbild nennt die SMI das in Frankreich eingesetzte Linky-Modell. Dieses übermittelt viertelstündliche Verbrauchsdaten an Messstellenbetreiber, Netzbetreiber und Energieversorger, verzichtet jedoch auf die komplexen Steuerungsfunktionen eines intelligenten Messsystems. Nach Einschätzung der Initiative ermöglicht dieser Ansatz einen schnelleren und kostengünstigeren Roll-out. Alternativ diskutiert das Positionspapier die Nachrüstung bestehender digitaler Stromzähler mit Auslesegeräten oder den Einsatz von Zählern, die über lokale Funknetze der Netzbetreiber kommunizieren. Langfristig hält die SMI jedoch das Linky-Modell für die ausgewogenste Lösung.
„Wir müssen die Energiewende endlich stärker an der Realität der Menschen ausrichten und nicht an theoretischen Idealbildern“, sagt Bastian Gierull, CEO von Octopus Energy Deutschland und Mitinitiator der Smart-Meter-Initiative. Die Entscheidung der Bundesregierung für ein Smart Meter Light sei ein wichtiger Schritt. Nun komme es darauf an, die neue Geräteklasse pragmatisch und verbraucherorientiert umzusetzen.
Smart Meter Light: Messstellenbetreiber wollen bestehende Gateways nutzen
[22.10.2026] Mehrere wettbewerbliche Messstellenbetreiber schlagen vor, Smart Meter Light auf Basis bestehender Smart-Meter-Gateways einzuführen. Durch die gemeinsame Nutzung der Geräte an räumlich getrennten Messstellen sollen die Kosten sinken und der Roll-out beschleunigt werden. mehr...
Smart Metering: GWA-Wechsel unter Zeitdruck erfolgreich gemeistert
[15.10.2026] Der Wechsel der Gateway-Administration ist für Energieversorger eine Herausforderung. Alliander und Kisters haben innerhalb kurzer Zeit gleich drei solcher Migrationen umgesetzt und dabei Erfahrungen gesammelt, die auch für zukünftige Wechsel relevant sind. mehr...
EWE Netz: Smart-Meter-Ausbau über Bundesschnitt
[30.09.2026] EWE Netz hat nach eigenen Angaben 12,1 Prozent seiner Messstellen mit intelligenten Messsystemen ausgestattet. Damit lag der Anteil Ende Juni rund doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt. mehr...
PwC-Studie: Smart-Meter-Roll-out mit Schwächen im Prozess
[28.09.2026] Der Smart Meter Roll-out in Deutschland hat das gesetzliche Etappenziel für Ende 2025 übertroffen. Eine PwC-Studie zeigt jedoch deutliche Unterschiede zwischen den Messstellenbetreibern und Schwächen bei Planung, Einbau und Kundenfeedback. mehr...
Smart-Meter-Initiative: Roll-out kommt nur langsam voran
[23.09.2026] Der Smart Meter Roll-out ist im ersten Halbjahr 2026 langsamer vorangekommen. Nach Angaben der Bundesnetzagentur stieg die Roll-out-Quote bis Ende Juni auf 5,9 Prozent. mehr...
Smart-Meter-Initiative: Anbieter kritisieren Westnetz
[22.09.2026] Die in der Smart-Meter-Initiative zusammengeschlossenen Energieanbieter beklagen Probleme beim Smart-Meter-Betrieb im Netzgebiet von Westnetz. Fehlende oder widersprüchliche Messdaten führten dazu, dass Kunden nicht auf Basis ihres tatsächlichen Verbrauchs abgerechnet werden können. mehr...
Smart Meter Roll-out: Gateway für Schleupen-Systeme freigegeben
[09.09.2026] Das Smart Meter Gateway von Sagemcom Dr. Neuhaus ist in die Whitelist des Software-Anbieters Schleupen aufgenommen worden. Damit kann das Gerät in der Schleupen-Systemlandschaft eingesetzt werden. mehr...
BBH-Gruppe/co.met: Digitale Lösung für den Smart Meter Roll-out
[09.09.2026] Die BBH-Gruppe und co.met verknüpfen ihre digitalen Systeme, um Messstellenbetreiber bei Zutrittsproblemen im Smart Meter Roll-out zu unterstützen. Die gemeinsame Lösung soll die operative Bearbeitung mit der rechtlichen Durchsetzung von Zutrittsrechten verbinden. mehr...
metering days: Den Smart Meter Roll-out vorantreiben
[31.08.2026] Die metering days 2026 befassen sich mit dem beschleunigten Smart Meter Roll-out und der Digitalisierung der Stromverteilnetze. Im Mittelpunkt stehen auch mögliche neue Vorgaben der Bundesregierung, europäische Pläne und Kooperationen von Stadtwerken. mehr...
Hertener Stadtwerke: Smart Meter Roll-out läuft
[21.08.2026] Die Hertener Stadtwerke haben inzwischen rund 1.250 intelligente Messsysteme installiert und die gesetzliche Ausbauquote erreicht. Nun bereiten sie den nächsten Schritt vor: die Erprobung von Steuerboxen für die netzorientierte Steuerung. mehr...
rku.it: SMGWA Roadshow macht Station in Dortmund und Ludwigshafen
[21.08.2026] rku.it setzt seine SMGWA Roadshow im September in Dortmund und im November in Ludwigshafen fort. Im Mittelpunkt stehen der Smart Meter Roll-out, regulatorische Anforderungen und weitere Digitalisierungsthemen für Stadtwerke und andere Energieversorger. mehr...
Voltaris: Rezertifizierung erhalten
[22.07.2026] Voltaris ist erneut nach ISO/IEC 27001 für sein Informationssicherheits-Managementsystem zertifiziert worden. Die Rezertifizierung bestätigt die Sicherheitsstandards für Gateway-Administration und CLS-Betrieb und stärkt die Planungssicherheit beim Smart Meter Roll-out. mehr...
Stadtwerke Neustadt: Einführung von aEMT-Basismodul
[01.07.2026] Die Stadtwerke Neustadt an der Weinstraße führen für das CLS-Management das aEMT-Basismodul von Voltaris ein. Damit schaffen sie die technischen Voraussetzungen für die netzdienliche Steuerung nach § 14a EnWG und treiben den Steuer-Roll-out im intelligenten Messwesen voran. mehr...
Advertorial: Rollout zwischen Regulierung und Praxis
[11.06.2026] Der Smart-Meter-Rollout nimmt Fahrt auf – doch zwischen regulatorischen Vorgaben, technischen Anforderungen und Marktprozessen bleibt die Umsetzung anspruchsvoll. Die BDEW-Fachtagung Messwesen 2026 bringt am 29. und 30. September in Köln Expertinnen und Experten aus Behörden, Verbänden und Unternehmen zusammen, um gemeinsam Antworten auf die drängendsten Praxisfragen zu finden. mehr...












