PillarGesetzesänderung rückt Solarcarports in den Fokus

Solarcarports am Flughafen in München.
(Bildquelle: PILLAR GmbH)
Mit den Änderungen des Energiewirtschaftsgesetzes zum 1. Juni 2026 sollen Energy-Sharing-Modelle die gemeinschaftliche Nutzung lokal erzeugten Stroms erleichtern. Wie das Unternehmen Pillar berichtet, rückt damit zugleich die Frage in den Vordergrund, wo Kommunen und Unternehmen geeignete Flächen für die dezentrale Stromerzeugung erschließen können.
Nach Einschätzung des Unternehmens bieten vor allem bestehende Parkplätze dafür Potenzial. Sie sind bereits versiegelt, meist erschlossen und liegen häufig in unmittelbarer Nähe zu den Verbrauchern. Solarcarports könnten diese Flächen für die Photovoltaik nutzen, ohne zusätzliche Flächen zu versiegeln. Gleichzeitig ließen sich Stellplätze überdachen und perspektivisch Lade-Infrastruktur oder lokale Verbrauchskonzepte integrieren.
Trotz der neuen gesetzlichen Möglichkeiten bleibt die Umsetzung von Energy Sharing anspruchsvoll. Messkonzepte, Netzbetreiberprozesse, Vertragsmodelle und technische Anforderungen gelten weiterhin als komplex. Branchenbeobachter erwarten deshalb, dass sich viele Projekte langsamer entwickeln werden als die gesetzlichen Regelungen (wir berichteten). Nach Ansicht von Pillar fehlt vielerorts zunächst die physische Infrastruktur, um überhaupt relevante Strommengen vor Ort erzeugen zu können.
„Die Debatte rund um Energy Sharing zeigt vor allem eines: Stromerzeugung rückt näher an den Verbraucher“, sagt Vasyl Betsa, Gründer und Geschäftsführer von Pillar. „Damit steigt auch die Bedeutung von Flächen, die bislang keine Rolle in der Energieplanung gespielt haben. Parkplätze gehören dazu.“
Nach Angaben des Unternehmens ist das Interesse an Solarcarports in diesem Jahr deutlich gestiegen. Besonders aus dem Einzelhandel sowie aus kommunalen Ausschreibungen gingen mehr Anfragen ein. Gleichzeitig erschweren Genehmigungsverfahren und Abstimmungsprozesse in Kommunen und größeren Unternehmen die Realisierung vieler Projekte.
Neben Kommunen und Unternehmen suchen laut Pillar auch Investoren und Projektentwickler verstärkt nach geeigneten Standorten. Häufig werden Solarcarports über Contracting- oder Power-Purchase-Agreement-Modelle umgesetzt, bei denen externe Partner Planung, Finanzierung und Betrieb übernehmen. Dadurch könnten Kommunen und Unternehmen vorhandene Parkflächen für die Stromerzeugung nutzen, ohne selbst die Investitionskosten tragen zu müssen.
Pillar setzt nach eigenen Angaben auf Stahlkonstruktionen mit Schraubfundamenten, die ohne Beton eingebracht werden. Dadurch sollen sich Solarüberdachungen mit vergleichsweise geringem Eingriff in bestehende Parkflächen und laufende Betriebsabläufe errichten lassen.
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