Donnerstag, 10. September 2026

Stadtwerke Neustadt in HolsteinEnergiequelle Ostsee

[10.09.2026] In Neustadt in Holstein ist eine Meerwasser-Wärmepumpe für die Wärmeversorgung eines größeren Quartiers in Betrieb gegangen. Nach einem mehrmonatigen Probebetrieb liefert die Anlage nun regulär Wärme für das neue Hafenquartier.

Besichtigung der Energiezentrale: Die Meerwasser-Wärmepumpe ist die erste Anlage dieser Art in Deutschland, die Wärme in ein größeres Wärmenetz einspeist.

Mirko Spieckermann, Bürgermeister Neustadt i.H.; Tobias Goldschmidt, Minister für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur des Landes Schleswig-Holstein; Thomas Anthoni, Stadtwerke Neustadt i.H.; Dr. Mark Jahn, Werkleiter Stadtwerke Neustadt i.H.

(Bildquelle: Stadtwerke Neustadt in Holstein)

Die Stadtwerke Neustadt in Holstein (SWNH) haben ihre Meerwasser-Wärmepumpe offiziell eingeweiht. Wie die Stadtwerke mitteilen, handelt es sich um die erste Anlage dieser Art in Deutschland, die Wärme in ein größeres Wärmenetz einspeist. Rund 80 Gäste nahmen an der Einweihung am 4. September 2026 teil, darunter Schleswig-Holsteins Energiewendeminister Tobias Goldschmidt (Bündnis 90/Die Grünen).

Das System besteht aus einer Entnahmestation am Hafenbecken, einer Energiezentrale und einem rund zwei Kilometer langen Wärmenetz. In der Entnahmestation wird Ostseewasser entnommen, gefiltert und gereinigt und anschließend zur Energiezentrale gepumpt. Dort befinden sich ein Wärmeübertrager, die Wärmepumpe mit einer Leistung von 700 Kilowatt (kW) und ein Pufferspeicher mit einem Fassungsvermögen von 25.000 Litern.

Ostseewasser liefert Wärme

Der Wärmeübertrager entzieht dem Meerwasser thermische Energie und überträgt sie auf einen getrennten Glykolkreislauf. Die Wärmepumpe hebt die Temperatur anschließend auf 70 Grad Celsius an. Mit dem erzeugten Heizwasser werden nach Angaben der SWNH angeschlossene Wohngebäude, Gewerbebetriebe und öffentliche Gebäude versorgt. Das abgekühlte Meerwasser wird anschließend wieder in die Ostsee geleitet.

„Das Projekt zeigt, dass erneuerbare Wärmequellen nicht nur theoretisch verfügbar sind, sondern tatsächlich für die Versorgung von Gebäuden eingesetzt werden können“, sagte Goldschmidt bei der Einweihung. Er hoffe, dass das Vorhaben in Neustadt weitere Projekte dieser Art anstoße.

Ergebnis kommunaler Wärmeplanung

Neustadts Bürgermeister Mirko Spieckermann sieht in der Anlage auch ein Ergebnis der örtlichen Wärmeplanung. Diese habe verdeutlicht, wie wichtig neue technische Lösungen für eine klimafreundliche Wärmeversorgung seien. Die Nutzung von Meerwasser passe dabei besonders zu Neustadt als Stadt an der Ostsee. Auch SWNH-Werkleiter Mark Jahn hebt den Modellcharakter des Projekts hervor. Die Anlage zeige nach seiner Einschätzung, was durch den Einsatz neuer Technologien, technische Kompetenz und die Zusammenarbeit verschiedener Beteiligter möglich sei.





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