Stadtwerke WeimarAufsuchungserlaubnis für Tiefengeothermie erhalten

Die Aufsuchungserlaubnis gilt für Erdwärme aus Bohrungen ab einer Tiefe von 400 Metern und ist bis Juni 2031 befristet.
(Bildquelle: Bayrisches Landesamt für Umwelt)
Die Stadtwerke Weimar haben die Erlaubnis erhalten, im Raum Weimar nach geeigneten Vorkommen für Tiefengeothermie zu suchen. Wie die Stadtwerke mitteilen, hat das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) die entsprechende Aufsuchungserlaubnis erteilt. Sie gilt für Erdwärme aus Bohrungen ab einer Tiefe von 400 Metern und ist bis Juni 2031 befristet.
Das rund 495 Quadratkilometer große Erlaubnisfeld „Erdwärme Weimar“ umfasst die Stadt Weimar, den zentralen Bereich des Landkreises Weimarer Land sowie Teile des Landkreises Sömmerda und der Stadt Erfurt. Der Erlaubnis gingen nach Angaben der Stadtwerke Beteiligungen von Fachbehörden, Landkreisen, Städten und Gemeinden voraus.
Die Erlaubnis gibt den Stadtwerken zunächst ausschließlich das Recht, in dem Gebiet nach geeigneten geothermischen Vorkommen zu suchen. Für konkrete Maßnahmen wie seismische Messungen oder Probebohrungen sind weitere Genehmigungen nötig. Dabei sollen Behörden, Kommunen und weitere Betroffene erneut beteiligt werden. Die Stadtwerke müssen dem TLUBN zudem regelmäßig über den Stand der Untersuchungen berichten.
Nach Angaben des Unternehmens wurden bereits frühere Bohrungen aus den 1960er- und 1970er-Jahren ausgewertet, Erkenntnisse aus anderen Projekten einbezogen und ein Erkundungskonzept erarbeitet. Als Nächstes sind seismische Untersuchungen und die geologische Auswertung der gewonnenen Daten vorgesehen. Auf dieser Grundlage soll entschieden werden, ob das Projekt weiterverfolgt wird.
Die Stadtwerke prüfen Tiefengeothermie als mögliche Wärmequelle für die künftige Fernwärmeversorgung. „Das ist noch keine Entscheidung für Geothermie. Wir wollen zunächst wissen, was technisch möglich ist, ob und wieviel Wärme sich gewinnen lässt und wie die Geothermie im Vergleich zu anderen Wärmequellen abschneidet“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführerin Constanze Reppin.
Im Fokus der Untersuchungen steht laut Stadtwerken der Süden Weimars. Dort sollen künftig große Kunden mit Fernwärme versorgt werden. Konkrete Straßen oder Flächen für weitere Untersuchungen stehen bislang nicht fest.
Im Norden Weimars kombinieren die Stadtwerke bereits Abwärme aus dem Abwasser der Kläranlage, eine große Solarthermieanlage und Wärmespeicher. Für den Süden prüfen sie Tiefengeothermie als weitere mögliche Wärmequelle.
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