Schleswig-HolsteinLand fördert Wasserstoffprojekt in Lübeck

Übergabe des Förderbescheids für den auf dem Gelände des Abfallwirtschaftszentrums Lübeck geplanten Elektrolyseurs.
v.l.: Jürgen Adler, Leiter des Abfallwirtschaftszentrums Lübeck; Jan Lindenau, Bürgermeister der Hansestadt Lübeck; Tobias Goldschmidt, Minister für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur des Landes Schleswig-Holstein; Mathias Mucha, Direktor der Entsorgungsbetriebe Lübeck; Dr.-Ing Thilo Panten, Geschäftsführer des Ingenieurbüros ERC Engineering Xperts GmbH
(Bildquelle: HL)
Übergabe des Förderbescheids für den auf dem Gelände des Abfallwirtschaftszentrums Lübeck geplanten Elektrolyseurs.
v.l.: Jürgen Adler, Leiter des Abfallwirtschaftszentrums Lübeck; Jan Lindenau, Bürgermeister der Hansestadt Lübeck; Tobias Goldschmidt, Minister für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur des Landes Schleswig-Holstein; Mathias Mucha, Direktor der Entsorgungsbetriebe Lübeck; Dr.-Ing Thilo Panten, Geschäftsführer des Ingenieurbüros ERC Engineering Xperts GmbH
(Bildquelle: HL)
Die Entsorgungsbetriebe Lübeck (EBL) treiben das Wasserstoffprojekt H2ANSE – „H2 aus dem echten Norden“ voran. Wie die EBL mitteilen, hat Schleswig-Holsteins Umweltminister Tobias Goldschmidt (Bündnis 90/Die Grünen) den Förderbescheid über rund 3,55 Millionen Euro auf dem Gelände des Abfallwirtschaftszentrums Lübeck übergeben. Das Gesamtinvestitionsvolumen für die geplante Wasserstoffproduktionsanlage beträgt nach Angaben der EBL rund 7,9 Millionen Euro.
Kern des Vorhabens ist ein PEM-Elektrolyseur mit einer Leistung von einem Megawatt. Den benötigten Strom soll unter anderem eine Photovoltaikanlage mit rund sieben Megawattpeak liefern, die auf dem Südhang der Deponie Niemark vorgesehen ist. Der produzierte Wasserstoff soll gespeichert und über eine Abfüllstation zur Wasserstofftankstelle im Gewerbegebiet Roggenhorst transportiert werden.
Einsatz im Schwerlast- und Fernverkehr
Bei ausschließlicher Versorgung des Elektrolyseurs mit Solarstrom rechnen die EBL mit einer Jahresproduktion von rund 57.000 Kilogramm Wasserstoff. Durch die zusätzliche Nutzung von Windstrom könnte die Menge den Angaben zufolge perspektivisch auf bis zu 100.000 Kilogramm steigen. Eingesetzt werden soll der Energieträger vor allem im Schwerlast- und Fernverkehr.
Auch die EBL wollen Wasserstoff für die eigene Fahrzeugflotte nutzen. Ein bereits 2022 angeschafftes Abfallsammelfahrzeug mit Brennstoffzellenantrieb soll künftig über die geplante Infrastruktur versorgt werden. Perspektivisch sei die Beschaffung weiterer acht bis zehn Brennstoffzellenfahrzeuge vorgesehen. Bis 2040 wollen die Entsorgungsbetriebe ihre Fahrzeugflotte vollständig dekarbonisieren.
Eine Besonderheit des Projekts ist nach Angaben der EBL die Nutzung weiterer Stoff- und Energieströme aus der Elektrolyse. So sollen jährlich bis zu 1.100 Megawattstunden Abwärme entstehen, die zur Beheizung der Biogasanlagen eingesetzt werden können. Dadurch frei werdendes Biogas könnte wiederum für andere Anwendungen, etwa in der städtischen Fernwärmeversorgung, genutzt werden.
Verwendung von Sauerstoff
Auch der bei der Elektrolyse entstehende Sauerstoff soll Verwendung finden. Vorgesehen ist, ihn in der angrenzenden mechanisch-biologischen Abfallbehandlungsanlage zur Unterstützung der biologischen Prozesse einzusetzen. „Wir wollen nicht nur Wasserstoff produzieren, sondern möglichst alle Energie- und Stoffströme des Prozesses nutzen“, erklärt EBL-Direktor Mathias Mucha.
Nach Berechnungen der Entsorgungsbetriebe könnten durch den erzeugten Wasserstoff jährlich rund 222.000 bis 385.000 Liter fossiler Dieselkraftstoff im Schwerlastverkehr ersetzt werden. Daraus ergebe sich ein rechnerisches Einsparpotenzial von etwa 589 bis 1.020 Tonnen CO₂ pro Jahr. Mit dem Projekt wollen die EBL zugleich Erfahrungen bei Erzeugung, Speicherung und Nutzung von grünem Wasserstoff sammeln und den Aufbau einer regionalen Wasserstoffwirtschaft unterstützen.
Green Hydrogen Hub Stuttgart: Vier Niederdruckspeicher aufgestellt
[16.09.2026] Am Green Hydrogen Hub Stuttgart sind vier Niederdruckspeicher mit einer Kapazität von insgesamt bis zu 2.100 Kilogramm Wasserstoff aufgestellt worden. Sie sollen künftig die Wasserstoffproduktion und -versorgung zeitlich entkoppeln und damit flexibler gestalten. mehr...
Hochschule Bremerhaven: Testlabor für autarkes Energiesystem
[14.09.2026] Die Hochschule Bremerhaven untersucht, wie Wohnsiedlungen und Gewerbegebiete mithilfe von Microgrids weitgehend mit erneuerbaren Energien versorgt werden können. Ein Testsystem auf dem Hochschulgelände kombiniert dafür Photovoltaik, Windenergie, Batteriespeicher und Wasserstoff. mehr...
BDEW: Wasserstoffhochlauf stockt
[11.09.2026] In Deutschland befinden sich derzeit 98 Wasserstofferzeugungsprojekte mit einer Gesamtleistung von knapp 11.900 Megawatt in Planung. Der BDEW fordert bessere Rahmenbedingungen, damit daraus Investitionsentscheidungen und konkrete Projekte werden. mehr...
Hamburger Energienetze: Baustart von H2-Connector
[31.08.2026] Die Hamburger Energienetze haben in Moorburg mit dem Bau des H2-Connectors für das Wasserstoffnetz HH-WIN begonnen. Die Anlage soll ab 2027 Elektrolyse, Hamburger Verteilnetz und das bundesweite Wasserstoff-Kernnetz verbinden. mehr...
ABO Energy: Verkauf von H2-Hub
[24.08.2026] ABO Energy hat den H2-Hub im hessischen Hünfeld an Tyczka Hydrogen verkauft. Die Anlage produziert bereits zertifizierten grünen Wasserstoff für Busse und Lkw und umfasst Elektrolyseur, Tankstelle und Trailer-Abfüllung. mehr...
Karlsruhe: Gemeinderat macht Weg für neuen Kraftwerksblock frei
[20.08.2026] EnBW plant am Karlsruher Rheinhafen einen neuen Kraftwerksblock, der zunächst mit Gas und später mit Wasserstoff betrieben werden soll. Der Gemeinderat hat dafür den Weg über ein Bebauungsplanverfahren freigemacht und zugleich Vorgaben für Emissionen und den Brennstoffwechsel vereinbart. mehr...
Stuttgart: KI optimiert Elektrolyseure
[18.08.2026] Eine KI-gestützte Software soll den Betrieb von vier Elektrolyseuren im Green Hydrogen Hub Stuttgart optimieren. Die Stadtwerke Stuttgart und ZSW wollen damit Strommärkte, Batteriespeicher und Wasserstoffproduktion so aufeinander abstimmen, dass die Anlage flexibler und wirtschaftlicher arbeitet. mehr...
deeeper.technology: Geodatenanalyse unterstützt Planung von Wasserstoffanlage
[07.08.2026] Eine KI-gestützte Standortanalyse soll den Bau eines Fünf-Megawatt-Elektrolyseurs zur Erzeugung von grünem Wasserstoff im Raum Kempten beschleunigen. Das Projekt zeigt, wie digitale Geodatenanalysen die Planung von Wasserstoffanlagen unterstützen und eine Inbetriebnahme bereits 2027 ermöglichen sollen. mehr...
RWE: Erneuerbarer Wasserstoff erreicht Chemiepark
[06.08.2026] Erstmals ist erneuerbar erzeugter Wasserstoff aus den Elektrolyse-Anlagen in Lingen per Pipeline bis zum Chemiepark Marl transportiert worden. Das Projekt GET H2 Nukleus verbindet Erzeugung, Transport und industrielle Nutzung im Regelbetrieb und gilt als wichtiger Schritt für den Aufbau des deutschen Wasserstoff-Kernnetzes. mehr...
Wasserstoffspeicher: Sonderbetriebsplan öffentlich ausgelegt
[04.08.2026] Eine Pilotkaverne in der Krummhörn soll erstmals mit verdichtetem Wasserstoff befüllt werden. Das Genehmigungsverfahren geht mit der öffentlichen Auslegung des Sonderbetriebsplans in die nächste Phase und ist für den Aufbau einer Wasserstoffspeicher-Infrastruktur von Bedeutung. mehr...
beyondgas: Wasserstoffprojekte im Fokus
[28.07.2026] Der Wasserstoffkongress beyondgas stellt praxisnahe Projekte und konkrete Entscheidungen für den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft in den Mittelpunkt. Die Veranstaltung findet vom 8. bis 10. September in Oldenburg statt und erweitert ihr Programm unter anderem um Workshops und eine Exkursion zu einem Wasserstoffspeicherprojekt. mehr...
Bayerischer Energiepreis: Wasserstoffprojekt H2Direkt hat Auszeichnung erhalten
[13.07.2026] Das Wasserstoffprojekt H2Direkt hat den Bayerischen Energiepreis 2026 in der Kategorie „Energieforschung“ erhalten. Die Auszeichnung würdigt den erstmals erfolgreichen Betrieb eines bestehenden Gasverteilnetzes mit 100 Prozent Wasserstoff und den Übergang in den Regelbetrieb. mehr...
Fraunhofer CINES: Untersuchung verweist auf hohe Transportkosten bei Wasserstoff
[06.07.2026] Transport und Speicherung können die Bezugskosten für grünen Wasserstoff bis 2035 deutlich erhöhen, besonders bei Spitzenlastkraftwerken. Eine Analyse von Fraunhofer CINES zeigt, warum Infrastrukturkosten für die Energiewirtschaft entscheidend werden und welche Unterschiede zur Industrie bestehen. mehr...
EWE Netz: Bau von Wasserstoffpipeline
[06.07.2026] EWE Netz startet mit H₂Coastlink 1 den Bau der ersten Wasserstoffpipeline im Nordwesten Deutschlands. Die Leitung soll den Emder Elektrolyseur an das Wasserstoff-Kernnetz anbinden und gilt als wichtiger Baustein für den Aufbau einer regionalen Wasserstoffwirtschaft. mehr...















