Dienstag, 22. September 2026

Smart-Meter-InitiativeAnbieter kritisieren Westnetz

[22.09.2026] Die in der Smart-Meter-Initiative zusammengeschlossenen Energieanbieter beklagen Probleme beim Smart-Meter-Betrieb im Netzgebiet von Westnetz. Fehlende oder widersprüchliche Messdaten führten dazu, dass Kunden nicht auf Basis ihres tatsächlichen Verbrauchs abgerechnet werden können.

Die vier Gründungsmitglieder der Smart-Meter-Initiative (Rabot Energy, Octopus Energy, Tibber und Ostrom) haben sich mit einer gemeinsamen Geschäftsführer-Beschwerde an Westnetz gewandt. Nach Angaben der Unternehmen bestehen seit Monaten Probleme bei der Datenübermittlung und Bearbeitung von Klärfällen rund um intelligente Messsysteme. Teilweise blieben Anfragen über längere Zeit unbeantwortet.

1.500 Kunden können nicht abgerechnet werden

Rabot Energy zufolge können im Westnetz-Gebiet mehr als 1.500 Kunden mit Smart Meter derzeit nicht durchgehend auf Grundlage der entsprechenden Messdaten abgerechnet werden. Bei 6,8 Prozent dieser Kunden bestehe das Problem bereits seit mehr als einem Jahr. Zudem fehle bei 119 Geräten die Umstellung auf den aktuellen Standard TAF 7. Dieser ermöglicht unter anderem die Übermittlung viertelstündlicher Verbrauchswerte, die für die Abrechnung dynamischer Stromtarife benötigt werden.

Auch Tibber berichtet von Schwierigkeiten. Nach Angaben des Unternehmens werden bei Westnetz Lastgänge und Zählerstände organisatorisch getrennt verarbeitet. Dies könne zu widersprüchlichen Werten führen und erschwere die Klärung. Die Bearbeitung dauere teilweise mehr als drei Monate. In einer Auswertung von Tibber weise Westnetz mit knapp zehn Prozent den höchsten Anteil ausbleibender TAF-7-Umstellungen auf. Ostrom nennt aktuell 47 offene Fälle, bei denen Messdaten fehlten oder die erforderliche Profilumstellung noch nicht erfolgt sei.

Zügige Umstellung auf Standard TAF 7 gefordert

„Natürlich gibt es mit fast allen Netzbetreibern Herausforderungen beim Thema Smart-Meter-Betrieb, aber die Probleme bei Westnetz sind systematischer Natur“, sagt Konrad Schade, CCO bei Rabot Energy. Die Initiative fordert von Westnetz eine zuverlässige Inbetriebnahme der intelligenten Messsysteme sowie eine zügige Umstellung auf TAF 7. Entscheidend für den Smart-Meter-Roll-out sei nicht allein die Zahl installierter Geräte, sondern auch deren zuverlässige Datenübermittlung, so die Initiative. Westnetz solle deshalb die offenen Fälle zeitnah klären und einen ordnungsgemäßen Messstellenbetrieb sicherstellen.





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