Sonntag, 8. November 2026

Smart-Meter-InitiativeRoll-out kommt nur langsam voran

[23.09.2026] Der Smart Meter Roll-out ist im ersten Halbjahr 2026 langsamer vorangekommen. Nach Angaben der Bundesnetzagentur stieg die Roll-out-Quote bis Ende Juni auf 5,9 Prozent.

Aktuellen Zahlen zufolge ist der Smart Meter Roll-out im ersten Halbjahr 2026 nur langsam vorangekommen.

(Bildquelle: adobestock)

Im ersten Halbjahr 2026 wurden in Deutschland rund 765.000 weitere intelligente Messsysteme (iMSys) installiert. Das entspricht einem Anstieg der Roll-out-Quote um 1,5 Prozentpunkte bezogen auf alle Messlokationen, wie die Smart-Meter-Initiative (SMI) unter Berufung auf neue Zahlen der Bundesnetzagentur (BNetzA) mitteilt.

Zum Stichtag 30. Juni 2026 lag die Quote bei 5,9 Prozent. Die für Ende 2025 ausgewiesene Quote von 5,5 Prozent lässt sich damit allerdings nicht unmittelbar vergleichen. Nach Angaben der SMI hat die BNetzA einen Berechnungsfehler in den Zahlen für das vierte Quartal 2025 korrigiert. Bestimmte Smart-Meter-Installationen seien damals doppelt gezählt worden. Unter Berücksichtigung dieser Korrektur ergibt sich für das erste Halbjahr 2026 der Anstieg um 1,5 Prozentpunkte.

Die SMI sieht das Tempo dennoch kritisch. „Der Smart Meter Roll-out verliert an Fahrt. Damit rücken die auf EU-Ebene diskutierten Ausbauziele von mindestens 50 Prozent Einbauquote in 2030 in weite Ferne“, sagt Matthias Martensen, Mitgründer von Ostrom und Sprecher der Initiative. Nach Berechnungen der SMI würde die Marke von 50 Prozent beim derzeitigen Tempo frühestens 2041 erreicht. Die Initiative fordert deshalb Änderungen am Messstellenbetriebsgesetz, um den Einbau zu vereinfachen.

Zudem setzt sich die SMI für das angekündigte „Smart Meter Light“ ein (wir berichteten). Sebastian Schaule, Head of Political & Public Affairs bei Octopus Energy, rechnet damit, dass der Roll-out weiter an Tempo verlieren könnte, weil zunehmend schwierigere Einbaufälle anstünden. Einfachere und günstigere Geräte sollen aus Sicht der Initiative eine breitere Nutzung ermöglichen.

Die Bundesnetzagentur geht unterdessen gegen Verteilnetzbetreiber vor, die die vorgegebenen Ausbauquoten nicht erreichen. Wie die SMI berichtet, hat die Behörde seit März 2026 gegen 434 Unternehmen Aufsichtsverfahren eingeleitet, weil sie die vorgeschriebene Quote von 20 Prozent nicht erfüllt hatten. Bei 77 Unternehmen lag die Quote demnach bei null Prozent. 150 Verfahren seien inzwischen eingestellt worden, etwa weil die Quote zwischenzeitlich erreicht oder die Grundzuständigkeit übertragen worden sei.

Als weiteres Hindernis nennt die SMI die Kosten des Smart-Meter-Betriebs. Nach von ihr zitierten Branchenangaben lasse sich dieser in Deutschland erst ab rund 500.000 Messstellen wirtschaftlich betreiben. Angesichts von mehr als 800 Messstellenbetreibern fordert die Initiative deshalb eine Konsolidierung des Markts.





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