Dienstag, 29. September 2026

denaKommunenumfrage zur Wärmeplanung zeigt geteiltes Bild

[29.09.2026] Die kommunale Wärmeplanung kommt voran, doch die Umsetzbarkeit der Pläne wird unterschiedlich beurteilt. Eine Umfrage der Deutschen Energie-Agentur unter 778 Kommunen zeigt zudem Lücken bei eingeplanten Ressourcen und der angenommenen Sanierungsrate.

Abweichungen zwischen Planung und verfügbaren Ressourcen zeigt die Befragung etwa beim Einsatz von Holz.

(Bildquelle: adobestock)

Immer mehr Kommunen gehen von der Wärmeplanung in die Umsetzung über. Nach der Kommunenumfrage 2026 der Deutschen Energie-Agentur (dena) befinden sich 40 Prozent der 778 teilnehmenden Kommunen in dieser Phase. Damit hat sich ihr Anteil gegenüber der Vorjahresumfrage mehr als verdoppelt. Weitere 32 Prozent erarbeiten derzeit ihren Wärmeplan, 18 Prozent bereiten die Planung vor. Neun Prozent sind noch nicht aktiv.

Bei der Einschätzung der Wärmepläne ergibt sich laut dena allerdings ein geteiltes Bild. 46 Prozent der Befragten halten die Planungen für realistisch, ebenso viele beurteilen sie als nicht realistisch. Acht Prozent gehen davon aus, dass die Planungen nicht umsetzbar sind. Positiv bewerten die Kommunen unter anderem die Qualität der Zielszenarien sowie Ausgangsbedingungen wie vorhandene Infrastruktur oder Energieversorgungsunternehmen.

Fortschreibung als nächster wichtiger Schritt

Die dena sieht deshalb vor allem in der Fortschreibung der Wärmepläne einen wichtigen nächsten Schritt. Robert Brückmann, Leiter des Kompetenzzentrums Kommunale Wärmewende (KWW) der dena, bezeichnet die bisherigen Pläne als Grundlage, um Zielszenarien weiterzuentwickeln und die Umsetzung genauer zu planen.

Abweichungen zwischen Planung und verfügbaren Ressourcen zeigt die Befragung etwa beim Einsatz von Holz. 41 Prozent der Kommunen planen Anlagen ein, die Holz zur Wärmeerzeugung nutzen. Von diesen Kommunen könnten nach eigenen Angaben jedoch nur 37 Prozent auf entsprechende Ressourcen aus eigenen Waldbeständen zurückgreifen.

Auch bei der energetischen Sanierung setzen viele Wärmepläne Annahmen voraus, die über dem heutigen Niveau liegen. 44 Prozent der Befragten rechnen mit einer Sanierungsrate von mehr als 1,5 Prozent im Gebäudebestand. Nach Angaben der dena liegt die bundesweite Rate derzeit unter einem Prozent. Um sie zu erhöhen, setzen 64 Prozent der Befragten auf Beratungs- und Informationsangebote. 26 Prozent nennen die Vorbildfunktion kommunaler Liegenschaften, 22 Prozent planen eigene Förderprogramme oder andere finanzielle Anreize.

Nachholbedarf bei der Umsetzung

Bei der Umsetzung besteht zudem Nachholbedarf bei der Verknüpfung von Wärmeplanung und Bauplanung. Erst elf Prozent der Kommunen, die ihre Wärmeplanung durchführen oder bereits umsetzen, sind laut Umfrage aktiv in der Bauplanung tätig. Rund ein Drittel diskutiert bereits konkrete Maßnahmen. 76 Prozent sehen Bedarf an einem Überblick über die rechtlichen und planerischen Möglichkeiten, Wärmeplanung und Bauplanungsrecht miteinander zu verbinden.

Eine weitere Aufgabe sehen die Kommunen in der Kommunikation. 83 Prozent der Befragten halten zusätzliche Maßnahmen für nötig, um die Akzeptanz bei Bürgerinnen und Bürgern zu erhöhen.
Die Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern beurteilen acht von zehn Kommunen als gut oder sehr gut. Positiv nennen 56 Prozent vor allem den regelmäßigen Austausch und die Erreichbarkeit. Kritik gibt es unter anderem an der Berichtsqualität, die 15 Prozent anführen. Jeweils elf Prozent nennen Probleme bei Datenerhebung und -qualität sowie bei der Kommunikation.





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