Freitag, 9. Oktober 2026

MiSpeLBundesnetzagentur erleichtert Nutzung von Stromspeichern

[09.10.2026] Die Bundesnetzagentur hat die Festlegung zur Marktintegration von Stromspeichern und Ladepunkten (MiSpeL) beschlossen. Künftig können Speicher und bidirektionale Ladepunkte sowohl Netzstrom als auch selbst erzeugten Solarstrom aufnehmen und ins Netz zurückspeisen, ohne dass die EEG-Förderung entfällt.
Grünes Licht für E-Mobilität: Baden-Württemberg födert den Kauf von E-Fahrzeugen und den Bau von Ladesäulen.

Stromspeicher und bidirektionale Ladepunkte werden mit der Festlegung zur MiSpeL weitgehend gleichgestellt.

(Bildquelle: K21 media GmbH)

Mit der Festlegung zur Marktintegration von Stromspeichern und Ladepunkten (MiSpeL) hat die Bundesnetzagentur neue Regeln für die flexible Nutzung von Stromspeichern und bidirektionalen Ladepunkten beschlossen. Wie die Behörde mitteilt, sollen damit bisherige Einschränkungen bei der Speicherung und Rückspeisung von Strom entfallen. Die Regelungen betreffen sowohl private Haushalte als auch Gewerbe und Industrie. Für Netz- und Messstellenbetreiber gilt eine Übergangsfrist bis Ende September 2027.

Bislang konnten nur solche Stromspeicher eine Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) erhalten, die ausschließlich mit erneuerbarem Strom geladen wurden. Die gleichzeitige Nutzung von Netzstrom war ausgeschlossen. Auch bidirektionale Ladepunkte, über die Elektrofahrzeuge Strom ins Netz zurückspeisen können, waren von der Förderung ausgenommen. Mit MiSpeL wird diese Trennung aufgehoben.

Zwischengespeicherter Strom wird weiterhin gefördert

Nach Angaben der Bundesnetzagentur bleibt die EEG-Förderung künftig auch für zwischengespeicherten Strom aus erneuerbaren Energien erhalten. Wird zuvor bezogener Netzstrom wieder eingespeist, können die entsprechenden Mengen zudem bei der Berechnung von Umlagen und Netzentgelten berücksichtigt werden. Dadurch verringern sich die Abgaben für den Netzbezug. Die Festlegung regelt, wie förderfähige und saldierungsfähige Strommengen voneinander abgegrenzt werden.

Für diese Abgrenzung stehen zwei Verfahren zur Verfügung. Die Abgrenzungsoption ermöglicht eine genaue Ermittlung der Strommengen und steht allen Anwendern offen. Dafür sind in der Regel zwei Zähler erforderlich, in bestimmten Fällen genügt einer. Die Pauschaloption richtet sich vor allem an Haushalte mit Photovoltaikanlagen bis 30 Kilowattpeak (kWp). Sie vereinfacht die Berechnung und kommt grundsätzlich mit einem Zähler aus.

Die neuen Regeln sollen es Betreibern ermöglichen, Stromspeicher und Elektrofahrzeuge stärker an den Strompreisen auszurichten. So können sie bei niedrigen Börsenstrompreisen Strom beziehen und bei hohen Preisen wieder einspeisen. Nach Einschätzung der Bundesnetzagentur lassen sich dadurch Stromkosten senken und zusätzliche Erlöse erzielen. Zugleich soll die flexible Nutzung von Speichern die Integration erneuerbarer Energien in den Strommarkt unterstützen.

Bidirektionale Ladepunkte werden gleichgestellt

Im Zuge der Konsultation hat die Bundesnetzagentur die Regelungen erweitert. Sie können nun auch in Verbindung mit ungeförderten Erneuerbare-Energien-Anlagen oder ohne eigene Stromerzeugung angewendet werden. Zudem wurden die Berechnungsformeln für bestimmte Sonderfälle vereinfacht. Stromspeicher und bidirektionale Ladepunkte werden dabei weitgehend gleichgestellt.

Für die Umsetzung der Festlegung haben Netz- und Messstellenbetreiber bis Ende September 2027 Zeit. Eine frühere Anwendung ist möglich, wenn Netzbetreiber und Messstellenbetreiber zustimmen. Die Pauschaloption kann allerdings erst genutzt werden, wenn die Europäische Kommission die gesetzliche Grundlage beihilferechtlich genehmigt hat.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Politik

Netzpaket: Redispatch-Vorbehalt stößt auf deutliche Kritik

[09.10.2026] Der geplante Redispatch-Vorbehalt im Netzpaket der Bundesregierung stößt bei zahlreichen Sachverständigen auf Widerstand. In einer Anhörung des Bundestags warnten sie vor rechtlichen Risiken und schlechteren Investitionsbedingungen für erneuerbare Energien. mehr...

Bremen: Fecker kritisiert Umschichtung von KTF-Mitteln

[07.10.2026] Bremens Finanzsenator Björn Fecker kritisiert, dass der Bund Einnahmen aus dem Emissionshandel künftig teilweise dem allgemeinen Haushalt statt dem Klima- und Transformationsfonds zuführen will. Nach Angaben der Bremer Finanzverwaltung geht es 2027 um 2,7 Milliarden Euro, bis 2030 könnten sich die Umschichtungen auf bis zu 13 Milliarden Euro summieren. mehr...

Energy Sharing: Impulspapier fordert klare Standards

[06.10.2026] Seit Juni 2026 ist Energy Sharing in Deutschland formal möglich, in der Praxis stehen Projekten aber noch Hürden bei Netzzugang, Bilanzierung und Abrechnung entgegen. Ein Impulspapier des Projekts Forum EnShare nennt zehn Empfehlungen, die den Einstieg erleichtern sollen. mehr...

Forschungsstelle für Energiewirtschaft: Pachtdeckel könnte EEG-Kosten deutlich senken

[06.10.2026] Eine Begrenzung der Pachten für Windenergieflächen könnte nach Berechnungen der Forschungsstelle für Energiewirtschaft die EEG-Förderkosten bis 2045 um Milliarden Euro senken. Bei der im Entwurf zum EEG 2027 vorgesehenen Obergrenze von 3,5 Prozent des Jahresumsatzes errechnet das Institut je nach Vergleichsszenario Einsparungen zwischen rund drei und 37 Milliarden Euro. mehr...

Hessen: Gesetzentwurf will Drohnenüberflüge ahnden

[02.10.2026] Hessen will das unbefugte Eindringen in Kritische Infrastruktur und nicht genehmigte Drohnenüberflüge mit einem neuen Straftatbestand ahnden. Einen entsprechenden Gesetzentwurf zum „gemeinschädlichen Hausfriedensbruch“ hat Justizminister Christian Heinz im Bundesrat vorgestellt. mehr...

bericht

Bundeswirtschaftsministerium: Eckpunkte für flexible KWK

[28.09.2026] Das Bundeswirtschaftsministerium will das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz bis 2035 verlängern und die Förderung stärker auf flexible, systemdienliche Anlagen ausrichten. Die Energiewirtschaft begrüßt die grundsätzliche Richtung, fordert aber unter anderem eine längere Laufzeit und Nachbesserungen bei Fördersätzen und Modernisierungen. mehr...

Novelle des KWKG: Verbände fordern Nachbesserungen

[23.09.2026] BDEW, VKU und AGFW begrüßen die Eckpunkte des Bundeswirtschaftsministeriums zur Novelle des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes. Nachbesserungsbedarf sehen die Verbände unter anderem bei Laufzeit, Fördersätzen und den Bedingungen für bestehende KWK-Anlagen. mehr...

Windenergie: Verbände fordern Südquote

[22.09.2026] Bei der jüngsten Ausschreibung für Windenergie an Land sind nach Angaben von Erneuerbaren-Verbänden nur knapp fünf Prozent der bezuschlagten Leistung auf Bayern und Baden-Württemberg entfallen. Die Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg und der Landesverband Erneuerbare Energien Bayern fordern deshalb Änderungen am Ausschreibungssystem und eine Südquote im EEG. mehr...

Pumpen in einer Kraft-Wärme-Kopplungsanlage

VKU: Stadtwerke zweifeln an Wärmewende-Ziel für 2045

[17.09.2026] Eine Umfrage des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) zeigt erhebliche Zweifel kommunaler Wärmeversorger am Zeitplan der Wärmewende. Drei Viertel der Befragten halten klimaneutrales Heizen bis 2045 unter den derzeitigen Rahmenbedingungen für unrealistisch. mehr...

BDEW/VKU: Kritik am BNetzA-Entwurf

[17.09.2026] BDEW und VKU haben Nachbesserungen bei der geplanten Kapitalverzinsung für Gasnetzbetreiber gefordert. Aus Sicht der Verbände reichen die von der Bundesnetzagentur vorgesehenen Zinssätze nicht aus, um die notwendigen Investitionen in die Transformation der Gasnetze zu finanzieren. mehr...

Bitkom: Besserer Schutz von Stromnetzen gefordert

[10.09.2026] Angesichts mutmaßlicher Sabotageversuche auf die Strominfrastruktur fordert der Digitalverband Bitkom einen stärkeren Schutz des Energiesystems. Neben physischen Angriffen müssten dabei auch Cyber-Attacken stärker berücksichtigt werden. mehr...

BDEW: Besserer Schutz für Kritische Infrastrukturen

[08.09.2026] Der BDEW dringt auf bessere Rahmenbedingungen für den Schutz der Energieversorgung. Der Verband fordert unter anderem weniger öffentlich zugängliche Infrastrukturdaten, eine wirksamere Drohnenabwehr und einen staatlich finanzierten Resilienzfonds. mehr...

Energiewende-Digitalisierungs-Allianz: Gesetzentwurf soll Netzbetreiber stärker in die Pflicht nehmen

[08.09.2026] Eine Allianz aus 17 Energieunternehmen fordert bundesweit einheitliche und digitale Verfahren für Netzanschlüsse und Netzbetrieb. Ein eigener Gesetzentwurf sieht 30 Maßnahmen vor – darunter finanzielle Ansprüche von Netznutzern, wenn Verteilnetzbetreiber gesetzliche Standards nicht einhalten. mehr...

Sachsen-Anhalt: Energiebranche mahnt Kontinuität an

[08.09.2026] Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt warnen Verbände und Unternehmen vor einem Bruch in der Energiepolitik. BEE, BWE und LichtBlick verweisen auf die wirtschaftliche Bedeutung der erneuerbaren Energien und fordern verlässliche Rahmenbedingungen für weitere Investitionen. mehr...