Baden-WürttembergErste Kommunen mit Kom.EMS zero zertifiziert

Das Energiemanagement-System Kom.EMS wird jetzt in drei Kommunen in Baden-Württemberg genutzt.
(Bildquelle: KEA-BW)
Als erste Städte in Deutschland haben Donaueschingen, Villingen-Schwenningen und Pirna die Zertifizierungsstufe „Start“ des Werkzeugs Kom.EMS zero erreicht. Wie die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA-BW) mitteilt, wurden die beiden baden-württembergischen Städte sowie das sächsische Pirna von ihren jeweiligen Landesenergieagenturen zertifiziert. Das System soll Kommunen helfen, ihren Energieverbrauch und ihre Treibhausgasemissionen systematisch zu erfassen und Maßnahmen zur Senkung der Emissionen zu planen.
Kom.EMS zero sieht drei Zertifizierungsstufen vor: „Start“, „Auf dem Weg“ und „Ziel“. In der ersten Stufe ermitteln Kommunen ihren Energieverbrauch und die damit verbundenen Treibhausgasemissionen. Diese Bestandsaufnahme bildet die Grundlage für weitere Maßnahmen auf dem Weg zu einer treibhausgasneutralen Verwaltung.
Das Werkzeug unterstützt die Kommunen dabei, Einsparpotenziale zu erkennen, Gebäudesanierungen zu planen und erneuerbare Energien einzubeziehen. Auch die Investitionsplanung sowie die Überwachung und Dokumentation der Fortschritte gehören zum System.
Vom Energiemanagement zur Treibhausgasneutralität
Kom.EMS zero wurde von den Landesenergieagenturen aus Baden-Württemberg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen entwickelt. Es baut auf dem Kommunalen Energiemanagement-System Kom.EMS auf, das nach Angaben der KEA-BW bereits von mehr als 1.800 Kommunen genutzt wird. Die Erweiterung um Kom.EMS zero war bereits 2024 angekündigt worden (wir berichteten).
Während die bisherige Variante Kom.EMS classic vor allem den laufenden Betrieb kommunaler Gebäude verbessern soll, berücksichtigt Kom.EMS zero sämtliche relevanten Energieverbrauchsstellen einer Verwaltung. Dazu zählen neben Rathäusern, Schulen und Sporthallen auch die Straßenbeleuchtung und der kommunale Fuhrpark.
Mit Kom.EMS classic lassen sich nach Erfahrungen der KEA-BW und der Sächsischen Energieagentur (SAENA) bis zu 30 Prozent der Energie- und Wasserkosten einsparen. Dazu tragen insbesondere eine optimierte Betriebsführung und Maßnahmen mit geringem Investitionsbedarf bei.
Kom.EMS zero geht darüber hinaus und soll den Kommunen eine langfristige Planung ermöglichen. Dazu gehört auch, Investitionen nach ihrem Nutzen und ihrer Wirtschaftlichkeit zu bewerten und in die kommunale Haushaltsplanung einzubeziehen.
Bundesweite Einführung geplant
Bislang steht Kom.EMS zero allen Kommunen in Baden-Württemberg zur Verfügung. In Sachsen wird das Werkzeug im Rahmen eines Pilotprojekts eingesetzt. Langfristig ist vorgesehen, es bundesweit bereitzustellen.
Bei der Anwendung werden Städte, Gemeinden und Landkreise von den jeweiligen Landesenergieagenturen sowie regionalen Energie- und Klimaschutzagenturen unterstützt.
Die drei zertifizierten Städte verfolgen unterschiedliche kommunale Klimaschutzziele. Villingen-Schwenningen strebt beispielsweise eine klimaneutrale Stadtverwaltung bis 2040 an. Mit der nun erreichten Zertifizierungsstufe haben die Kommunen zunächst die Grundlage geschaffen, um weitere Maßnahmen zur Senkung ihrer Treibhausgasemissionen zu planen und deren Umsetzung zu überprüfen.
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