Donnerstag, 5. November 2026

Branchenbarometer BiomethanWachstum trotz schwieriger Rahmenbedingungen

[05.11.2026] Die Biomethaneinspeisung in Deutschland steigt 2026 voraussichtlich um sechs Prozent auf rund 13 Terawattstunden. Laut dem aktuellen Branchenbarometer der Deutschen Energie-Agentur (dena) erschweren jedoch hohe Netzanschlusskosten, langwierige Genehmigungen und regulatorische Unsicherheiten neue Investitionen.

Biogasanlage: Insgesamt speisen derzeit 280 Anlagen Biomethan ins deutsche Gasnetz ein.

(Bildquelle: Fachverband Biogas)

Der deutsche Biomethanmarkt wächst weiter, doch der Ausbau neuer Produktionskapazitäten stockt. Wie aus dem jetzt veröffentlichten Branchenbarometer Biomethan 2026 der Deutschen Energie-Agentur (dena) hervorgeht, wird die Einspeisung in diesem Jahr voraussichtlich einen Höchstwert von rund 13 Terawattstunden (TWh) erreichen. Das entspricht einem Anstieg um sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt speisen derzeit 280 Anlagen Biomethan ins deutsche Gasnetz ein. Für 2027 wird die Fertigstellung weiterer 14 Anlagen mit einer jährlichen Einspeisemenge von rund 650 Gigawattstunden erwartet.

Neue Investitionen erschwert

Nach Angaben der dena beruht das aktuelle Wachstum allerdings überwiegend auf Projekten, die bereits 2022 und 2023 geplant wurden. Neue Investitionen werden insbesondere durch hohe Netzanschlusskosten, personelle Engpässe bei Netzbetreibern und Genehmigungsverfahren von bis zu zwei Jahren erschwert.

Wichtigster Wachstumstreiber ist derzeit der Verkehrssektor. Hier stieg der Biomethanabsatz 2025 um rund 13 Prozent auf 3,9 TWh. Zusätzliche Nachfrage aus dem Gebäudesektor erwartet die dena erst ab 2028. Unsicherheit besteht zudem bei der Stromerzeugung: Der aktuelle Entwurf des EEG 2027 sieht keine weiteren Ausschreibungen für Biomethananlagen vor. Damit könnte eine wichtige Investitionsperspektive für flexible Biomethan-Blockheizkraftwerke entfallen.

Angespanntes Geschäftsklima

Auch das Geschäftsklima bleibt angespannt. Rund die Hälfte der 31 befragten Branchenunternehmen bewertet die aktuelle Geschäftslage negativ. „Der Biomethanmarkt zeigt eine positive Entwicklung. Doch von einem stabilen Hochlauf sind wir noch entfernt“, erklärt dena-Geschäftsführerin Corinna Enders. Notwendig seien langfristig verlässliche politische Rahmenbedingungen, insbesondere beim Netzzugang und bei der künftigen Ausgestaltung der Grüngas- und Grünölquote für den Gebäudesektor. Das Branchenbarometer Biomethan wird seit 2012 jährlich von der dena veröffentlicht und untersucht die Marktentwicklung sowie die Einschätzungen der Branchenakteure.





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