Montag, 23. März 2026

50Hertz860 Millionen Euro für die Netze

[08.03.2021] 50Hertz steigert in diesem Jahr die Investitionen in die Energiewende-Infrastruktur. 860 Millionen Euro sind für Netze und Umspannwerke vorgesehen.
Umspannwerk: Der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz erhöht die Investitionen in die Netzinfrastruktur.

Umspannwerk: Der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz erhöht die Investitionen in die Netzinfrastruktur.

(Bildquelle: 50Hertz)

Für den Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz beginnt jetzt laut eigenen Angaben eine entscheidende Dekade der Energiewende. Das Unternehmen will bis 2025 fast doppelt so viel in die Netzinfrastruktur investieren wie in den zurückliegenden fünf Jahren. Allein in diesem Jahr seien 860 Millionen Euro an Investitionen eingeplant, rund 160 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Ziel sei es, Übertragungsleitungen und Umspannwerke fit zu machen, um immer mehr Strom aus erneuerbaren Energien sicher und zuverlässig in das Gesamtsystem zu integrieren. Im Jahr 2020 ist der Anteil der Erneuerbaren am gesamten Stromverbrauch im Netzgebiet von 50Hertz auf 62 Prozent gestiegen, berichtet der Übertragungsnetzbetreiber. Zugleich mussten immer weniger Windkraftanlagen abgeregelt werden, die Kosten für das gesamte so genannte Engpass-Management seien auf 33 Millionen Euro gefallen. 62 Prozent des Jahresstrombedarfs im Netzgebiet von 50Hertz – neben den ostdeutschen Flächenländern sind das die Stadtstaaten Hamburg und Berlin – wurde im Jahr 2020 durch Sonne, Wind und Biomasse gedeckt. Das sei ein neuer Rekord bei der Einspeisung von Grünstrom im Osten Deutschlands. Die installierte Leistung erneuerbarer Energien sei von rund 34 Gigawatt im Jahr 2019 auf 36 GW im Jahr 2020 gestiegen. Zugleich musste immer seltener in die Fahrweise von Erzeugungsanlagen eingegriffen werden. Bei diesem so genannten Engpass-Management (Einspeise-Management von Erneuerbare-Energien-Anlagen und Redispatch mit konventionellen Kraftwerken) konnte 50Hertz laut eigenen Angaben die Mengen von rund 2,5 Terawattstunden im Jahr 2019 auf nur noch 1,5 TWh (2020) senken. Die Kosten für diese Maßnahmen seien von 84 Millionen Euro (2019) auf 33 Millionen Euro (2020) gefallen. Im Jahr 2015 betrugen diese Kosten laut 50Hertz noch über 350 Millionen Euro.
Im Netzgebiet von 50Hertz sei der Ausbau der Infrastruktur im vergangenen Jahr vorangeschritten. Neben der Inbetriebnahme des deutsch-dänischen Offshore-Interkonnektors „Combined Grid Solution“ konnte demnach mit der 380-kV-Leitung Wolmirstedt – Stendal/West eine weitere Höchstspannungsleitung ans Netz gebracht werden. Zu den Top-Projekten zählt 50Hertz den SuedOstLink von Wolmirstedt bei Magdeburg bis zur Grenze nach Bayern. Offshore habe 50Hertz in diesem Jahr mit dem Kabellegen zum Anschluss der beiden Offshore-Windparks Baltic Eagle und Arcadis Ost 1 vor der Küste Rügens begonnen. In Bau befinden sich außerdem Freileitungsprojekte nördlich von Berlin (Nordring Berlin), zwischen Nordbrandenburg und Berlin (Uckermarkleitung), zwischen Sachsen und Thüringen (Pulgar bei Leipzig – Vieselbach bei Erfurt) sowie die Kabeldiagonale unterhalb von Berlin. „Wir haben das Netz in den vergangenen Jahren gut ausgebaut. Das zeigen auch die gesunkenen Kosten für die Eingriffe in die Fahrweise der Kraftwerke und der erneuerbaren Erzeugungsanlagen. Diesen erfolgreichen Weg wollen wir fortsetzen. Aber der Weg von der Gesetzgebung über die Planung, die Genehmigung, den Bau bis hin zur Inbetriebnahme ist weiterhin zu lang. Hier müssen alle Beteiligten prüfen, an welchen Stellschrauben wir drehen können“, erklärt Stefan Kapferer, Vorsitzender der 50Hertz-Geschäftsführung.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Netze | Smart Grid

Netzentwicklungsplan: Zweiten Entwurf bei Bundesnetzagentur eingereicht

[18.03.2026] Die Übertragungsnetzbetreiber haben den zweiten Entwurf des Netzentwicklungsplans Strom 2037/2045 veröffentlicht. Der Plan integriert nun auch das Szenario C und zeigt damit neue Perspektiven für den Ausbau des Höchstspannungsnetzes. mehr...

Stadtwerke Konstanz: Installation von Transformator

[10.03.2026] Die Stadtwerke Konstanz haben im Umspannwerk Weiherhof einen neuen 40-MVA-Transformator installiert. Der Ausbau reagiert auf den stark steigenden Strombedarf durch Wärmepumpen, Elektromobilität und neue Baugebiete und ist Teil einer langfristigen Netzstrategie. mehr...

Smight: Lösung integriert Kurzschlussanzeiger

[09.03.2026] Das Smight Grid2 Gateway Plus bindet erstmals Kurzschlussanzeiger aus der Mittelspannung direkt in eine Lösung zur Netzüberwachung ein. Verteilnetzbetreiber können damit Störungen schneller lokalisieren und erhalten gleichzeitig zusätzliche Transparenz über die Niederspannung. mehr...

Ostsee: Hybrider Strom-Interkonnektor geplant

[24.02.2026] Deutschland, Lettland und Litauen planen mit dem Baltic-German PowerLink einen hybriden Strom-Interkonnektor durch die Ostsee. Das rund 600 Kilometer lange Seekabel soll Offshore-Windparks anbinden und die Märkte enger koppeln – nun starten die Netzbetreiber die Detailplanung. mehr...

Mitnetz Strom: Zahl der Netzeingriffe gesunken

[17.02.2026] Der Verteilnetzbetreiber Mitnetz Strom hat 2025 erneut weniger Einspeisemanagement-Eingriffe verzeichnet – trotz neuer Rekorde bei erneuerbaren Energien. Grund sind umfangreiche Netzinvestitionen, doch weiter steigende EEG-Leistungen und politische Rahmenbedingungen bleiben entscheidend. mehr...

bericht

Balzhausen: Pilot für die Einspeise­steckdose

[09.02.2026] Die Einspeisesteckdose stellt übliche Ausschreibungsverfahren für erneuerbare Energien auf den Kopf. LEW Verteilnetz hat dieses Verfahren jetzt in seinem Netzgebiet im Rahmen eines Pilotprojekts in Balzhausen erprobt. mehr...

enercity Netz: Digitaler Zwilling von Niederspannungsnetz in Betrieb

[09.02.2026] enercity Netz hat einen Digitalen Zwilling für das Niederspannungsnetz in Betrieb genommen. Das virtuelle Echtzeitmodell soll die Netzführung in Hannover präziser machen und bereitet den Weg für automatisierte Steuerung, schnellere Entstörung und neue Planungsprozesse. mehr...

Westfalen Weser Netz: Niederspannungsleitsystem mit CLS-Management gekoppelt

[09.02.2026] Westfalen Weser Netz koppelt erstmals ein Niederspannungsleitsystem direkt mit dem CLS-Management. Der gestartete Pilotbetrieb zeigt, wie sich Netzzustände automatisiert steuern lassen und welche Rolle das für §14a EnWG spielt. mehr...

Hochspannungsmast mit mehreren Stromleitungen vor blauem Himmel mit Wolken.

Netzanschlüsse: Reifegrad statt Windhundprinzip

[06.02.2026] Die Übertragungsnetzbetreiber ändern das Verfahren für Netzanschlüsse grundlegend. Künftig ist nicht mehr die Schnelligkeit eines Antrags entscheidend, sondern dessen Umsetzbarkeit. Das Ziel besteht darin, einen transparenten und planbaren Prozess zu etablieren. mehr...

Hertener Stadtwerke: Stabiles Stromnetz

[05.02.2026] Das Stromnetz in Herten hat 2024 erneut eine sehr hohe Zuverlässigkeit erreicht. Mit einem SAIDI-Wert von rund 1,84 Minuten pro Haushalt liegt die Ausfallzeit deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. mehr...

BDEW: Milliardeninvestitionen in den Netzausbau gefordert

[02.02.2026] Neue Regionalszenarien der Stromverteilnetzbetreiber zeigen einen drastisch steigenden Bedarf an Netzanschlüssen bis 2045. Der BDEW fordert deshalb Milliardeninvestitionen in den Netzausbau und bessere regulatorische Rahmenbedingungen, um privates Kapital zu mobilisieren. mehr...

Hessen: Projektstart von SGLive

[26.01.2026] Mit dem Projekt SGLive startet in Hessen ein dreijähriges Vorhaben zur Digitalisierung der Verteilnetze und zur Stärkung der Resilienz des Energiesystems. Die Hochschule Darmstadt, das Ingenieurbüro Pfeffer und die Denkfabrik House of Energy arbeiten dabei mit rund einer Million Euro EU-Kofinanzierung an Smart-Grid-Technologien und IT-Sicherheitskonzepten. mehr...

Hamburger Energienetze: eRound bündelt drei digitale Lösungen

[05.12.2025] Die Hamburger Energienetze bündeln unter der Marke eRound drei digitale Lösungen für Lade-Infrastruktur, Verteilnetze und Smart-City-Anwendungen. Ziel ist eine effizientere Steuerung der Energiewende und ein transparenter Blick auf den Zustand kritischer Infrastruktur. mehr...

TransnetBW: Gesetz zur Strompreis-Senkung verabschiedet

[04.12.2025] Ein staatlicher Zuschuss von 6,5 Milliarden Euro soll 2026 die Netzentgelte und damit die Strompreise für Verbraucherinnen und Verbraucher spürbar dämpfen. Bundestag und Bundesrat haben das entsprechende Gesetz verabschiedet. mehr...

Niederviehbach: Zweite Einspeisesteckdose gestartet

[02.12.2025] In Niederviehbach ist das zweite bayerische Pilotprojekt zur sogenannten Einspeisesteckdose gestartet. Damit soll laut Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger der Netzausbau schneller, effizienter und planbarer werden. mehr...