Freitag, 9. Oktober 2026

BMWKBEW gestartet

[22.09.2022] Ab sofort können im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) Anträge für die erneuerbare Wärmeerzeugung gestellt werden. Bis zum Jahr 2026 stehen hierfür drei Milliarden Euro zur Verfügung.

Die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) zur Umstellung der Fernwärme auf erneuerbare Energien ist jetzt in Kraft getreten. Wie das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) mitteilt, stehen bis zum Jahr 2026 rund drei Milliarden Euro für die erneuerbare Wärmeerzeugung etwa aus Geothermie, Solarthermie und den Einsatz von Großwärmepumpen sowie weitere Wärmenetzinfrastruktur zur Verfügung. Die BEW unterstütze den Bau neuer Wärmenetze mit mindestens 75 Prozent erneuerbaren Energien und Abwärme und die Dekarbonisierung bestehender Netze.
Vor allem in Städten sei der Anschluss an die zunehmend klimaneutrale Fernwärme der entscheidende Weg, um von Öl- und Gasheizungen wegzukommen. Und gerade im ländlichen Raum entstünden auch neue klimafreundliche Nahwärmenetze, die alte Ölheizungen oder Gasthermen in den Gebäuden ersetzen.
Die Förderung richtet sich unter anderem an Energieversorgungsunternehmen, Kommunen, Stadtwerke und eingetragene Vereine/Genossenschaften, die über die neue Förderung Zuschüsse für Investitionen in Wärmenetze erhalten können. So könne künftig beispielsweise eine Kommune oder eine Genossenschaft Zuschüsse erhalten, wenn diese ein Nahwärmenetz im Neubaugebiet errichtet oder ein Stadtwerk das bisher über Kohle-KWK betriebene Fernwärmenetz auf erneuerbare Energien und Abwärme umstellt.

Zur Förderung im Einzelnen

In einem ersten Schritt würde eine Projektphase Machbarkeitsstudien für neue Wärmenetze und Transformationspläne für die Umstellung bestehender Netze auf erneuerbare Energien und Abwärme gefördert.
Kernstück der BEW sei dann in einem weiteren Schritt die Förderung von Investitionen und teilweise sogar Betriebskosten, wenn die in den Machbarkeitsstudien und Transformationsplänen beschriebenen Maßnahmen umgesetzt werden.
Die Investitionskostenförderung erfolge in Höhe von maximal 40 Prozent der Investitionen in Erzeugungsanlagen und Infrastruktur. Fördergegenstände seien unter anderem Anlagen zur Wärmebereitstellung aus erneuerbaren Energien (Tiefe Geothermie, Solarthermie, Großwärmepumpen zur Nutzung von Umweltwärme, Biomasse), die Einbindung von unvermeidbarer Abwärme sowie Infrastrukturmaßnahmen zur Wärmeverteilung und Optimierung des Netzbetriebs.
Für die Wärmeerzeugung aus strombasierten Wärmepumpen und Solarthermieanlagen werde zusätzlich eine Betriebskostenförderung über einen Zeitraum von zehn Jahren gewährt. Für schnell realisierbare Einzelmaßnahmen, also Solarthermieanlagen, Wärmepumpen, Biomassekessel, Wärmespeicher, Rohrleitungen und Wärmeübergabestationen, könne zudem eine Investitionskostenförderung nach vereinfachten Anforderungen beantragt werden, es sei also keine Machbarkeitsstudie oder kein Transformationsplan erforderlich.
Förderanträge könnten ab sofort über die Internet-Seite des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gestellt werden.
Auf Basis der verfügbaren Haushaltsmittel von 2,98 Milliarden Euro sollen bis 2030 die Installation von durchschnittlich bis zu 681 Megawatt erneuerbarer Wärmeerzeugungsleistung pro Jahr gefördert und Investitionen von durchschnittlich rund 1.174 Millionen Euro jährlich angestoßen werden.



Stichwörter: Wärmeversorgung, BEW, BMWK


Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Wärmeversorgung

Dresden: Wärmeplan beschlossen

[07.10.2026] Der Dresdner Stadtrat hat den kommunalen Wärmeplan beschlossen und dabei Prüfgebiete ausgeweitet sowie den Maßnahmenplan angepasst. Mit dem Digitalen Energielotsen setzt die Stadt bereits eine Maßnahme um, die Gebäudeeigentümer bei Fragen zu Wärmeversorgung, Sanierung und Heizungstausch unterstützen soll. mehr...

N-Ergie: Genehmigung für Altholz-Heizkraftwerk

[05.10.2026] N-Ergie hat die Genehmigung für ein neues Altholz-Heizkraftwerk am Standort Nürnberg-Sandreuth erhalten. Die Anlage soll ab Ende 2029 Strom und Fernwärme erzeugen und bis zu 40 Megawatt thermische Leistung bereitstellen. mehr...

Naturstrom: Kölner Quartier wird mit Solarstrom und Wärmepumpe versorgt

[02.10.2026] Ein neues Wohnquartier in Köln-Ehrenfeld wird mit Photovoltaik und Wärmepumpen mit Strom und Wärme versorgt. Naturstrom hat das Energiekonzept für die 91 Wohneinheiten umgesetzt und bereitet zudem alle Tiefgaragenstellplätze für Wallboxen vor. mehr...

Stadtwerke Energie Jena-Pößneck: Großwärmepumpe für Abwasserwärme

[02.10.2026] Die Stadtwerke Energie Jena-Pößneck konkretisieren ihre Pläne, Abwasserwärme aus der Kläranlage Jena-Zwätzen für das Wärmenetz zu nutzen. Eine Investitionsentscheidung für das Projekt ANIKA soll 2027 fallen. mehr...

Kommunale Wärmeplanung: Umsetzung bleibt unverbindlich

[01.10.2026] Fast alle deutschen Großstädte haben fristgerecht eine kommunale Wärmeplanung vorgelegt. Eine Analyse des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln von 57 Wärmeplänen zeigt jedoch Grenzen des Instruments bei der Umsetzung auf. mehr...

evm/Iqony: Wärmegeschäft in Koblenz gebündelt

[30.09.2026] Energieversorgung Mittelrhein und Iqony bündeln zum 1. Oktober 2026 ihr Wärmegeschäft im Koblenzer Stadtteil Rauental. Die gemeinsame Gesellschaft Wärme Moselbogen soll die bestehenden Netze verbinden und bis 2034 rund 500 weitere Gebäude anschließen. mehr...

dena: Kommunenumfrage zur Wärmeplanung zeigt geteiltes Bild

[29.09.2026] Die kommunale Wärmeplanung kommt voran, doch die Umsetzbarkeit der Pläne wird unterschiedlich beurteilt. Eine Umfrage der Deutschen Energie-Agentur unter 778 Kommunen zeigt zudem Lücken bei eingeplanten Ressourcen und der angenommenen Sanierungsrate. mehr...

Fraunhofer IEG: KI-Plattform soll Wärmeplanung verständlicher machen

[29.09.2026] Das Forschungsprojekt HEATogether will eine KI-gestützte Plattform entwickeln, die Ergebnisse der Wärmeplanung für Kommunen, Energieversorger und Bürger verständlicher aufbereitet. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert das Vorhaben für drei Jahre mit rund 1,2 Millionen Euro. mehr...

Advertorial: Wärmewende für Stadtwerke finanzierbar machen – Was erfolgreiche Wärmeprojekte ausmacht

[24.09.2026] Die Wärmewende erfordert von Stadtwerken enorme Investitionen – und häufig wird ausgerechnet das knappe Eigenkapital zum Engpass. Wie sich Wärmeprojekte dennoch finanzieren und bis zur Investitionsreife entwickeln lassen und welche Rolle starke Partner dabei spielen, zeigt die Steag Iqony Group. mehr...

Stuttgart: Rechenzentrum versorgt Wärmenetz

[24.09.2026] Im Stuttgarter Synergiepark ist eine neue Wärmeversorgung mit Abwärme aus einem Rechenzentrum in Betrieb gegangen. Das Gebäudenetz soll jährlich rund fünf Gigawattstunden Wärme liefern und bildet den Ausgangspunkt für den weiteren Ausbau der Wärmeversorgung im Quartier. mehr...

Tettnang: Nahwärmenetz geht in Betrieb

[24.09.2026] In Tettnang ist nach 14 Monaten Bauzeit das neue Nahwärmenetz schrittweise in Betrieb gegangen. Die ersten öffentlichen und privaten Gebäude werden seit Mitte September mit Wärme aus regionalen Holzhackschnitzeln versorgt. mehr...

Stadtwerke Münster: Zweite Großwärmepumpe ist in Betrieb

[23.09.2026] Die Stadtwerke Münster haben am Stadthafen ihre zweite Großwärmepumpe in den Regelbetrieb genommen. Die Anlage nutzt Wärme aus dem Dortmund-Ems-Kanal und soll mit zwei Megawatt Leistung Fernwärme für rund 800 Haushalte erzeugen. mehr...

Baden-Württemberg: Aquathermie bietet großes Potenzial

[22.09.2026] Ein Gutachten des Instituts für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (ifeu) sieht in Flüssen und Seen ein erhebliches Potenzial für die Wärmeversorgung in Baden-Württemberg. Bis 2030 könnten Gewässerwärmepumpen demnach jährlich mindestens 2,5 Terawattstunden Wärme bereitstellen. mehr...

Waldalgesheim: Solarthermie ergänzt Nahwärmenetz

[22.09.2026] Waldalgesheim erweitert sein seit mehr als 20 Jahren bestehendes Nahwärmenetz um eine Solarthermieanlage. Sie soll künftig rund 26 Prozent des jährlichen Wärmebedarfs decken und den Verbrauch von Holzhackschnitzeln reduzieren. mehr...

Blick über den Main auf die Frankfurter Skyline. Im Vordergrund überquert eine Straßenbahn auf einer Brücke den Fluss, dahinter erheben sich die Hochhäuser der Innenstadt und der Frankfurter Dom.

Frankfurt am Main: Wärmeplan laut Gutachten rechtswidrig

[21.09.2026] Ein vom Bündnis Wärmewende Frankfurt am Main beauftragtes Rechtsgutachten sieht rechtliche Mängel im kommunalen Wärmeplan der Stadt. Das Bündnis fordert deshalb Nachbesserungen vor der geplanten Beschlussfassung am 1. Oktober. mehr...