Donnerstag, 7. Mai 2026

Last-ManagementDas Netz in Balance halten

[23.07.2018] Durch ein intelligentes Last-Management sorgt der E-Mobility-Regler von BTC für Entspannung beim Aufladen von Elektroautos. Wie der BTC | GRID Agent dazu beiträgt, Überlastungssituationen zu entschärfen, wird in einem Simulationsprojekt deutlich.
Im Rahmen der Simulation wurden von BTC verschiedene Szenarien untersucht. Im so genannten Worst-Case-Szenario wurde angenommen

Im Rahmen der Simulation wurden von BTC verschiedene Szenarien untersucht. Im so genannten Worst-Case-Szenario wurde angenommen, dass jeder Haushalt im Netzgebiet über ein Elektrofahrzeug verfügt.

(Bildquelle: Petair/Fotolia.com)

Die zunehmende Nachfrage nach Elektrofahrzeugen freut die Politik, lässt aber zugleich die Sorge wachsen, dass es zu einem Strom-Blackout kommt. Denn auf die zusätzlichen Leistungen und Gleichzeitigkeiten von Ladevorgängen sind die Niederspannungsnetze – besonders in den Randzonen der Städte – nicht ausgelegt. Mit der richtigen Technik ist die Sorge aber unbegründet.
Das zeigt ein Simulationsprojekt des Unternehmens BTC Business Technology Consulting. Es müssen also weder die Bagger anrücken, um das Netz und die Leitungen sofort zu ertüchtigen, noch haben sich die Interessenten von Elektrofahrzeugen in Geduld zu üben. Der E-Mobility-Netzregler von BTC ermöglicht die Versorgung der Elektrofahrzeuge durch ein intelligentes Last-Management – sei es in Wohnquartieren, städtischen Parkhäusern oder in Fuhrparks von Unternehmen.

Überlastung verhindern

Der BTC | GRID Agent für E-Mobility, der im Feld- oder im Netzleitsystem verbaut wird, balanciert die Stromlasten so aus, dass es zu keiner Überlastung im Stromnetz kommt. Ein Simulationsprojekt von BTC untersuchte in einem gut ausgebauten Netzgebiet von EWE NETZ, ob der Netzregler hält, was er verspricht. Dafür baute Lutz Lehmann, Junior Consultant bei BTC, auf Basis realer Verbrauchsdaten sowie den Infrastrukturinformationen aus einem Wohnquartier mit 25 Haushalten ein Simulationsszenario auf. Innerhalb dieses Szenarios konnte das BTC-Team testen, wie viele Elektrofahrzeuge das Netz problemlos verkraftet und wie der E-Mobility-Regler hilft, Überlastungssituationen zu entschärfen.
Das Ergebnis: Wenn knapp die Hälfte der 25 Haushalte eines Netzgebiets ein E-Auto fährt und dieses in den Abendstunden in der Privatgarage auflädt, sind die Fahrzeuge nach drei Stunden vollständig aufgeladen. Erst ab dem elften E-Auto mit einer Leistungsaufnahme von 22 Kilowatt (kW) kommt es zu einem kleinen Leistungsabfall, sodass es etwas länger dauert, bis alle Autos aufgeladen sind.

Leistungsaufnahme ausbalancieren

Prinzip des BTC | Grid Agent ist es, die Leistungsaufnahme an einem Ladepunkt sowie die vorhandene Netzkapazität auszubalancieren. Das heißt: Wollen alle 25 Haushalte ihre Elektrofahrzeuge gleichzeitig aufladen, drosselt der Regler die Leistungsaufnahme so, dass zwar alle angeschlossenen Autos Strom bekommen, es aber länger dauert, bis die Akkus vollständig geladen sind. „Eine solche marginale Herabregelung des Stroms ist verkraftbar, vor allem wenn man bedenkt, dass es nicht so schnell dazu kommen wird, dass jeder Haushalt ein Elektroauto fährt“, erläutert Bernd Hillers, Business Developer bei BTC, und betont: „Die Maßnahme, die Ladeleistung herunterzuregeln, hilft einem Netzbetreiber, die Herausforderung der E-Mobility zu meistern.“
„Damit verringert sich die Sorge, dass zu viele E-Autos die Netzstabilität durch Überlastung gefährden könnten“, sagt BTC-Junior-Consultant Lutz Lehmann und ergänzt: „Es entfällt auch das Muss, das Leitungsnetz schnell auszubauen. Das heißt, der Netzregler hebt vorhandene Effizienzen im Stromnetz, sodass der klassische Netzausbau nicht sofort angepackt werden muss.“

Simulationsprojekt im Detail

In dem betrachteten Niederspannungsnetz ist eine Ortsnetzstation von 250 Kilovoltampere (kVA) verbaut, die für die Versorgung von 25 Haushalten zuständig ist. Im Netzgebiet existiert bis dato keine Lade-Infrastruktur für Elektrofahrzeuge. Für die Simulation wurde angenommen, dass sämtliche 25 Haushalte einen 22-kW-Ladepunkt besitzen. Diese Ladegeschwindigkeit versteht sich als Schwellenwert, der maximal in einem Niederspannungsnetz bedient werden kann. Eine solche Ladeleistung wird von einigen am Markt erhältlichen Fahrzeugmodellen beim Laden mit Wechselstrom (AC-Laden) erreicht; die meisten Modelle bewegen sich im einstelligen Kilowattbereich. Des Weiteren wurde eine Akkukapazität von 40 Kilowattstunden (kWh) bei den Elektrofahrzeugen angenommen. Im Benchmark mit den aktuellen Elektrofahrzeugen ist dies ein Wert im oberen Mittelfeld, der eine Reichweite von circa 400 Kilometern gemäß NEFZ (Neuer Europäischer Fahrzyklus) erlaubt. #bild2
Im Rahmen der Simulation wurden von BTC verschiedene Szenarien untersucht. Im so genannten Worst-Case-Szenario wurde angenommen, dass jeder Haushalt im Netzgebiet über ein Elektrofahrzeug verfügt. Die Ladevorgänge beginnen um 17 Uhr mit einem Akkufüllstand von Prozent. Der Netzregler beginnt aufgrund spannungsbedingter Engpässe im betrachteten Netzgebiet ab fünf Fahrzeugen in den Ladevorgang einzugreifen. Ein Regeleingriff beziehungsweise eine Reduktion der Ladeleistung wirkt sich verzögernd auf den Akkufüllstand aus, da erst ab dem elften Fahrzeug der Akku nicht vollständig geladen wird.

Siebeneinhalb Stunden Ladezeit im Worst-Case-Szenario

Nach einer Ladedauer von vier Stunden erreichen 25 Fahrzeuge 50 Prozent der Nenn-Akkukapazität, mit der eine Wegstrecke von rund 150 Kilometern zurückgelegt werden kann. Werden 15 Elektrofahrzeuge gleichzeitig geladen, wird nach vier Stunden ein Akkustand von 84 Prozent erreicht.
Bereits nach fünf Stunden Ladedauer ist der Akku im Worst Case wieder voll, wenn 15 Haushalte im Wohngebiet ein Elektrofahrzeug besitzen und gleichzeitig laden. Besitzt tatsächlich jeder Haushalt ein E-Auto und diese hängen alle gleichzeitig am Netz, dauert es sechs Stunden bis jedes Fahrzeug zu 76 Prozent geladen ist. Um alle Autos im Worst-Case-Szenario zu 100 Prozent aufzuladen, sind siebeneinhalb Stunden notwendig.

Herstellerunabhängig einsetzbar

Der IT-basierte BTC | GRID Agent Netzregler für E-Mobility kann herstellerunabhängig eingesetzt werden und erkennt kritische Situationen in der Ladesäulen-Infrastruktur. Wenn es zu Lastspitzen kommt, greift er steuernd ein. Auch Regelungsaufgaben, wie etwa Spannungsbandregelungen oder das Blindleistungsmanagement, kann der Regler übernehmen, da er optional über ein integriertes Netzmodell sowie über Netzberechnungsfähigkeiten verfügt.

Gabi Visintin ist zuständig für die Pressearbeit der BTC Business Technology Consulting AG


Stichwörter: Elektromobilität, avat, BTC


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Elektromobilität

Bindlach: E.ON nimmt Schnelllade-Standort in Betrieb

[27.04.2026] E.ON nimmt in Bindlach bei Bayreuth einen neuen Schnelllade-Standort mit bis zu 400 Kilowatt Leistung in Betrieb. Die Anlage ist Teil des Deutschlandnetzes und zeigt, wie Infrastruktur, Komfort und erneuerbare Energie beim Laden zusammenwachsen. mehr...

Tiefgarage eines Mehrfamilienhauses mit mehreren an der Betonwand montierten Wallboxen. Ein blaues Elektroauto steht an einem Ladeplatz und ist mit einer Ladestation verbunden. Entlang der Wand verläuft eine sichtbare Stromschiene mit mehreren Anschlüssen für Ladepunkte.

Hager: Ladelösungen für Mehrfamilienhäuser

[24.04.2026] Mit Blick auf das neue Förderprogramm des Bundesministeriums für Verkehr für Lade-Infrastruktur in Mehrparteienhäusern verweist Hager auf eigene Systeme für solche Anwendungen. Nach Angaben des Unternehmens richten sich die Lösungen an private, halböffentliche und öffentliche Einsatzorte. mehr...

LichtBlick: Monopolanalyse warnt vor Marktkonzentration bei Ladesäulen

[22.04.2026] LichtBlick diagnostiziert in seiner Monopolanalyse 2026 eine starke Marktkonzentration an öffentlichen Ladesäulen mit dominierenden Einzelbetreibern. Die Studie sieht darin ein Risiko für Wettbewerb, Preise und Tempo der Elektromobilität – und schlägt ein alternatives Marktmodell vor. mehr...

BNM: Fachgipfel zur günstigeren Lade-Infrastruktur

[22.04.2026] Der Bundesverband Neue Mobilität treibt neue Konzepte für transparenteres und kostengünstigeres öffentliches Laden von Elektrofahrzeugen voran. Auf einem Fachgipfel in Berlin stellten Experten konkrete technische und regulatorische Ansätze vor, die Milliarden-Einsparungen ermöglichen könnten. mehr...

Fünf Elektroautos von Volkswagen stehen nebeneinander auf einem Parkplatz vor einem modernen Gebäude. Die Fahrzeuge sind in Rot, Blau, Weiß, Grau und Rot lackiert. Im Hintergrund sind Bäume und ein heller Himmel zu sehen.

BDEW: Starkes Jahr für die Elektromobilität

[16.04.2026] Die Elektromobilität in Deutschland ist nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft im Jahr 2025 deutlich gewachsen. Auch das erste Quartal 2026 habe den Trend fortgesetzt. mehr...

Drei weiße Wallboxen für Elektroautos sind an einer Innenwand montiert und über Kabelkanäle mit Sicherungskästen verbunden. An der mittleren Ladestation steckt ein Ladekabel. Die Wand ist grau und im unteren Bereich grün gestrichen.

Ladeinfrastruktur: Bund fördert Ladepunkte in Mehrparteienhäusern

[16.04.2026] Das Bundesministerium für Verkehr startet ein neues Förderprogramm für Ladeinfrastruktur an Mehrparteienhäusern. Dafür stehen bis zu 500 Millionen Euro bereit. Ziel ist laut Ministerium, den Zugang zu Lademöglichkeiten für Millionen Bewohnerinnen und Bewohner zu verbessern. mehr...

Vier Männer stehen vor drei neuen elektrischen Linienbussen der Stadtwerke Neuss auf einem Betriebshof und präsentieren die moderne, emissionsfreie Fahrzeugflotte.

Stadtwerke Neuss: Elektrobusse aus China

[10.04.2026] Die Stadtwerke Neuss haben sechs weitere Elektrobusse in Betrieb genommen. Die neuen Fahrzeuge ersetzen Dieselbusse und sollen den CO₂-Ausstoß deutlich senken. Insgesamt umfasst die Flotte nun 17 E-Busse. mehr...

Luftaufnahme einer modernen Busanlage der BVG in Berlin: Auf einem großflächigen Betriebshof stehen zahlreiche gelbe Elektrobusse in Reih und Glied an Ladeplätzen unter überdachten Infrastrukturen. Mehrere Funktionsgebäude mit begrünten Dächern und Solaranlagen umgeben das Gelände. Im Hintergrund verläuft ein Fluss mit Brücke, daneben erstrecken sich Grünflächen und die städtische Bebauung.

Berlin: Neuer Betriebshof für E-Busse

[07.04.2026] In Berlin-Treptow-Köpenick baut die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) einen neuen Betriebshof für Elektrobusse. Der Standort an der Köpenicker Landstraße soll 2027 in Betrieb genommen werden. Damit soll die wachsende E-Busflotte unterstützt werden. mehr...

Stuttgart: Neue Schnellladepunkte direkt am Straßenrand

[07.04.2026] In Stuttgart startet erstmals öffentliches Schnellladen für Elektroautos direkt am Straßenrand. Die neuen DC-Ladepunkte der Stadtwerke erweitern das Ladenetz deutlich und sollen den Umstieg auf Elektromobilität beschleunigen. mehr...

BMV: Mehrparteienhäuser sollen Lade-Infrastruktur erhalten

[26.03.2026] Das Bundesverkehrsministerium startet ein 500-Millionen-Euro-Programm für Lade-Infrastruktur in Mehrparteienhäusern. Damit soll der Ausbau privater Lademöglichkeiten deutlich beschleunigt werden – ein Engpass, der bislang viele am Umstieg auf E-Mobilität hindert. mehr...

Baden-Württemberg: Pilotprojekt zum Laden von E-Autos gestartet

[24.03.2026] Das Pilotprojekt LadeFlexBW erprobt intelligentes, netz- und marktdienliches Laden privater Elektrofahrzeuge unter Alltagsbedingungen. Der Feldtest in Baden-Württemberg soll zeigen, wie sich dezentrale Flexibilität auch ohne Smart Meter wirtschaftlich nutzen lässt. mehr...

Berlin: Ausbau der Lade-Infrastruktur auf öffentlichen Flächen

[23.03.2026] Berlin baut die Lade-Infrastruktur auf eigenen Liegenschaften aus und hat 61 neue Ladepunkte installiert. Das Pilotprojekt soll zeigen, wie öffentliche Flächen den Umstieg auf Elektromobilität beschleunigen können und welche Rolle sie für die Klimaziele der Stadt spielen. mehr...

eMob#2: Fachkonferenz zur E-Mobilität

[20.03.2026] Die Fachkonferenz eMob#2 stellt aktuelle Lösungen für Lade-Infrastruktur, Flottenmanagement und Abrechnung in den Mittelpunkt. Das Branchentreffen Ende April in Frankfurt am Main zeigt, wie Betreiber ihre E-Flotten effizienter steuern und abrechnen können. mehr...

Flotte! Der Branchentreff: Hager präsentiert witty flex

[17.03.2026] Hager stellt mit witty flex eine bidirektionale Ladestation für Elektrofahrzeuge vor. Das System soll Energie nicht nur ins Auto laden, sondern auch ins Gebäude zurückspeisen – und zeigt damit, wohin sich Lade-Infrastruktur für Gebäude und Flotten entwickelt. mehr...

Rheinmetall/TankE: Kooperation zu Ladebordsteinen

[16.03.2026] Rheinmetall und TankE wollen den Ladebordstein als integrierte Lade-Infrastruktur für Elektrofahrzeuge in die Fläche bringen. Die strategische Partnerschaft soll den Ausbau öffentlicher und privater Ladepunkte beschleunigen – vor allem dort, wo klassische Ladesäulen an Platz- oder Bauvorgaben scheitern. mehr...