Mittwoch, 22. April 2026

BerlinAusbau der Lade-Infrastruktur auf öffentlichen Flächen

[23.03.2026] Berlin baut die Lade-Infrastruktur auf eigenen Liegenschaften aus und hat 61 neue Ladepunkte installiert. Das Pilotprojekt soll zeigen, wie öffentliche Flächen den Umstieg auf Elektromobilität beschleunigen können und welche Rolle sie für die Klimaziele der Stadt spielen.

Berlin tankt Strom.

v. l. : Chris Werner, Geschäftsführung Berliner Stadtwerke; Dr. Matthias Hardinghaus Geschäftsführer, BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH; Gernot Lobenberg, Berliner Agentur für Elektromobilität eMO; Staatssekretär Dr. Severin Fischer, Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe; Dr. Hoffmann, Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten

(Bildquelle: BIM/Jochen Eckel)

Berlin erweitert die Lade-Infrastruktur für Elektrofahrzeuge gezielt auf landeseigenen Flächen und hat dafür 61 neue Ladepunkte an fünf Standorten in Betrieb genommen. Wie die Berliner Stadtwerke mitteilen, entstand das Projekt seit dem vergangenen Sommer in Zusammenarbeit mit der Stadt Berlin, dem Berliner Immobilienmanagement und der Berliner Agentur für Elektromobilität eMO.

Die Ladepunkte umfassen sowohl Normal- als auch Schnelllade-Einrichtungen und befinden sich unter anderem an Bezirksämtern, einer Kfz-Zulassungsstelle, einem Museum und in einem Gewerbegebiet. Sie sind öffentlich zugänglich und richten sich nicht nur an Beschäftigte und Besucher der Einrichtungen, sondern auch an Anwohnende. Ziel ist es, Lade-Infrastruktur stärker in den Alltag zu integrieren und so den Umstieg auf elektrische Antriebe zu erleichtern.

Staatssekretär Severin Fischer betont, dass die Mobilitätswende nur gelingt, wenn Lade-Angebote dort verfügbar sind, wo Menschen sie regelmäßig benötigen. Das Projekt setze die Gesamtstrategie Lade-Infrastruktur konkret um und verbinde öffentliche Nutzung mit wohnortnahen Angeboten. Parallel fördert das Land über Programme wie WELMO auch den Aufbau von Ladepunkten in Wohnquartieren.

Die Berliner Immobilienmanagement sieht in der Umsetzung einen Beleg dafür, dass sich Lade-Infrastruktur auch in komplexen Bestandsgebäuden zügig realisieren lässt. Weitere Standorte sind bereits geplant, um die technische Basis für eine nachhaltige Nutzung öffentlicher Gebäude auszubauen. Die Berliner Stadtwerke verweisen auf ihre langjährige Zusammenarbeit mit der BIM, etwa bei Solaranlagen und integrierten Energiekonzepten, die nun um den Bereich Elektromobilität erweitert wird.

Nach Angaben der eMO versteht sich das Projekt als Auftakt für eine breitere Öffnung landeseigener Flächen auch für externe Betreiber. Die Agentur will den weiteren Ausbau mit Bedarfsanalysen und technischer Planung begleiten. Für das Pilotvorhaben stellte das Land bis zu 1,4 Millionen Euro bereit, um Erfahrungen für den weiteren Roll-out zu sammeln.

Ab 2026 sollen private Anbieter stärker eingebunden werden, um den Ausbau wettbewerblich zu organisieren und zusätzliche Standorte zu erschließen. Hintergrund ist der steigende Bedarf: In Berlin sind derzeit rund 90.000 Elektrofahrzeuge zugelassen, bei etwa 7.100 öffentlich zugänglichen Ladepunkten. Prognosen gehen davon aus, dass die benötigte Ladeleistung bis 2030 auf etwa zwei Gigawatt wachsen wird.

Das Projekt ist Teil der Gesamtstrategie Ladeinfrastruktur, die der Senat im April 2024 beschlossen hat. Sie soll dazu beitragen, die Elektrifizierung des Verkehrs voranzutreiben und das Ziel der Klimaneutralität bis 2045 zu erreichen.





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