Donnerstag, 22. Oktober 2026

Customer Relationship ManagementDer Kunde ist der Schlüssel zum Erfolg

[28.06.2013] Der zunehmende Wettbewerb zwingt die Stadtwerke, sich mit einem IT-gestützten Customer Relationship Management (CRM) auseinanderzusetzen. Eine vorkonfigurierte SAP-Lösung erlaubt auch neuen oder kleineren Energieversorgern den schnellen CRM-Einstieg.

Der Druck auf Stadtwerke steigt weiter: Während der zunehmende Wettbewerb und die Regulierung die Unternehmen schon seit Jahren in die Zange nehmen, kommen noch nicht absehbare Belastungen durch die Energiewende hinzu. Bisher profitieren die kommunalen Versorger von der regional bedingten Nähe zum Kunden.
Doch die im angestammten Vertriebsgebiet weiter bröckelnden Marktanteile zeigen, dass ein reines „Weiter so“ die Zukunftsfähigkeit eines Stadtwerks gefährden kann. „Der Schlüssel zum langfristigen Erfolg ist neben einem marktgerechten Energieeinkauf vor allem der Kunde“, ist sich Klaus Nitschke sicher. Der Geschäftsführer des auf die Energiewirtschaft spezialisierten IT-Dienstleisters Cortility weiter: „Der Kundenkontakt muss wirtschaftlich erfolgen – vor allem im Massenkundengeschäft ist das eine große Herausforderung, für die viele kommunale Versorger noch nicht ausreichend gerüstet sind.“ Außerdem seien mit weiter zurückgehenden Marktanteilen gezielte Vertriebskampagnen erforderlich, um die Kundenzahlen auf einem auskömmlichen Niveau zu stabilisieren.

Hand in Hand agieren

„Vertrieb, Marketing und Service sollten Hand in Hand agieren und dabei auf vorhandene Kundendaten gemeinsam zurückgreifen können“, betont Nitschke. Automatisierte Prozesse und durchgängige Workflows würden dabei die Effizienz steigern und gleichzeitig die Kosten pro Kundenkontakt mini­mieren. Ohne die Unterstützung durch ein professionelles Customer-Relationship-Management-System (CRM) sei das Kundenbeziehungsmanagement kaum wirtschaftlich und erfolgversprechend zu realisieren. Dies gelte umso mehr, wenn Kunden bundesweit gewonnen und versorgt werden sollen. Auch die heute erforderliche Segmentierung von Kunden – zum Beispiel, um besonders werthaltige Kunden oder solche, die eine hohe Wechselbereitschaft haben, gezielt vertrieblich zu bearbeiten – sei ohne ein IT-gestütztes Customer Relationship Management kaum möglich.
„CRM ist seit Jahren ein Thema bei unseren Kunden – doch die bisherigen Lösungen ließen meist die Zukunftsfähigkeit vermissen oder waren gerade für Stadtwerke zu aufwändig“, blickt Nitschke zurück. So seien Stand-alone-Lösungen durch den schnellen Wandel der IT bei Energieversorgern kaum in der Lage, up to date zu bleiben. „Insbesondere die Schnittstellenproblematik ist bei den ständigen Veränderungen nur mit erheblichen Investitionen in den Griff zu bekommen“, so die Erfahrung des Cortility-Geschäftsführers. Und wirkliche Wettbewerbsvorteile böten langfristig nur integrierte Lösungen wie SAP CRM, die zum Beispiel bei Bedarf direkt auf vorhandene Daten in SAP IS-U zugreifen könnten. „Ich kann verstehen, dass gerade mittelgroße oder kleine Energieversorger sich eher selten für solche Angebote entschieden haben“, sagt Klaus Nitschke. Denn der finanzielle und personelle Aufwand der Einführung sei für diese Unternehmen eine echte Hürde gewesen. „Ich bin froh, dass wir jetzt mit dem Implementierungsservice für SAP CRM Rapid Deployment Solutions eine Möglichkeit für einen überschaubaren Einstieg in die Welt des durchgängigen CRM haben“, freut er sich daher.

Einführung mit Turbo-Speed

„Besonders positiv schätze ich ein, dass Stadtwerke damit klein anfangen und Erfahrungen sammeln können“, betont Nitschke. Anschließend könnten sie ihr System gezielt weiterentwickeln, individualisieren oder um zusätzliche Module ergänzen. Da die vorkonfigurierte Lösung dem Best-Practice-Ansatz folgt, steht der in der Energiewirtschaft notwendige Funktionsumfang, der die täglichen Abläufe in Vertrieb, Service und Marketing vereinfacht, schnell zur Verfügung. „Zusammen mit SAP garantieren wir, dass das System in sechs bis acht Wochen produktiv sein kann – es ist also eine CRM-Einführung mit Turbo-Speed“, erklärt Nitschke (siehe auch Kasten). Außerdem werde SAP CRM Rapid Deployment Solutions zum definierten Festpreis implementiert. „Durch im Voraus festgelegte Kosten und klar abgesteckte Leistungen für die unterschiedlichen Module haben unsere Kunden eine hohe Investitions­sicherheit“, so Nitschke. Ein weiterer Vorteil sei das flexible Preismodell, bei dem die Kunden die Rahmenbedingungen entsprechend der individuellen Präferenzen auswählen könnten. „So müssen unsere Kunden nur die Funktionen bezahlen, die sie auch wirklich benötigen“, fasst der Cortility-Geschäftsführer zusammen.

Jens Voshage ist freier Fachjournalist aus Hannover.




Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Informationstechnik
bericht

Organisation: Cyber-Schutz ist Chefsache

[22.10.2026] Wer Cyber-Resilienz auf technische Schutzmaßnahmen reduziert, greift zu kurz. Die Technik muss auch in entsprechende organisatorische Prozesse eingebettet sein, mit klaren Verantwortungsstrukturen und Entscheidungswegen. Cyber-Sicherheit wird somit zur Managementaufgabe. mehr...

bericht

Cyber-Sicherheit: NIS2-Konformität ­wirtschaftlich umsetzen

[20.10.2026] Im Rahmen der NIS2-Richtlinie sind auch kleinere Stadtwerke dazu verpflichtet, verbindliche Anforderungen an die Cyber-Sicherheit, das Risikomanagement und die Meldeprozesse umzusetzen. Aufgrund fehlender Security-Experten und begrenzter IT-Budgets ist das jedoch eine große Herausforderung. mehr...

dena: Konzept für Energiedatenraum bis 2032 vorgelegt

[19.10.2026] Die Deutsche Energie-Agentur (dena) hat ein Konzept für einen branchenübergreifenden Energiedatenraum vorgestellt, der den Datenaustausch im Stromsektor bis 2032 verbessern soll. Eine Studie zeigt am Beispiel variabler Netzentgelte, welche Vorteile eine gemeinsame digitale Infrastruktur bieten könnte und wie sich diese schrittweise einführen ließe. mehr...

EnBW: Energiewelt-App überarbeitet

[16.10.2026] Die EnBW hat ihre Kunden-App überarbeitet und um neue Funktionen zur Verbrauchsüberwachung und Steuerung von Energieanlagen erweitert. Die Anwendung integriert nun auch ein Heim-Energie-Management-System, mit dem sich unter anderem Wärmepumpen und Elektroautos steuern lassen. mehr...

Schleupen/Hansen: Zusammenarbeit verlängert

[16.10.2026] Die Softwareunternehmen Schleupen und Hansen Technologies setzen ihre Zusammenarbeit im Energiedatenmanagement für weitere fünf Jahre fort. Mehr als 80 Energieversorger mit über drei Millionen Messstellen nutzen die gemeinsame Lösung bereits. mehr...

Cyber-Sicherheit: Risiken für Wind- und Solarparks

[13.10.2026] Eine neue Studie hat Tausende über das Internet erreichbare Systeme im Umfeld europäischer Wind- und Solarparks identifiziert. Der Cyber-Sicherheitsrat Deutschland warnt vor wachsenden Risiken für die Energieversorgung durch die zunehmende Dezentralisierung. mehr...

Stadtwerke Flensburg: Instandhaltung auf neue Softwarelösung umgestellt

[06.10.2026] Die Stadtwerke Flensburg haben ihre mobile Instandhaltung auf eine neue Softwarelösung umgestellt. Das Maintenance Portal von argvis soll papierbasierte Abläufe ersetzen und die Arbeit in Netzen, Erzeugung und Service auf einer gemeinsamen Plattform bündeln. mehr...

Soluvia: Abrechnungsplattform für Stadtwerke eröffnet

[29.09.2026] Soluvia Energy Services bietet seine Abrechnungsplattform SESuite erstmals Energieversorgern außerhalb des MVV-Energie-Konzerns an. Das Full-Service-Angebot richtet sich vor allem an kleinere und mittlere Versorger, die ihre Abrechnungssysteme ablösen oder neu aufstellen wollen. mehr...

data analytics institute: Neuer Konsortialpartner von energy data-X

[28.09.2026] Das data analytics institute wird Konsortialpartner von energy data-X und bringt seinen Datenraum HEAT-X für die kommunale Wärmeplanung ein. Damit sollen Daten aus Strom- und Wärmesektor künftig über eine gemeinsame Infrastruktur verknüpft werden. mehr...

Greenflash: Dezentrale Energiesysteme in Echtzeit steuern

[25.09.2026] Greenflash hat mit Greencore AI eine Software zur Echtzeitsteuerung dezentraler Energiesysteme entwickelt. Sie soll Erzeugung, Speicherung und Verbrauch anhand von Prognosen und aktuellen Marktdaten wirtschaftlich aufeinander abstimmen. mehr...

items: ITS Group übernimmt Fernwärme-Software

[24.09.2026] items überträgt seine Fernwärme-Software Grid Insight: Heat zum 1. November 2026 an die ITS Group. Mit der Software wechselt auch das zuständige Team zum Dortmunder Unternehmen. mehr...

G&W Software: Unterstützung bei Investitionsentscheidungen

[21.09.2026] Der Umbau der Energieversorgung stellt Versorger vor langfristige Investitionsentscheidungen bei Gas-, Wärme- und Stromnetzen. Die Software CaliforniaX soll dabei helfen, unterschiedliche Szenarien zu kalkulieren und Infrastrukturprojekte auf ihre Wirtschaftlichkeit zu prüfen. mehr...

GISA: Stadtwerke Bonn modernisieren Data Warehouse

[17.09.2026] Die Stadtwerke Bonn haben ihr bisheriges SAP Business Warehouse durch eine neue Plattform auf Basis von SAP BW/4HANA ersetzt. Gemeinsam mit dem IT-Dienstleister GISA wurde die Analytics-Landschaft des kommunalen Unternehmens neu aufgestellt. mehr...

Thüga SmartService: KI-Plattform für Stadtwerke gestartet

[09.09.2026] Thüga SmartService hat mit SKIP eine speziell auf die Energiewirtschaft zugeschnittene Plattform für Künstliche Intelligenz entwickelt. Stadtwerke und Energieversorger sollen damit KI-Agenten für Wissensmanagement und Geschäftsprozesse einsetzen können, ohne die Kontrolle über ihre Daten abzugeben. mehr...

cortility: KI automatisiert Standardanliegen

[03.09.2026] cortility und Pipeforce wollen Künstliche Intelligenz stärker für die automatisierte Bearbeitung von Kundenanliegen bei Energieversorgern einsetzen. Standardvorgänge wie Zählerstandsmeldungen, Umzüge oder Abschlagsfragen sollen sich damit weitgehend ohne manuelle Eingriffe verarbeiten lassen. mehr...