Mittwoch, 18. März 2026

EEG-NovelleErneuerbare weiterhin ausbauen

[01.06.2016] Befürworter der erneuerbaren Energien wie die Deutsche Umwelthilfe (DUH) oder die Partei Bündnis 90/Die Grünen fordern die Bundesregierung auf, die regenerativen Energien bei der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) weiterhin zu fördern, statt sie auszubremsen.
Zur Sonder-Ministerpräsidentenkonferenz zur EEG-Novelle fordert unter anderem die Deutsche Umwelthilfe den weiteren Ausbau der Windkraft.

Zur Sonder-Ministerpräsidentenkonferenz zur EEG-Novelle fordert unter anderem die Deutsche Umwelthilfe den weiteren Ausbau der Windkraft.

(Bildquelle: ario De Mattia/pixelio.de)

Gestern (31. Mai 2016) trafen sich Bundeskanzlerin Angela Merkel, Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel und die Ministerpräsidenten der Länder, um Eckpunkte für die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes 2016 (EEG) festzuzurren. Ein Vorschlag sieht vor, den Ausbau der Windenergie zu reduzieren, wenn wegen fehlenden Netzausbaus der Strom nicht abgeleitet werden kann. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) warnt davor. Der gewonnene Strom könne alternativ in Form von Wärme oder zur Herstellung von Wasserstoff für die Industrie und zur klimafreundlicheren Mobilität genutzt werden. „Netzengpässe sind kein Grund, um den Ausbau der Windenergie zu reduzieren. Um die Klimaschutzziele zu erreichen, brauchen wir nicht weniger, sondern mehr erneuerbare Energien. Das muss die Bundesregierung auch in der Novelle des EEG deutlich machen. Die Alternativen sind da – sie müssen anerkannt und gefördert werden“, sagt Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH. Auch Peter Ahmels, Leiter der Abteilung Energie und Klimaschutz bei der DUH spricht sich für die regenerativen Energien aus: „In den Sektoren Wärme und Mobilität besteht erhebliches Potenzial, um einen Beitrag zu den Klimaschutzzielen zu leisten. Erneuerbarer Strom bietet uns die Chance, auch in diesen Sektoren von kohlenstoffhaltigen Energieträgern wie Gas oder Kohle unabhängiger zu werden.“ Allerdings müssten hier noch eine Reihe von regulatorischen Hemmnissen, wie unterschiedliche Steuerbelastungen für die einzelnen Energieträger beseitigt werden. Die DUH fordert ferner, dass Kraftwerke, die beispielsweise als Heizkraftwerke besondere Priorität im Netz genießen, in Netzengpassgebieten gründlich überprüft werden, damit sie die Netze nicht unnötig belasten. Zudem müsse die Definition eines Netzengpassgebiets, aus dem nicht der gesamte Strom exportiert werden kann, von unabhängigen Dritten überprüft werden.

Netzausbau zur Chefsache machen

Wie die DUH meldet, werden in den nächsten Jahren viele so genannte Repowering-Projekte kommen, bei denen alte durch neue Anlagen ersetzt werden. Die DUH fordert deswegen für Windenergie an Land einen Zubau von mindestens 2.500 Megawatt Nettoleistung über die ersetzten Anlagen hinaus. Auch die für Energie zuständigen Minister und Senatoren der Partei Bündnis 90/Die Grünen haben in einer gemeinsamen Erklärung an den Bund appelliert, am Ausbau der Windenergie festzuhalten. Unter den derzeitigen Vorgaben könne es Mitte des Jahrzehnts sogar zu einem Rückbau von Windenergieanlagen kommen, wenn besonders viele Windenergieanlagen aus der EEG-Finanzierung fallen. Wie die Netzwerkagentur Erneuerbare Energien Schleswig-Holstein (EE.SH) meldet, wendet sich die Partei ebenso gegen die Netzengpassregelung und weist darauf hin, dass Strom aus fossilen und nuklearen Quellen dazu beitrage, die Netze zu belasten. Der Bund solle den Netzausbau endlich zur Chefsache machen, anstatt die Energiewende an den günstigsten Standorten auszubremsen, heißt es in einer Erklärung der Partei. Die Grünen Energieminister wollen außerdem Sonderkonditionen für Bürgerwindparks bei Ausschreibungen und verlässliche Anschlussregelungen für Bioenergieanlagen. Sie weisen darauf hin, dass in Deutschland im Bereich der erneuerbaren Energien über 300.000 Menschen beschäftigt sind.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Politik
Hauptverwaltung des Energieversorgers Badenova in Freiburg mit moderner Glasfassade, Eingangsbereich und Skulptur vor dem Gebäude.

Badenova: Forderungskatalog nach Landtagswahl

[13.03.2026] Nach der Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg fordert der Energieversorger Badenova ein schnelleres Vorgehen bei der Energie- und Wärmewende. Das kommunale Unternehmen hat dazu ein Papier mit zwölf Punkten vorgelegt. Darin geht es unter anderem um Finanzierung, Genehmigungen, Wärmenetze und den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft. mehr...

KRITIS-Gipfel: Forderung nach stärkerer Resilienz

[11.03.2026] Energieverbände fordern eine stärkere Ausrichtung auf Resilienz und Schutz Kritischer Infrastrukturen in Deutschland. Anlass war der erste KRITIS-Gipfel, der gestern in Berlin stattfand. Dort berieten Vertreter der Branche, der Politik und der Bundeswehr über neue Bedrohungslagen und konkrete Schutzmaßnahmen. mehr...

Bundesverband Solarwirtschaft: Frontalangriff auf die Energiewende

[03.03.2026] Ein geleakter Entwurf zur Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes sieht die Streichung der Förderung für neue private Solaranlagen und eine Pflicht zur Direktvermarktung vor. Die Solarbranche warnt vor massiven Folgen für Investitionen, Arbeitsplätze und die Klimaziele. mehr...

bericht

Gebäudemodernisierungsgesetz: Städte sehen Hürden

[02.03.2026] Die ostdeutschen Städte arbeiten an der Wärmewende. Nun liegen Eckpunkte für ein neues Gebäudemodernisierungsgesetz vor. Der Deutsche Städtetag begrüßt die Einigung, sieht jedoch noch offene Fragen und warnt vor Risiken für Investitionen und Klimaziele. mehr...

Baden-Württemberg: 22 Windpark-Projektierer warnen vor Aus von Windenergie

[02.03.2026] 22 Windpark-Projektierer aus dem Südwesten warnen vor einem faktischen Aus für neue Anlagen in Baden-Württemberg. Sie sehen den Ausschreibungsmechanismus des EEG als Ursache und drängen die Bundesregierung zu raschen Korrekturen. mehr...

Gebäudemodernisierungsgesetz: Kritik und Lob von Branchenverbänden

[26.02.2026] Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) setzt auf eine Grüngasquote, eine entfristete Bio-Treppe und stärkere Förderung für Fernwärmenetze. Verbände aus der Energie- und Wärmewirtschaft begrüßen den Kurswechsel, warnen aber vor Preisrisiken, fehlender Planungssicherheit und offenen Detailfragen. mehr...

Baden-Württemberg: Land stellt 50 Millionen Euro für Elektrolyseure bereit

[25.02.2026] Baden-Württemberg startet die zweite Runde seines Förderprogramms für Elektrolyseure und stellt weitere 50 Millionen Euro für die regionale Wasserstofferzeugung bereit. Das Umweltministerium reagiert damit auch auf fehlende Vorgaben des Bundes und will den Aufbau lokaler Wasserstoff-Hubs beschleunigen. mehr...

Speicherbranche: Kritik an AgNes-Prozess

[24.02.2026] Die geplante Neuordnung der Netzentgelte im AgNes-Prozess stellt die bisherige Befreiung von Stromspeichern infrage. Vertreter der Speicherbranche warnen, dass ohne Vertrauensschutz Milliardeninvestitionen und bis zu 16 GW Batteriespeicherleistung auf der Kippe stehen. mehr...

Sachsen-Anhalt: Resilienz-Stab zum KRITIS-Schutz eingerichtet

[24.02.2026] Sachsen-Anhalt richtet einen ressortübergreifenden Resilienz-Stab zum Schutz Kritischer Infrastrukturen ein. Das neue Gremium soll angesichts wachsender Risiken durch Extremwetter, Cyber-Angriffe und hybride Bedrohungen die Krisenvorsorge des Landes neu ordnen. mehr...

Hamburg: Firmen warnen vor Netzplänen

[23.02.2026] Mehr als 20 Energieunternehmen aus Hamburg wenden sich gegen das vom Bundeswirtschaftsministerium geplante „Netzpaket“. Sie befürchten Nachteile für den Ausbau erneuerbarer Energien und für den Standort. In einem Brief an die Hamburger CDU fordern sie eine Kehrtwende. mehr...

Berlin: Gesetzentwurf zum besseren Schutz von KRITIS

[23.02.2026] Der Berliner Senat will das Datenschutz- und Sicherheitsrecht anpassen, um Kritische Infrastruktur besser vor Anschlägen zu schützen. Hintergrund sind gezielte Attacken auf die Stromversorgung; der Gesetzentwurf soll moderne Schutztechnik rechtlich absichern und Informationsrisiken begrenzen. mehr...

VKU/BDEW: Stellungnahme zum Diskussionspapier der Bundesnetzagentur

[19.02.2026] Die Branchenverbände VKU und BDEW haben sich jetzt jeweils zum Diskussionspapier der Bundesnetzagentur zu möglichen Einspeisenetzentgelten positioniert. Beide Verbände begrüßen Reformschritte bei den Stromnetzentgelten, lehnen dynamische Einspeiseentgelte jedoch ab. mehr...

Bundesnetzagentur: Orientierungspunkte für Einspeiseentgelte vorgelegt

[19.02.2026] Die Bundesnetzagentur hat jetzt Orientierungspunkte für Einspeiseentgelte vorgelegt. Daraus geht hervor, dass die Behörde Stromerzeuger ab 2029 systematisch an den Netzkosten beteiligen und dafür ein Kapazitätsentgelt sowie dynamische Einspeiseentgelte einführen will. mehr...

bericht

Solarenergie: Verstärkte Investitionen gefragt

[16.02.2026] Solarenergie ist die günstigste und populärste Art der Stromerzeugung. Bis 2030 soll die bundesweit installierte Solarleistung noch einmal nahezu verdoppelt werden. Wie gestaltet sich die Energiewende in Photovoltaik, Speichern und Solarthermie? mehr...

Einzelne Windkraftanlage auf einer leicht hügeligen, abgeernteten Feldfläche. Der hohe Turm mit rot-weißen Markierungen ragt in einen blauen Himmel mit großen, weißen Wolken. Die Landschaft wirkt weit und offen, im Vordergrund erstreckt sich ein goldenes Getreidefeld.

Offener Brief: Länder fordern mehr Ausschreibungen

[12.02.2026] Auf eine schnelle Anhebung der Ausschreibungsvolumina für Windkraft an Land drängen mehrere Energieministerinnen und -minister. In einem gemeinsamen Brief wenden sie sich deshalb an die Bundesnetzagentur und das Bundeswirtschaftsministerium. Hintergrund sind verfehlte Ausbauziele bei den erneuerbaren Energien. mehr...