Power-to-GasExperten bescheinigen großes Potenzial

Präsentation der Studie Power to Gas: Praxis und Potenziale in Berlin.
v.l.: Stephan Bauer, Projektleiter Power-to-Gas von RAG Austria; Dr. Timm Kehler, Vorstand von Zukunft Erdgas; Dr. Constantin Alsheimer, Vorstandsvorsitzender der Mainova AG
(Bildquelle: Zukunft ERDGAS / Thomas Meinicke)
Die nymoen strategieberatung hat im Auftrag von Zukunft Erdgas eine Expertenbefragung zum Thema Power to Gas: Praxis und Potenziale vorgenommen. Eines der Ergebnisse lautet: Die Umwandlung von überschüssigem Ökostrom in grünes Gas kann entscheidend zum Erfolg der Energiewende beitragen. Die Experten erwarten in den kommenden zehn Jahren etwa signifikante Verbesserungen bei den Wirkungsgraden und gleichzeitig deutlich sinkende Kosten. So werde grünes Gas bis etwa 2030 wettbewerbsfähig werden.
„Unsere Energiewende hat ein Speicherproblem und Power to Gas (PtG) ist der Schlüssel zum größten Energiespeicher Deutschlands“, kommentierte Timm Kehler, Vorstand von Zukunft Erdgas die Studie. Das Gasnetz sei der größte existierende Energiespeicher und könne dank der PtG-Technologie auch überschüssige Energie von Wind- und Solaranlagen aufnehmen. Kehler: „Grünes Gas schließt eine entscheidende Systemlücke in der Energiewende.“ Aktuell müssten immer wieder Anlagen abgeregelt werden womit erneuerbare Energie verloren gehe. Die entstehenden Kosten würden gleichzeitig auf die Stromkunden abgewälzt.
Wie die Initiative der deutschen Erdgaswirtschaft meldet, nutzen bundesweit bereits mehr als 30 Anlagen die Power-to-Gas-Technologie und erreichen dabei Wirkungsgrade von bis zu 80 Prozent. Laut der Studie werden die Erfahrungen damit als sehr positiv eingestuft und auch der Ausblick sei optimistisch. Zwei Drittel der Befragten erwarten eine weitere Verbesserung des Wirkungsgrades um fünf bis zehn Prozent bis zum Jahr 2030, ein Drittel rechne sogar mit noch größeren Effizienzfortschritten.
Bei den Kosten erwarten die Studienteilnehmer überwiegend eine Degression um 50 Prozent und mehr bis 2030. 56 Prozent erwarten die Wettbewerbsfähigkeit bis 2030, 22 Prozent rechnen damit bis 2040. Kehler: „Wir werden erleben, dass wir erneuerbares Gas strukturell brauchen, um mit den Mengen an Ökostrom umzugehen und dass gleichzeitig die Erzeugung wettbewerbsfähig wird. Damit uns dann die richtigen Technologien und eine gute Infrastruktur zur Verfügung stehen, müssen wir jetzt die Weichen auf Gas stellen.“ Dem stünden allerdings noch regulatorische Hemmnisse im Weg.
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