CLS ONFlexibel in der Niederspannung

Dr. Michał Sobótka
(Bildquelle: fotostudio_charlottenburg)
Herr Dr. Sobótka, im Sommer 2022 haben Sie CLS ON angekündigt, eine Plattform, die den Verteilnetz- und Messstellenbetrieb verbinden wird. In diesem Jahr sollte der Manufakturbetrieb starten. Wie ist der aktuelle Stand?
Seit Ende September sind die ersten zertifizierten Steuerboxen verfügbar, sodass wir tatsächlich wie geplant im Oktober in den Echtbetrieb gestartet sind. Allerdings im ersten Schritt ohne die Integration der Enterprise-Resource-Planning-Systeme. Das liegt vor allem daran, dass die Hersteller der ERP-Systeme noch keine Informationen zur detaillierten Prozessabwicklung rund um die Steuerboxen veröffentlicht haben. Fest steht lediglich, dass es diese bei SAP zukünftig nur für S/4HANA Utilities geben wird. Alle Anwender von SAP-Altsystemen müssen dies in ihren Systemen entsprechend in Eigenregie anpassen, was zu weiteren Verzögerungen führen wird. Für die Hersteller anderer ERP-Systeme liegen noch gar keine Informationen vor.
„Mit dem Roll-out der Steuerboxen sind wir wie geplant in den Echtbetrieb gestartet.“
Wie funktioniert der Steuerbox-Roll-out, wenn die ERP-Systeme noch nicht so weit sind?
Dafür haben wir ein Lösungskonzept recycelt, das wir vor Jahren für den Roll-out der intelligenten Messsysteme gebaut haben. Auch damals wollten viele den Einsatz der Smart Meter Gateways im Feld testen, ohne dass entsprechende Schnittstellen zur Verfügung standen. Unsere Kunden geben dabei ihre Daten über ein Self-Service-Portal ein. Von dort übertragen wir die Daten automatisiert in unsere Systeme. So können wir beim Steuerbox-Roll-out in Betrieb gehen und erst später eine weitergehende ERP-Integration realisieren. Die Prozesse dafür stehen und sind so belastbar, dass wir Roll-out-Zahlen im vierstelligen Bereich zuverlässig abwickeln können. Durch den Einsatz unserer Self-Service Lösung – auch ohne Webservice-Anbindung der ERP-Systeme – wurde der Aufwand für alle Projektbeteiligten bewusst gering gehalten, um kurzfristig in den Echtbetrieb starten und praktische Erfahrungen mit dem CLS-Management sammeln zu können.
Wie sieht die Lösung CLS ON im Detail aus?
Die regulatorischen Anforderungen entwickeln sich laufend weiter, dementsprechend mussten wir auch unsere Systemarchitektur anpassen. Während wir in der initialen Phase gemeinsam mit unseren Kunden davon ausgegangen sind, dass es eine direkte Kopplung zwischen Netzleitsystemen der Mittelspannung und der CLS-Lösung geben wird, steht heute die Entgegennahme der Schaltanforderungen und weiterer Prozesse über die BDEW Web-API im Fokus. Im ersten Schritt erfolgt die Übertragung von Schaltanforderungen über diese API sowie von Stammdaten der Steuereinheit über das oben genannte Self-Service-Portal. Von dort werden die Daten automatisiert in das GWAdriga CLS-Management übernommen. Damit sind alle Basisprozesse von der Inbetriebnahme bis zur Deinstallation einer Steuereinheit abgebildet. Darüber hinaus wurden die Voraussetzungen für die Anbindung von Home-Energy-Management-Systemen (HEMS) geschaffen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Interoperabilitätstests mit den verschiedenen Herstellern von Steuergeräten.
Welche Rolle übernimmt dabei GWAdriga?
Kern unserer Dienstleistung ist die Abbildung des Steuerbox-Administrators gemäß FNN (Forum Netztechnik/Netzbetrieb), des passiven externen Marktteilnehmers (pEMT) für netzdienliche Daten aus den Tarifanwendungsfällen (TAF) neun und zehn sowie des aktiven externen Marktteilnehmers (aEMT), der die Kanäle verwaltet, überwacht und Schalthandlungen auf Veranlassung Dritter durchführt. Damit erfüllen wir alle Anforderungen des §14a EnWG an das netzdienliche Steuern.
Netzbetreiber haben traditionell hohe Sicherheitsanforderungen. Wie gehen Sie damit um?
Auf die Konzeption der IT-Sicherheit haben wir ein besonderes Augenmerk gelegt. Die derzeitigen Netzleitstellen der Netzbetreiber sind strikt von den externen Netzen getrennt, um Zugriffe auf das Herzstück der Kritischen Infrastrukturen zu verhindern und so den Anforderungen der BSI-KRITIS-Verordnung gerecht zu werden. Die im Rahmen von CLS ON umgesetzte Lösung stellt daher durch einen eigenen Security-Proxy sowie eine Instanzenstruktur die Integrität der Leitstellen sicher – selbst wenn ein Dienstleister wie GWAdriga künftig hunderttausende von Steuergeräten oder auch Marktanwendungsfälle über die CLS-Lösung abwickelt. Wir gehen also mit unserer Lösung weit über das regulatorisch geforderte Maß an Sicherheit hinaus. Zudem bringt der Betrieb über uns als Smart-Meter-Gateway-Administrator weitere Vorteile, da die Prozesse insbesondere im Monitoring, Support und Störungsmanagement eng zusammenhängen.
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