Donnerstag, 19. März 2026

VKUFlexibilität ist immer lokal

[21.04.2017] In einem Pressegespräch hat der VKU mit Unterstützung des Nürnberger Versorgers N-ERGIE die Bundesregierung aufgefordert, die Verteilnetzebene und deren Betreiber zu stärken.

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) hat in einem Pressegespräch mit Hauptgeschäftsführerin Katharina Reiche und dem Vorstandsvorsitzenden der Nürnberger N-ERGIE Josef Hasler die Bedeutung der Verteilnetzebene hervorgehoben. Reiche sagte: „Die Verteilnetze sind als lokale System-Manager der Schlüssel für das Gelingen der Energiewende.“ Sie steuern Energieerzeugung und -verbrauch vor Ort aus und halten das Gesamtsystem im Gleichgewicht, zugleich werden teure Maßnahmen auf höheren Netzebenen vermieden, so die Position des VKU. Dennoch, so Reiche: „Für die Umsetzung der Energiewende brauchen wir zukünftig beides: intelligente Verteilnetz-Cluster zum regionalen Ausgleich und leistungsfähige Übertragungstrassen zum weiträumigen Transport von Strom.“
In einer aktuellen Meldung fordert der VKU deshalb von der Bundesregierung
eine stärkere Systemverantwortung der Verteilnetzbetreiber. Als System-Manager müssten sie jederzeit in der Lage sein, die jeweils günstigste Flexibilitätsoption wählen zu können, um eine effiziente Versorgung zu gewährleisten. Gleichzeitig solle Energie möglichst auf lokaler und regionaler Ebene erzeugt, gespeichert und verbraucht werden. Für eine solche neue Qualität der Zusammenarbeit müssten die Aufgaben der Verteil- und Übertragungsnetzbetreiber im Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) neu angepasst werden.
Auch sollten Verteilnetzbetreiber ihre Kooperationspartner frei wählen dürfen. In diesem Zusammenhang sollte der Bund nach Auffassung des VKU die Länder zu einer zeitgemäßen Anpassung ihres Gemeindewirtschaftsrechts motivieren.
Eine weitere Forderung des Branchenverbandes: Die Netzentgelte auf der Ebene der Niederspannung sollten zukünftig entnahmemengenunabhängig gebildet werden. Vorteile dabei seien sowohl eine Vereinfachung als auch eine verursachungsgerechte Netzentgeltsystematik. So seien die Stromnetzkosten größtenteils unabhängig von der Menge an entnommenen Kilowattstunden. Historisch bedingt würden die Netzkosten auf Höchst-, Hoch- und Mittelspannung vorzugsweise über Grundpreise, die Niederspannungsebene aber über die Menge an entnommenen Kilowattstunden abgerechnet. Vor der Energiewende waren die Kilowattstunden nach Auffassung des VKU als Umlagebasis geeignet. Mieterstrommodelle oder Eigenverbrauch reduzierten jedoch diese Umlagebasis und führten so zu unsachgemäßen Einnahmeausfällen, ohne dass die Netzkosten dabei sinken würden. Dies führe zu einer unsachgerechten Erhöhung der Netzentgelte und zu Fehlanreizen für alle anderen Kunden.
Zuletzt fordert der VKU angemessene regulatorische und technisch-wirtschaftliche Rahmenbedingungen. So müssten etwa die zukünftig durch intelligentere Verteilnetzsteuerung steigenden Betriebskosten (OPEX) gebührend anerkannt werden.



Stichwörter: Politik, N-ERGIE, Netze, VKU


Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Politik

Naturstrom: Umfrage zur Energiepolitik veröffentlicht

[18.03.2026] Eine große Mehrheit der Bevölkerung bewertet die Energiepolitik der Bundesregierung negativ und lehnt zentrale Reformpläne ab. Die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage zeigen wachsende Skepsis gegenüber Solar- und Heizungsentscheidungen – mit möglichen Folgen für Investitionen und Akzeptanz der Energiewende. mehr...

Hauptverwaltung des Energieversorgers Badenova in Freiburg mit moderner Glasfassade, Eingangsbereich und Skulptur vor dem Gebäude.

Badenova: Forderungskatalog nach Landtagswahl

[13.03.2026] Nach der Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg fordert der Energieversorger Badenova ein schnelleres Vorgehen bei der Energie- und Wärmewende. Das kommunale Unternehmen hat dazu ein Papier mit zwölf Punkten vorgelegt. Darin geht es unter anderem um Finanzierung, Genehmigungen, Wärmenetze und den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft. mehr...

KRITIS-Gipfel: Forderung nach stärkerer Resilienz

[11.03.2026] Energieverbände fordern eine stärkere Ausrichtung auf Resilienz und Schutz Kritischer Infrastrukturen in Deutschland. Anlass war der erste KRITIS-Gipfel, der gestern in Berlin stattfand. Dort berieten Vertreter der Branche, der Politik und der Bundeswehr über neue Bedrohungslagen und konkrete Schutzmaßnahmen. mehr...

Bundesverband Solarwirtschaft: Frontalangriff auf die Energiewende

[03.03.2026] Ein geleakter Entwurf zur Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes sieht die Streichung der Förderung für neue private Solaranlagen und eine Pflicht zur Direktvermarktung vor. Die Solarbranche warnt vor massiven Folgen für Investitionen, Arbeitsplätze und die Klimaziele. mehr...

bericht

Gebäudemodernisierungsgesetz: Städte sehen Hürden

[02.03.2026] Die ostdeutschen Städte arbeiten an der Wärmewende. Nun liegen Eckpunkte für ein neues Gebäudemodernisierungsgesetz vor. Der Deutsche Städtetag begrüßt die Einigung, sieht jedoch noch offene Fragen und warnt vor Risiken für Investitionen und Klimaziele. mehr...

Baden-Württemberg: 22 Windpark-Projektierer warnen vor Aus von Windenergie

[02.03.2026] 22 Windpark-Projektierer aus dem Südwesten warnen vor einem faktischen Aus für neue Anlagen in Baden-Württemberg. Sie sehen den Ausschreibungsmechanismus des EEG als Ursache und drängen die Bundesregierung zu raschen Korrekturen. mehr...

Gebäudemodernisierungsgesetz: Kritik und Lob von Branchenverbänden

[26.02.2026] Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) setzt auf eine Grüngasquote, eine entfristete Bio-Treppe und stärkere Förderung für Fernwärmenetze. Verbände aus der Energie- und Wärmewirtschaft begrüßen den Kurswechsel, warnen aber vor Preisrisiken, fehlender Planungssicherheit und offenen Detailfragen. mehr...

Baden-Württemberg: Land stellt 50 Millionen Euro für Elektrolyseure bereit

[25.02.2026] Baden-Württemberg startet die zweite Runde seines Förderprogramms für Elektrolyseure und stellt weitere 50 Millionen Euro für die regionale Wasserstofferzeugung bereit. Das Umweltministerium reagiert damit auch auf fehlende Vorgaben des Bundes und will den Aufbau lokaler Wasserstoff-Hubs beschleunigen. mehr...

Speicherbranche: Kritik an AgNes-Prozess

[24.02.2026] Die geplante Neuordnung der Netzentgelte im AgNes-Prozess stellt die bisherige Befreiung von Stromspeichern infrage. Vertreter der Speicherbranche warnen, dass ohne Vertrauensschutz Milliardeninvestitionen und bis zu 16 GW Batteriespeicherleistung auf der Kippe stehen. mehr...

Sachsen-Anhalt: Resilienz-Stab zum KRITIS-Schutz eingerichtet

[24.02.2026] Sachsen-Anhalt richtet einen ressortübergreifenden Resilienz-Stab zum Schutz Kritischer Infrastrukturen ein. Das neue Gremium soll angesichts wachsender Risiken durch Extremwetter, Cyber-Angriffe und hybride Bedrohungen die Krisenvorsorge des Landes neu ordnen. mehr...

Hamburg: Firmen warnen vor Netzplänen

[23.02.2026] Mehr als 20 Energieunternehmen aus Hamburg wenden sich gegen das vom Bundeswirtschaftsministerium geplante „Netzpaket“. Sie befürchten Nachteile für den Ausbau erneuerbarer Energien und für den Standort. In einem Brief an die Hamburger CDU fordern sie eine Kehrtwende. mehr...

Berlin: Gesetzentwurf zum besseren Schutz von KRITIS

[23.02.2026] Der Berliner Senat will das Datenschutz- und Sicherheitsrecht anpassen, um Kritische Infrastruktur besser vor Anschlägen zu schützen. Hintergrund sind gezielte Attacken auf die Stromversorgung; der Gesetzentwurf soll moderne Schutztechnik rechtlich absichern und Informationsrisiken begrenzen. mehr...

VKU/BDEW: Stellungnahme zum Diskussionspapier der Bundesnetzagentur

[19.02.2026] Die Branchenverbände VKU und BDEW haben sich jetzt jeweils zum Diskussionspapier der Bundesnetzagentur zu möglichen Einspeisenetzentgelten positioniert. Beide Verbände begrüßen Reformschritte bei den Stromnetzentgelten, lehnen dynamische Einspeiseentgelte jedoch ab. mehr...

Bundesnetzagentur: Orientierungspunkte für Einspeiseentgelte vorgelegt

[19.02.2026] Die Bundesnetzagentur hat jetzt Orientierungspunkte für Einspeiseentgelte vorgelegt. Daraus geht hervor, dass die Behörde Stromerzeuger ab 2029 systematisch an den Netzkosten beteiligen und dafür ein Kapazitätsentgelt sowie dynamische Einspeiseentgelte einführen will. mehr...

bericht

Solarenergie: Verstärkte Investitionen gefragt

[16.02.2026] Solarenergie ist die günstigste und populärste Art der Stromerzeugung. Bis 2030 soll die bundesweit installierte Solarleistung noch einmal nahezu verdoppelt werden. Wie gestaltet sich die Energiewende in Photovoltaik, Speichern und Solarthermie? mehr...