Dienstag, 5. Mai 2026

BDWGefahr für kleine Wasserkraft

[05.05.2026] Der geplante Wegfall der Einspeisevergütung für kleine Anlagen sorgt für Kritik in der Branche. Verbände warnen vor wirtschaftlichen Folgen und möglichen Stilllegungen. Nach ihren Angaben wären viele bestehende Anlagen betroffen.
Kleines Wasserkraftwerk an einem schmalen Fluss: Ein Gebäude mit roter Fassade und Satteldach steht direkt am Ufer, daneben ist eine Anlage zur Wasserführung erkennbar. Der Fluss fließt ruhig durch eine grüne, bewaldete Landschaft, im Vordergrund schwimmt eine Ente.

Förderstopp für kleine Wasserkraftanlagen gefährdet deren Bestand.

(Bildquelle: Bundesverband Deutscher Wasserkraftwerke e.V.)

Der Referentenentwurf zur Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG 2027) aus dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) stößt in der Branche der kleinen Wasserkraft auf Kritik. Nach Angaben des Bundesverband Deutscher Wasserkraftwerke (BDW) würde die geplante Abschaffung der Einspeisevergütung für Anlagen unter 25 Kilowatt zahlreiche kleine Wasserkraftwerke und andere dezentrale Erzeugungsformen treffen.

Die vorgesehene Grenze von 25 Kilowatt basiert laut Entwurf auf einer einheitlichen Größenabgrenzung. Nach Einschätzung des Verbandes bilde die installierte Leistung jedoch die tatsächliche Stromerzeugung nur unzureichend ab. Entscheidend sei vielmehr die jährlich erzeugte Strommenge. Kleine Wasserkraftanlagen speisten kontinuierlich Strom ein und erreichten im Schnitt rund 5.000 Volllaststunden.

Die Hälfte aller Anlagen wäre betroffen

Nach Angaben des Verbandes wären bundesweit mehr als 50 Prozent der rund 7.300 Wasserkraftanlagen von der Regelung betroffen. „Es ist enttäuschend, dass der Förderstopp für kleine Wasserkraftanlagen unverändert in den Referentenentwurf übernommen wurde“, sagte Hans-Peter Lang, Präsident des Verbandes. Die Branche sieht in der kleinen Wasserkraft einen wichtigen Bestandteil der Energieversorgung. Sie stabilisiere Netze vor Ort und liefere kontinuierlich Strom. Zudem könne sie den Bedarf an Netzausbau verringern. Diese Rolle werde im aktuellen Fördermodell nicht ausreichend berücksichtigt, heißt es vom Verband.

Gravierende wirtschaftliche Folgen

Kritik richtet sich auch auf mögliche wirtschaftliche Folgen. Ohne Einspeisevergütung fehle vielen Betreiberinnen und Betreibern die Grundlage für Modernisierung, Reaktivierung oder Neubau. Langfristig könne dies zu Stilllegungen führen. Auch die Interessengemeinschaft Wasserkraft Baden-Württemberg äußert Bedenken. Vorsitzender Dieter Heilig erklärte, kleine Wasserkraft sei ein fester Bestandteil der erneuerbaren Stromversorgung im Land. „Kleine Wasserkraft verbindet Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Gewässerverantwortung auf vorbildliche Weise. Dieser Beitrag sollte im EEG 2027 anerkannt und gestärkt werden.“ Beide Verbände fordern, den geplanten Förderstopp für Anlagen unter 25 Kilowatt aus dem Gesetzentwurf zu streichen.





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