Dienstag, 13. Januar 2026

Stadtwerke Kiel/HanseWerkGemeinschaftsunternehmen gegründet

[27.06.2025] Mit der Gründung des Unternehmens FördeWärme bündeln die Stadtwerke Kiel und HanseWerk Natur ihre Kräfte für eine klimaneutrale Nahwärmeversorgung. Die neue Gesellschaft soll bestehende Netze dekarbonisieren und neue Versorgungsgebiete rund um Kiel erschließen.

Ein zentrales Element für die Nahwärmeversorgung ist die so genannte Wärmebox, die klimaneutrale Wärme auf Basis der Wärmepumpentechnologie produziert.

(Bildquelle: Stadtwerke Kiel AG)

FördeWärme, ein Gemeinschaftsunternehmen der Stadtwerke Kiel und HanseWerk Natur, nimmt jetzt seine Arbeit auf. Wie die Stadtwerke Kiel mitteilen, ist es das Ziel der neuen Gesellschaft, die Wärmewende in Kiel und Umgebung durch eine klimaneutrale Nahwärmeversorgung voranzutreiben. Dazu übernimmt FördeWärme bestehende Nahwärmenetze der Stadtwerke Kiel, prüft deren Dekarbonisierungspotenzial und plant gleichzeitig den Ausbau neuer, lokal begrenzter Versorgungsstrukturen.

Im Fokus steht dabei eine Wärmeversorgung, die wirtschaftlich tragfähig bleibt und den Kundinnen und Kunden langfristig stabile Preise bietet. Eine vollständige Umstellung der bestehenden Netze auf klimaneutrale Erzeugung bis spätestens 2035 wird angestrebt – sofern eine Umsetzung im Einzelfall wirtschaftlich vertretbar ist. Die bestehenden Verträge mit Wärmekunden gehen im Zuge der Übernahme unverändert auf die neue Gesellschaft über; betroffene Haushalte werden darüber schriftlich informiert.

Nicht alle bisherigen Nahwärmegebiete der Stadtwerke Kiel werden in den Verantwortungsbereich von FördeWärme überführt. In Stadtteilen wie Holtenau, Neu-Meimersdorf und Projensdorf plant der Mutterkonzern, die Netze an das großflächige Fernwärmesystem der Stadtwerke Kiel anzuschließen. Dieses Fernwärmenetz erstreckt sich über eine Länge von rund 374 Kilometern und bildet einen weiteren zentralen Pfeiler der kommunalen Wärmeplanung.

FördeWärme konzentriert sich darüber hinaus auf den Aufbau neuer Nahwärmesysteme. Erste Planungen betreffen unter anderem die Stadtteile Schilksee, Friedrichsort und Elmschenhagen. Dort könnten dezentrale Versorgungsanlagen entstehen – vorausgesetzt, die Wärmeliniendichte vor Ort ist ausreichend und es stehen geeignete Flächen für die Erzeugung zur Verfügung. In einem ersten Schritt nimmt das Unternehmen gezielt Kontakt zu so genannten Ankerkunden mit hohem Wärmebedarf auf. Deren Anschluss an ein neu zu errichtendes Netz könnte die Wirtschaftlichkeit entscheidend verbessern.

Ein technisches Schlüsselelement der künftigen Versorgung ist die so genannte Wärmebox. Diese wurde von HanseWerk Natur entwickelt und erzeugt klimaneutrale Wärme auf Basis hocheffizienter Wärmepumpentechnologie. Dabei wird Strom aus erneuerbaren Quellen eingesetzt, um Umgebungswärme aus Luft, Boden oder Wasser nutzbar zu machen.

Die Gründung der FördeWärme ist eingebettet in die kommunale Wärmeplanung Schleswig-Holsteins. Nahwärmenetze gelten als wichtiger Bestandteil einer dezentralen und regenerativen Energieinfrastruktur – insbesondere dort, wo der Ausbau von Fernwärme nicht wirtschaftlich realisierbar ist.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Unternehmen Wärmeversorgung

Fellbach: Fortschritte bei Wärmeplanung

[09.01.2026] Fellbach treibt die kommunale Wärmeplanung mit dem Ziel einer klimaneutralen Wärmeversorgung bis 2040 voran. Der Gemeinderat setzt dabei auf Machbarkeitsstudien für Wärmenetze, den Ausbau von Photovoltaik und Wärmepumpen sowie auf eine intensive Information der Bürgerschaft. mehr...

Stadtwerke Osnabrück: Zwischenbilanz zu Wärmepumpen-Komplettpaket

[08.01.2026] Nach einem Jahr ziehen die Stadtwerke Osnabrück eine positive Zwischenbilanz ihres Wärmepumpen-Komplettpakets. Das gemeinsam mit Industriepartnern und regionalem Handwerk entwickelte Modell stößt auf anhaltendes Interesse und wird inzwischen durch PV- und Speicherlösungen ergänzt. mehr...

bericht

Hamburg: Wärme aus Abwasser

[07.01.2026] Mit der größten Abwasserwärmepumpe Deutschlands treiben die Hamburger Energiewerke und Hamburg Wasser die Wärmewende voran. Das Pionierprojekt im Energiepark Hafen demonstriert, wie Städte ihre lokalen Energiepotenziale nutzen können. mehr...

bericht

Wärmeversorgung: Das Jahrhundert der Großwärmepumpe

[05.01.2026] Vor einem Jahr ging auf dem Hafengelände der dänischen Stadt Esbjerg die weltweit größte Meerwasserwärmepumpe mit CO2 als natürlichem Kältemittel in Betrieb. Die Anlage produziert nicht nur klimaneutral Wärme, sondern trägt auch zur Netzstabilisierung bei. mehr...

Stiftung Umweltenergierecht: Leitfäden für die Wärmewende

[05.01.2026] Neue Leitfäden sollen Kommunen, Energieversorgern sowie Bürgerinnen und Bürgern den Weg von der kommunalen Wärmeplanung in die praktische Umsetzung erleichtern. Sie bündeln rechtliche Hinweise, Handlungsempfehlungen und Beispiele aus der Praxis für die lokale Wärmewende. mehr...

Osnabrück: Kommunale Wärmeplanung abgeschlossen

[18.12.2025] Die Stadt Osnabrück hat ihre kommunale Wärmeplanung abgeschlossen und damit frühzeitig die Grundlage für eine klimaneutrale Wärmeversorgung bis 2040 gelegt. Der Stadtrat hat das Konzept samt erster Umsetzungsaufträge beschlossen und damit den Übergang von der Planung in die Praxis eingeleitet. mehr...

Nordrhein-Westfalen: Bündnis für Heizwende gegründet

[15.12.2025] Nordrhein-Westfalen bündelt Kräfte aus Politik, Wirtschaft und Verbraucherschutz, um den Umstieg auf moderne und sparsame Heizsysteme zu erleichtern. Ein neues Bündnis startet unter dem Titel „Heizkeller der Zukunft“ eine landesweite Offensive für bezahlbares und klimafreundliches Heizen. mehr...

Schornsheim: Klimaneutrales Neubaugebiet fertiggestellt

[11.12.2025] Schornsheim hat das neue Neubaugebiet Gänsweide übernommen, das komplett auf Erdwärme setzt. MVV zufolge ist es das erste Gebiet der Verbandsgemeinde Wörrstadt, das mit einem kalten Nahwärmenetz erschlossen wurde. mehr...

Agentur für Erneuerbare Energien: Hintergrundpapier bewertet Wärmewende

[11.12.2025] Ein Hintergrundpapier der Agentur für Erneuerbare Energien zeigt deutliche Unterschiede beim Fortschritt der Wärmewende in den Bundesländern. Die Analyse beleuchtet sowohl den Ausbau erneuerbarer Wärme als auch den Stand der kommunalen Wärmeplanung. mehr...

Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim: Bürgerbeteiligung beeinflusst Fernwärmeplanung

[11.12.2025] In Ludwigsburg und Kornwestheim beeinflusst die Bürgerbeteiligung erstmals spürbar die Fernwärmeplanung. Wie die Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim berichten, führt die Nachfrage der Anwohner direkt zu vorgezogenen Ausbauschritten. mehr...

naturstrom: Zuschlag für Wärmeplanung erhalten

[10.12.2025] naturstrom und EnergyEffizienz haben erstmals gemeinsam den Zuschlag für eine kommunale Wärmeplanung erhalten. Die beiden Unternehmen sollen die Wärmeplanung für die Kommunale Allianz Aurach-Zenn in Nordbayern erarbeiten. mehr...

Wärmewende Akademie: Positive Bilanz nach einem Jahr

[10.12.2025] Die Mannheimer Wärmewende Akademie zieht ein Jahr nach ihrer Eröffnung eine positive Bilanz: Über 90 Handwerksbetriebe haben ihre Schulungen durchlaufen und unterstützen die Umstellung auf klimafreundliche Heizsysteme. mehr...

Neutraubling: Biomasseheizwerk ans Wärmenetz gegangen

[08.12.2025] REWAG hat in Neutraubling jetzt ein Biomasseheizwerk offiziell in Betrieb genommen. Die Anlage soll das Wärmenetz stabilisieren und ein weiterer Schritt zur Dekarbonisierung sein. mehr...

Deutsche Telekom: Abwärme für Berliner Wohnkomplex

[04.12.2025] Ein denkmalgeschützter Wohnkomplex in Berlin-Schöneberg wird künftig zu großen Teilen mit Abwärme aus einem Telekom-Rechenzentrum beheizt. Das geplante System soll rund zwei Drittel des Wärmebedarfs der 500 Wohnungen abdecken, ohne die Mieter finanziell zusätzlich zu belasten. mehr...

Wuppertal: Online-Beteiligung zur Wärmeplanung gestartet

[04.12.2025] Wuppertal bittet die Bevölkerung erneut um Hinweise zur kommunalen Wärmeplanung und öffnet dafür eine zweite Online-Beteiligung. Bis zum 12. Dezember können Bürgerinnen und Bürger laut wer denkt was Vorschläge zur klimaneutralen Wärmeversorgung bis 2045 einreichen. mehr...