FörderprogrammeGewusst wie

Kommunen stehen verschiedene Möglichkeiten zur Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen offen.
(Bildquelle: PEAK Agentur für Kommunikation)
Kommunen gelten vielen Klimaschützern als Schlüsselakteure; und das nicht erst, seitdem die letzten globalen Klimaschutzgipfel gescheitert sind. In der Kommune wird nicht nur debattiert, sondern es werden konkrete Maßnahmen umgesetzt. Die Politik teilt diese Auffassung und hat für den kommunalen Klimaschutz Geld zur Verfügung gestellt. Für jede Klimaschutzmaßnahme finden Kommunen inzwischen ein passendes Förderprogramm – von der Erstellung eines Klimaschutzkonzepts bis hin zur Sanierung des Rathauses. Für viele Kommunalverwaltungen ist es allerdings sehr mühsam und aufwendig, den Überblick über all die Angebote zu behalten.
Die Energieagentur Regio Freiburg berät zahlreiche Städte und Gemeinden im Südwesten der Bundesrepublik. Die Recherche nach geeigneten Förderprogrammen ist dabei immer ein zentraler Bestandteil der Beratung. Vor der Antragstellung sollte sich die Kommune genau überlegen, für welche Maßnahmen sie eine Förderung beantragen möchte. Es sollte auch entschieden werden, ob die Kommune selbst als Antragsteller agiert oder besser eine städtische Gesellschaft wie die Stadtwerke damit beauftragt. Im Voraus muss festgelegt werden, wann die Maßnahmen beginnen sollen und wann sie voraussichtlich abgeschlossen sind. Dies sollte frühzeitig mit den Antragsfristen der in Frage kommenden Förderprogramme abgeglichen werden. Schließlich sollte genau geprüft werden, welche Auflagen es beispielsweise für die technische Umsetzung gibt. Erst dann kann die Suche nach dem geeigneten Förderprogramm beginnen.
Kredit oder Zuschuss?
Generell unterscheiden sich die Programme bei der Art der Förderung: Erhält die Kommune einen Kredit, einen Investitionszuschuss oder sogar beides? Wird ein Teil der Energie- und Steuerkosten erstattet? Bei den Geldgebern kommen zudem unterschiedliche Akteure in Frage. Um die Kommunen kümmern sich vor allem die Europäische Union, der Bund und die Bundesländer. Ein weiteres wichtiges Kriterium ist der Fördergegenstand. Die Struktur der Förderprogramme ist oft ähnlich. Üblicherweise wird in vier Bereichen gefördert: Beratungsleistungen, Forschungs-, Modell- oder Pilotprojekte und Kampagnen sowie investive Maßnahmen etwa beim Klimaschutz, der Gebäudesanierung, der Anlagentechnik oder beim Einsatz erneuerbarer Energien.
Einer der wichtigsten Fördergeber ist die KfW-Förderbank. Sie bietet zinsvergünstigte Kreditfinanzierungen in allen Bereichen des kommunalen Klimaschutzes an. Einer ihrer Schwerpunkte ist die energetische Stadtsanierung. Hier gibt es beispielsweise das Programm 432, das die Erstellung eines Quartierskonzepts und die Einstellung eines Sanierungsmanagers unterstützt. Dabei können sich Kommunen Zuschüsse in Höhe von bis zu 65 Prozent der förderfähigen Kosten sichern.
Angebote für Klimaschutzkonzepte
Auch bei der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums (BMUB) lohnt es sich für Kommunalvertreter, genauer hinzuschauen. Sie ist eines der Instrumente, mit dem die Bundesregierung bis zum Jahr 2050 die Treibhausgasemissionen um 80 bis 95 Prozent senken will. Seit 2008 wurden dabei mehr als 5.000 Klimaschutzprojekte in über 2.500 Kommunen mit einem Fördervolumen von bislang rund 240 Millionen Euro unterstützt. Antragsberechtigt sind Gemeinden, öffentliche und kulturelle Träger sowie kulturelle Einrichtungen. Das BMUB fördert in diesem Programm unter anderem die Erstellung von Klimaschutzkonzepten mit bis zu 65 Prozent der Kosten. Wer einen Klimaschutz-Manager einstellen möchte, kann sich zudem bis zu 65 Prozent der Personalkosten erstatten lassen. Auch Beratungsleistungen zu Beginn der Klimaschutzaktivitäten einer Kommune werden bezuschusst. Für die Erneuerung der Wärmeversorgung mit regenerativen Energien ist das Marktanreizprogramm des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) interessant. Hier gibt es Zuschüsse für thermische Solaranlagen, Biomassekessel und Wärmepumpen. Wenn die neue Heizungsanlage bestimmte zusätzliche Kriterien erfüllt, können Kommunen verschiedene Bonusförderbeträge wie Effizienzbonus oder Wärmenetzbonus erhalten.
Wer bei all diesen Angeboten des Bundes noch nicht fündig geworden ist, kann sich im eigenen Bundesland umschauen. In Baden-Württemberg gibt es beispielsweise eine interessante Alternative zu den Bundesfördermitteln. Mit dem Programm werden Beratungen und Klimaschutzmaßnahmen je nach Höhe der eingesparten CO2-Emissionen gefördert.
Dieser Beitrag ist in der Ausgabe September/Oktober von stadt+werk im Spezial Finanzierung erschienen. Hier können Sie ein Exemplar bestellen oder die Zeitschrift abonnieren.
Stadtwerke Kempen: Finanzierung aus der Crowd
[13.05.2026] Eine Million Euro haben die Stadtwerke Kempen für den Ausbau der Lade-Infrastruktur für Elektroautos eingesammelt. Das Geld stammt aus einem Crowdinvesting-Projekt über die Plattform DKB-Crowd. mehr...
Stadtwerke Münster: Start von Bürgerbeteiligung an Windenergieanlage
[07.05.2026] Die Stadtwerke Münster öffnen die Finanzierung ihrer neuen Windenergieanlage in Lemgo für Bürgerinnen und Bürger. Ab 11. Mai können Anwohner und später auch Stromkunden in das 5,7-Megawatt-Projekt investieren und sich eine feste Verzinsung sichern. mehr...
eueco: Bürgerbeteiligung als Finanzierungsstrategie
[29.04.2026] Ein neuer Leitfaden zeigt, wie Stadtwerke Bürgerkapital gezielt als Eigenkapital- und Co-Finanzierungsbaustein für die Energiewende einsetzen können. Angesichts wachsender Investitionen in Erneuerbare, Speicher und Netze rückt damit ein Finanzierungsmodell in den Blick, das Kapitalbeschaffung und lokale Bindung kombiniert. mehr...
Crowdfunding: Alternative Finanzierungsmodelle
[21.04.2026] Die Stadtwerke Hennigsdorf haben 20 Prozent der Kosten für ihren Wärmespeicher über Crowdfunding finanziert. Das Projekt zeigt, dass die finanzielle Beteiligung der Bevölkerung an solchen Projekten den Rückhalt für die Energiewende stärkt. mehr...
Görgeshausen: Solarpark offen für Bürgerbeteiligung
[17.04.2026] Bürgerinnen und Bürger haben die Möglichkeit, sich finanziell an der Erweiterung des Solarparks Görgeshausen in Rheinland-Pfalz zu beteiligen. Mit diesem Vorhaben wollen die Energieversorgung Mittelrhein und die Energiegesellschaft Görgeshausen rund 400.000 Euro einsammeln. mehr...
Bürgerbeteiligung: Kunden als Investoren
[13.04.2026] Mit ihrem Bürgerfinanzierungsmodell sammeln die Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim zur Umsetzung der Energiewende benötigtes Kapital. Anleger profitieren dabei von attraktiven Zinsen. Diese Win-win-Situation war nur mit professioneller Unterstützung umsetzbar. mehr...
Stadtwerk am See: Finanziell attraktive Geldanlage
[03.03.2026] Die Kunden des Stadtwerks am See haben die Möglichkeit, sich am Erfolg des gesamten Unternehmens zu beteiligen. Der kommunale Versorger gibt zehn Millionen Euro in Form von Genussrechten aus. mehr...
Stadtwerke Münster: Bürgerbeteiligung an Solarpark
[25.02.2026] Die Stadtwerke Münster bieten eine Bürgerbeteiligung an einem neuen Agri-Solarpark an. Das Projekt verbindet Stromerzeugung mit Landwirtschaft. Anlegerinnen und Anleger erhalten vier Prozent Zinsen pro Jahr bei einer Laufzeit von zehn Jahren. mehr...
VKU/BDEW: Stellungnahme zum Diskussionspapier der Bundesnetzagentur
[19.02.2026] Die Branchenverbände VKU und BDEW haben sich jetzt jeweils zum Diskussionspapier der Bundesnetzagentur zu möglichen Einspeisenetzentgelten positioniert. Beide Verbände begrüßen Reformschritte bei den Stromnetzentgelten, lehnen dynamische Einspeiseentgelte jedoch ab. mehr...
Bundesnetzagentur: Orientierungspunkte für Einspeiseentgelte vorgelegt
[19.02.2026] Die Bundesnetzagentur hat jetzt Orientierungspunkte für Einspeiseentgelte vorgelegt. Daraus geht hervor, dass die Behörde Stromerzeuger ab 2029 systematisch an den Netzkosten beteiligen und dafür ein Kapazitätsentgelt sowie dynamische Einspeiseentgelte einführen will. mehr...
Sachsen: Förderbank unterstützt Energiewendeprojekte
[19.02.2026] Der Sachsenkredit Energie und Speicher der Sächsischen Aufbaubank finanziert Photovoltaik-, Windkraft- und Speicherprojekte in Sachsen. Wie das Instrument 2025 Investitionen von rund 1,2 Millionen Euro ermöglichte und was das für kommunale Infrastruktur bedeutet, zeigt das Beispiel Bad Muskau. mehr...
Marktoffensive Erneuerbare Energien: Vertragsmuster für virtuelle Power Purchase Agreements vorgelegt
[18.02.2026] Die Marktoffensive Erneuerbare Energien hat jetzt ein Vertragsmuster für virtuelle Power Purchase Agreements vorgelegt. Damit soll der bislang wenig verbreitete vPPA-Markt in Deutschland standardisiert und für Unternehmen rechtssicherer zugänglich werden. mehr...
Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim: Bürgerfinanzierungsmodell erreicht Schlussphase
[04.02.2026] Die Bürgerfinanzierung SWLB KLIMA-Invest der Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim steuert auf die Schlussphase zu. Bis zum 1. März können sich Interessierte noch beteiligen, nachdem bereits über vier Millionen Euro gezeichnet wurden. mehr...
REWAG: Crowdfunding-Plattform gestartet
[03.02.2026] Ab sofort können Vereine und Initiativen aus Regensburg und der Region ihre gemeinnützigen Projekte online vorstellen. Wie die REWAG mitteilt, steht dafür ein Fördertopf in Höhe von 50.000 Euro bereit. Die Plattform soll lokale Vorhaben sichtbarer machen und sie finanziell unterstützen. mehr...
Schleswig-Holstein: Erhöhung des Bürgerenergiefonds
[20.01.2026] Schleswig-Holstein erhöht den Bürgerenergiefonds um weitere fünf Millionen Euro und stärkt damit die Finanzierung von Energieprojekten in Bürgerhand. Das Gesamtvolumen des Fonds steigt auf 15 Millionen Euro und soll neue Wind-, Solar- und Wärmeprojekte anschieben. mehr...















