SachsenHochlauf der Wasserstoffwirtschaft
Im Rahmen eines Thementags hat sich jetzt Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) über innovative Projekte und Akteure in Leipzig informiert, die den Aufbau einer nachhaltigen Wasserstoffinfrastruktur vorantreiben. Wie das Sächsische Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr mitteilt, besuchte er unter anderem die IPCEI-Wasserstoffvorhaben, das Heizkraftwerk Leipzig Süd, die Energiebörse EEX, den Wasserstoffhändler Hintco, den Logistikhub der DHL und das BMW-Werk. Dabei standen die Erzeugung, der Transport und Handel sowie konkrete Anwendungen von Wasserstoff und synthetischem Kerosin im Mittelpunkt.
Dulig betonte die strategische Bedeutung von grünem Wasserstoff für die Erreichung von Klimaneutralität und hob hervor, dass Sachsen frühzeitig die Potenziale erkannt und konkrete Maßnahmen gestartet habe. Der Freistaat plane, den Aufbau der Wasserstoffwirtschaft in der Leipziger Region mit mehr als 200 Millionen Euro zu fördern. Martin Dulig erklärte: „Leipzig und das gesamte Umland werden so zu einem der Hot Spots der Wasserstoffwirtschaft in Europa.“
Anstieg des Wasserstoffbedarfs
Dem Ministerium zufolge prognostizierte die 2021 veröffentlichte Studie „Wertschöpfungspotenziale von Wasserstoff für Sachsen“ bis 2030 die Schaffung von rund 4.800 Arbeitsplätzen und einem Umsatz von etwa 1,7 Milliarden Euro in sächsischen Unternehmen durch die Wasserstoffwirtschaft.
Internationale Studien, wie die von Pricewaterhouse Coopers, zeigten einen weltweiten Anstieg des Wasserstoffbedarfs von 76 Megatonnen auf bis zu 600 Megatonnen pro Jahr bis 2050. Entsprechend planen Regierungen und politische Entscheidungsträger den Ausbau von Infrastrukturen und Partnerschaften, um Wasserstoff in alle Bereiche der Wirtschaft zu integrieren.
Sachsen unterstütze Projekte im Rahmen des europäischen Großvorhabens IPCEI Wasserstoff. Das Dresdner Unternehmen Sunfire erhalte beispielsweise eine Förderung in Höhe von 162 Millionen Euro für den Aufbau einer industriellen Fertigung von Elektrolyseuren. Diese technischen Vorrichtungen ermöglichten die Erzeugung von Wasserstoff aus erneuerbaren Energien.
Ein weiteres Highlight sei das LHyVE-Konsortium, ein grüner Wasserstoffring für die Region Leipzig. Hier kooperierten Unternehmen wie die Leipziger Gruppe, ONTRAS Gastransport, EDL Anlagenbau und VNG, um die gesamte Wertschöpfungskette von Wasserstoff in der Region abzudecken und europaweit zu vernetzen.
Transparenz im Wasserstoffmarkt
Die European Energy Exchange (EEX) trage zur Transparenz im Wasserstoffmarkt bei und arbeite mit dem Unternehmen Hintco zusammen, einem Tochterunternehmen der H2Global Stiftung. Gemeinsam entwickelten sie eine Wasserstoff-Handelsplattform, um Preise und Handelsumfang zu bestimmen.
Auch im Bereich grüne Logistik setze Sachsen Akzente. Unternehmen wie DHL, die Mitteldeutsche Flughafen AG und HH2E entwickeln am Flughafen Leipzig/Halle ein Zentrum für die Produktion emissionsfreier Flugkraftstoffe. Die Initiative NetZeroLEJ soll einen Beitrag zur CO2-Reduktion leisten und den Industriestandort stärken.
Das BMW-Werk Leipzig setze auf Wasserstoff in der Prozesswärme. Die dort eingesetzten bivalenten Methan-/Wasserstoffbrenner tragen dazu bei, die CO2-Emissionen zu reduzieren. Das Werk plane, sich an ein mitteldeutsches Wasserstoffnetz anzuschließen, um den Einsatz von Wasserstoff kontinuierlich zu steigern.
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