Dienstag, 4. August 2026

Stadtwerke HeidelbergKälte-aus-Wärme-Anlage versorgt Kino

[25.10.2017] Die Stadtwerke Heidelberg erweitern ihr Dienstleistungsportfolio um die klimaschonende Kälteversorgung. Eine erste Kälte-aus-Wärme-Anlage versorgt den Luxor Filmpalast mit 15 Kinosälen und künftig auch Teile des Passivhausstadtteils Bahnstadt.
Die neue Anlage zur Kälteversorgung des Luxor-Filmpalasts.

Die neue Anlage zur Kälteversorgung des Luxor-Filmpalasts.

v.l.: Georg Stier, zuständig für Kältelösungen bei den Stadtwerken Heidelberg und Berater Carsten Hindenburg, Geschäftsführer von Hindenburg Consulting – Solar.Cooling.Comfort

(Bildquelle: Stadtwerke Heidelberg GmbH)

Auch bei der Kälteversorgung erfüllt der im Passivhausstandard gebaute Luxor-Filmpalast höchste Standards. Er schließt im Norden an Heidelbergs Passivhausstadtteil Bahnstadt an. Die Kälteenergie wird in der Grundlast nahezu klimaneutral aus der Fernwärme erzeugt, die ihrerseits aus nachwachsenden Rohstoffen produziert wird. Eine Adsorptionsanlage wandelt die Wärme in Kälte um und stellt so rund 30 Prozent der Kälte bereit. Wie die Stadtwerke Heidelberg melden, wird der weitere Kältebedarf über eine angeschlossene Kompressionskälteanlage erzeugt.
Michael Teigeler, Geschäftsführer der Stadtwerke Heidelberg Energie, sagt: „Da die Klimatisierung ein Faktor für den steigenden Energieverbrauch im Gebäudebereich ist, sehen wir in Lösungen für eine hocheffiziente und klimaschonende Kälteversorgung ein wachsendes Geschäftsfeld. Damit erweitern wir unsere Angebote um eine neue Energiedienstleistung.“ Die Stadtwerke Heidelberg wollen damit ihre sich wandelnde Rolle vom reinen Energielieferanten hin zum Anbieter von Services unterstreichen. Die neue Anlage markiere konkret den Einstieg in die Kältetechnik.
Dabei funktioniert die Adsorptionskälteanlage wie folgt: In einem hermetisch geschlossenen Behälter wird das Kältemittel Wasser bei niedrigem Druck verdampft. Die dafür benötigte Energie wird einem Kaltwasser-Pufferspeicher entzogen. Der erzeugte Kältemitteldampf wird von einem Sorptionsmittel aufgenommen. Auf diese Weise kann der Verdampfungsprozess eine Weile aufrechterhalten werden. Wenn das Sorptionsmittel gesättigt ist, wird es mithilfe der Fernwärme bei 65 bis 80 Grad Celsius beheizt. So kann das Wasser wieder aus dem Sorptionsmittel ausdampfen. Da während dieses Vorgangs keine Kälte erzeugt werden kann, sind zwei Adsorber so verschaltet, dass sie wechselweise Kälte erzeugen und dann wieder aufgeheizt werden können. Nach dem Ausheizvorgang wird das gasförmige Kältemittel Wasser in einem Kondensator erneut verflüssigt und steht damit wieder für die Kälteerzeugung bereit. Die im Kondensator frei werdende Wärme wird über einen Rückkühler an die Umgebung abgeführt.
Die Kälteleistung der Anlage liegt nach Angaben der Stadtwerke bei 550 Kilowatt (kW). 300 kW davon werden im Kino genutzt, die restliche Leistung ist für den Anschluss des östlichen Baufeldes der Bahnstadt vorgesehen. Die ergänzende Kompressionskältemaschine sorgt mit einem ölfreien Turboverdichter mit Teillastverfahren zusätzlich für eine hohe Energieeffizienz, informiert der Heidelberger Versorger. Ein Kaltwasser-Pufferspeicher mit zehn Kubikmetern verbessere die Effizienz der Anlage weiter. So können mit dem Speicher zwei bis drei Stunden auch ohne Kältemaschinenbetrieb überbrückt werden.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Wärmeversorgung

Berlin: Workshop zur Umsetzung der Wärmeplanung

[30.07.2026] Ein Workshop des IÖW und des Aktionskreises Energie hat den Unterstützungsbedarf von Berliner Nahwärme-Initiativen untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass Bürgerprojekte eine wichtige Rolle bei der Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung übernehmen können. mehr...

Köln: Grundsteinlegung für Europas größte Flusswasser-Wärmepumpe

[29.07.2026] RheinEnergie baut in Köln Europas größte Flusswasser-Wärmepumpe für die Fernwärmeversorgung. Mit der Grundsteinlegung startet ein Großprojekt, das ab 2028 bis zu 50.000 Haushalte versorgen und als Vorbild für andere Städte dienen soll. mehr...

SAENA: Webinar zur Umsetzung der Wärmeplanung

[29.07.2026] Nach der kommunalen Wärmeplanung rückt die Umsetzung in den Fokus. Ein Webinar der Sächsischen Energieagentur zeigt sächsischen Kommunen, wie sie einen Umsetzungsmanager fördern lassen können und welche Unterstützung dafür bereitsteht. mehr...

Bremerhaven: Wärme für kommunale Wohnungen

[22.07.2026] Eine langfristige Vereinbarung zur Wärmeversorgung von mehr als 5.000 Wohnungen haben die Städtische Wohnungsgesellschaft Bremerhaven und swb geschlossen. Nach Angaben von swb soll damit die Wärmeversorgung des kommunalen Wohnungsbestands schrittweise weiterentwickelt und auf dem Weg zur Klimaneutralität Fernwärme mit dezentralen Wärmelösungen kombiniert werden. mehr...

Konstanz: Wärmeverbund für neuen Stadtteil

[22.07.2026] Die Stadtwerke Konstanz und die Firma solarcomplex haben die Projektgesellschaft Wärmeversorgung Hafner gegründet. Sie soll den Aufbau und Betrieb eines Wärmeverbunds im ersten Bauabschnitt des Neubaugebiets Hafner übernehmen. mehr...

Blick über die Baustelle des Quartiers Lagarde auf dem ehemaligen Kasernengelände in Bamberg. Im Vordergrund liegen gebündelte Kunststoffrohre für die Wärmeversorgung, dahinter sind Bewehrungsarbeiten, Baugruben und Erdarbeiten zu sehen. Mehrere Kräne, Bagger und Baustellenfahrzeuge prägen das Bild. Im Hintergrund stehen sanierte historische Backsteingebäude des entstehenden Campus, der im Rahmen der Wärmewende mit einer klimafreundlichen Energieinfrastruktur ausgestattet wird.

Bamberg: Beispielhafte Wärmewende im Quartier

[20.07.2026] Der Lagarde Campus in Bamberg soll nach Angaben der Fraunhofer-Allianz Energie zeigen, wie eine klimaneutrale und wirtschaftliche Wärmeversorgung in urbanen Quartieren umgesetzt werden kann. Das Projekt verbindet erneuerbare Wärmequellen, digitale Steuerung und sektorenübergreifende Energieversorgung. Die Erfahrungen sollen auch in die kommunale Wärmeplanung einfließen. mehr...

Luftaufnahme eines zylindrischen Wärmespeichers auf dem Gelände eines Heizwerks in Gelsenkirchen. Der weiß verkleidete Speicher steht neben Industriegebäuden, einem Schornstein und Rohrleitungen. Rundherum sind Straßen, Parkplätze, Gewerbebauten und Grünflächen zu sehen. Der Wärmespeicher ist in das Fernwärmenetz des Standorts eingebunden.

Steag Iqony: Wärmespeicher auf Schalke

[09.07.2026] Die Steag Iqony Group hat nach etwas mehr als zwei Jahren Bauzeit einen Wärmespeicher in Gelsenkirchen in Betrieb genommen. Die Anlage soll die Ruhrfernwärme flexibler machen und Erzeugung sowie Verbrauch zeitlich besser aufeinander abstimmen. mehr...

EWE: Großwärmepumpe ist eingetroffen

[08.07.2026] EWE hat die Großwärmepumpe für das Wärmenetz im Oldenburger Stadtteil Ohmstede geliefert. Die Anlage ist das Kernstück der Modernisierung der Heizzentrale und soll die Wärmeversorgung klimafreundlicher sowie unabhängiger von fossilen Energieträgern machen. mehr...

Bremen: Klimaturm eingeweiht

[07.07.2026] Auf der Bremer Überseeinsel ist der erste Klimaturm der Stadt in Betrieb gegangen, eine vertikale Luft-Wasser-Großwärmepumpe für urbane Quartiere. Das System soll eine Lücke zwischen Fernwärme und dezentralen Wärmepumpen schließen und könnte für die kommunale Wärmeplanung in schwer erschließbaren Gebieten relevant werden. mehr...

Ein Mitarbeiter von enercity trägt einen roten Schutzhelm und eine gelbe Warnweste und steht in einer technischen Anlage vor einer großen blauen Pumpeneinheit. Im Hintergrund bedient ein weiterer Mitarbeiter Armaturen und Rohrleitungen. Das Bild zeigt Arbeiten an einer Anlage zur Wärme- oder Energieversorgung.

enercity: Mehr Wärme aus Müllverbrennung

[29.06.2026] Die Energieversorgung in Hannover soll künftig stärker auf Fernwärme aus der thermischen Abfallverwertung setzen. EEW Energy from Waste und enercity erweitern dafür die Wärmekapazität der Anlage in Hannover-Lahe von 50 auf bis zu 85 Megawatt. mehr...

Bisher ungenutzte Abwärme kann einen Beitrag zur nachhaltigen Wärmeversorgung Berlins leisten.

Berlin: Hauptstadt hat Wärmeplan

[29.06.2026] Berlin hat einen gesamtstädtischen Wärmeplan beschlossen und legt damit den Fahrplan für eine klimaneutrale Wärmeversorgung bis 2045 fest. Das Konzept zeigt, wo Wärmenetze ausgebaut werden sollen und wo dezentrale Lösungen sinnvoll sind. mehr...

Augsburg: Kommunaler Wärmeplan beschlossen

[29.06.2026] Augsburg hat seinen kommunalen Wärmeplan beschlossen und legt damit die strategische Grundlage für die Wärmewende fest. Das Konzept zeigt mögliche Versorgungswege auf und wird durch neue Beratungs- und Unterstützungsangebote für Bürgerinnen und Bürger ergänzt. mehr...

Tettnang: Richtfest für Nahwärmezentrale

[24.06.2026] Das Nahwärmeprojekt in Tettnang hat einen weiteren Meilenstein erreicht. Knapp elf Monate nach dem Spatenstich wurde das Richtfest für die Energiezentrale gefeiert. Die erste Versorgung öffentlicher Gebäude mit erneuerbarer Wärme ist für September 2026 vorgesehen. mehr...

Hanau: Kommunaler Beirat soll Wärmeplan begleiten

[23.06.2026] Hanau richtet einen Kommunalen Entwicklungsbeirat ein, der die Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung begleiten soll. Das neue Beteiligungsformat bringt Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammen und soll Konflikte bei der Wärmewende frühzeitig sichtbar machen. mehr...

DStGB/DGRV: Genossenschaften als Motor der kommunalen Wärmewende

[19.06.2026] Eine neue Publikation von DStGB und DGRV zeigt, wie Genossenschaften die kommunale Wärmewende voranbringen können. Anhand von Praxisbeispielen verdeutlicht sie, warum gerade Städte, Gemeinden und ländliche Regionen von diesem Modell profitieren. mehr...