TrianelKlare Regeln für Batteriespeicher

Batteriespeicher sind laut Trianel eine systemrelevante Flexibilitätsoption.
(Bildquelle: 123RF.com)
Laut der Stadtwerke-Kooperation Trianel braucht der Umbau des Energiesystems mehr als nur neue Wind- und Solaranlagen. Entscheidend sei die Flexibilisierung des Systems. Ohne ausreichende Speicher steigen die Kosten. Die Netze würden an ihre Grenzen geraten. Marktmechanismen würden an Effizienz verlieren, wie das Unternehmen mitteilt. Auf der E-world energy & water 2026 (10. bis 12. Februar in Essen) ordnete Trianel im Rahmen eines Pressegesprächs die Rolle von Batteriespeichern politisch, technisch und marktwirtschaftlich ein. Im Mittelpunkt standen regulatorische Fragen, konkrete Projekte und die Vermarktung über sogenannte virtuelle Kraftwerke.
Kritik an regulatorischer Unsicherheit
Trianel betrachtet Batteriespeicher als systemrelevante Flexibilitätsoption. Regulatorisch werden sie jedoch weiterhin benachteiligt. Das Unternehmen bewertet die Diskussion der Bundesnetzagentur über rückwirkende Speichernetzentgelte besonders kritisch. Laut der derzeitigen Gesetzeslage sind Speicher für 20 Jahre von diesen Entgelten befreit. Eine nachträgliche Belastung würde die Unsicherheit für Investorinnen und Investoren erhöhen. Hinzu kommen unklare Marktrollen, Baukostenzuschüsse und mögliche Eingriffe in die Vermarktung. Das erschwert Investitionen zusätzlich. Trianel plädiert eigenen Angaben zufolge für einen investitionssicheren Rahmen, der Batteriespeicher als eigenständige systemische Flexibilität anerkennt.
Markus Hagel, Leiter des Bereichs Unternehmenskommunikation und Energiepolitik bei Trianel, sagt: „Ohne Batteriespeicher wird die Energiewende unnötig teuer. Sie sind keine Nischentechnologie, sondern eine systemrelevante Flexibilitätsoption. Dafür braucht es jetzt klare politische Weichenstellungen.“ Weiter erklärt er: „Batteriespeicher müssen regulatorisch als das behandelt werden, was sie sind. Sie sind weder Erzeuger noch Verbraucher, sondern ein zentraler Baustein für ein stabiles und effizientes Energiesystem.“
Großprojekt in Waltrop geplant
Der Batteriepark Waltrop zeigt laut Trianel, wie ein großer Speicher umgesetzt werden kann. Er entsteht auf Waltroper Gemeindegebiet in direkter Nähe zum Kraftwerksstandort Lünen (wir berichteten). Geplant sind eine Leistung von 900 Megawatt und eine Kapazität von 1.800 Megawattstunden. Die Inbetriebnahme ist für Mitte 2028 vorgesehen. Netzanschluss, Flächensicherung und Investorenstruktur sind bereits geklärt. Die Baugenehmigung wird im Februar 2026 erwartet. Der finale Baubeschluss steht bevor. Laut Trianel soll die Wirtschaftlichkeit des Projekts vollständig auf Markterlösen beruhen. Eine Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist nicht vorgesehen.
Klaus Horstick, Geschäftsführer von Trianel Flexibilitätsprojekte, sagt: „Der Batteriepark Waltrop zeigt, dass Großspeicher heute technisch beherrschbar, finanzierbar und wirtschaftlich darstellbar sind. Dass bislang nur wenige Investitionsentscheidungen für Batteriespeicher getroffen wurden, liegt nicht an fehlenden Projekten oder mangelndem Interesse. Es liegt an den unsicheren politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen.“ Er ergänzt: „Batteriespeicher sind marktlich finanzierte Flexibilität. Dafür brauchen sie einen stabilen und verlässlichen Rahmen. Ohne diesen werden Investitionen verzögert, obwohl der systemische Bedarf eindeutig ist.“
Einsatz im Virtuellen Kraftwerk
Laut Trianel entfalten Speicher den größten Nutzen im Verbund. Über ein virtuelles Kraftwerk werden verschiedene Anlagen digital zusammengeschaltet und zentral gesteuert. So können sie gemeinsam am Strommarkt auftreten. Batteriespeicher werden dort automatisiert gesteuert und an mehreren Märkten eingesetzt. Dazu zählen der Intraday-Handel, also der kurzfristige Stromhandel innerhalb eines Tages, sowie die Bereitstellung von Regelenergie zur Stabilisierung des Netzes.
Lars Becker, Leiter des Virtuellen Kraftwerks bei Trianel, sagt: „Besonders dezentrale Batteriespeicher entfalten ihren vollständigen wirtschaftlichen und systemischen Nutzen erst im Verbund. Im Virtuellen Kraftwerk werden sie automatisiert gesteuert, kontinuierlich optimiert und marktübergreifend eingesetzt.“ Er fügt hinzu: „Die Vermarktung von Batteriespeichern ist ein hochkomplexer Prozess. Entscheidend ist eine vollautomatisierte Optimierung, die die Fahrweise und die Marktzugänge laufend anpasst und dabei verschiedenste Marktdynamiken berücksichtigt.“
RWE: Batteriespeicher in Lingen geplant
[10.02.2026] RWE plant am Kraftwerksstandort Lingen einen Batteriespeicher mit 400 Megawatt Leistung und mindestens 800 Megawattstunden Kapazität. Die Anlage soll ab 2028 das Stromnetz stabilisieren und zeigt, welche Rolle Großspeicher im künftigen Energiesystem spielen. mehr...
Studie: Batteriegroßspeicher erzeugen Wohlfahrtsgewinne
[22.01.2026] Eine neue Analyse zeigt, dass Batteriegroßspeicher im deutschen Stromsystem deutliche Wohlfahrtsgewinne erzeugen und zur Stabilisierung des Marktes beitragen. Die Autoren warnen zugleich, dass pauschale regulatorische Eingriffe diesen Nutzen schmälern können. mehr...
BSW-Solar: Zunahme von stationären Batteriespeichern
[14.01.2026] Die Kapazität stationärer Batteriespeicher in Deutschland hat sich nach Branchenangaben innerhalb von fünf Jahren mehr als verfünffacht. Trotz des starken Wachstums sieht der Bundesverband Solarwirtschaft weiteren erheblichen Ausbaubedarf, um die Energiewende effizient voranzubringen. mehr...
Neoen/Uniper: Tolling-Vertrag für Batteriespeicher abgeschlossen
[12.01.2026] Neoen hat für seinen Batteriespeicher in Arneburg einen siebenjährigen Tolling-Vertrag mit Uniper abgeschlossen. Der Vertrag über 30 MW Leistung und 78 MWh Kapazität startet 2027 und regelt die Vermarktung und Optimierung der Anlage. mehr...
Ratingen: Batteriespeicher angeschlossen
[05.01.2026] Quantum hat in Ratingen einen Batteriespeicher mit 2,5 Megawatt Leistung an das Mittelspannungsnetz angeschlossen. Das Projekt soll kleineren und mittleren Stadtwerken Dienstleistungen rund um Speicher und Flexibilisierung ermöglichen. mehr...
Interview: Schlüssel für die Energiewende
[22.12.2025] Gemeinsam mit Stadtwerken realisiert Verbund Energy4Business Germany, Vertriebstochter des Unternehmens Verbund, Großbatteriespeicherprojekte. Im Interview erläutert Geschäftsführer Thomas Bächle, warum Batteriespeicher ein zentrales Element der Energiewende sind. mehr...
FFB PreFab: Erste Batterie vom Band gelaufen
[22.12.2025] In Münster ist erstmals eine elektrisch funktionsfähige Lithium-Ionen-Batteriezelle aus der Forschungsfabrik FFB PreFab entstanden. Die Anlage bildet eine vollständige europäische Prozesskette von der Elektrodenfertigung bis zur geladenen Zelle ab und gilt als wichtiger Schritt für Batterien aus Deutschland. mehr...
Kreis Freising: Floor-Vertrag für Batteriespeicher abgeschlossen
[18.12.2025] Ein Floor-Vertrag zwischen MVV Trading und der Bürger Energie Genossenschaft Freisinger Land soll die Wirtschaftlichkeit eines neuen Batteriespeichers sichern. Das Konzept verbindet eine garantierte Mindestvergütung mit der flexiblen Vermarktung an Strom- und Regelenergiemärkten. mehr...
SWLB: Stromspeicher in Planung
[16.12.2025] In Ludwigsburg entsteht ab 2026 ein Stromspeicher mit 1,3 Megawatt Leistung und fünf Megawattstunden Kapazität. Das Projekt der Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim soll erneuerbare Energien besser ins Netz integrieren und neue Flexibilitätsoptionen erschließen. mehr...
Second-Life-Batterien: Innovation trifft Ressourceneffizienz
[15.12.2025] E-Auto-Batterien landen oft im Recycling, obwohl sie noch einen Großteil ihrer ursprünglichen Speicherkapazität besitzen. Im Projekt UniSTA zeigen Uniper und STABL Energy, wie sich solche Second-Life-Batterien als Alternative zu neuen Speichersystemen nutzen lassen. mehr...
Energiespeicherung: Batteriespeicher erleben Boom
[08.12.2025] Batteriespeicher sind ein wichtiges Element der Energiewende, denn sie gleichen Produktions- und Nachfrageschwankungen aus. Deutschland muss schnell rechtssichere und vor allem bundesweit einheitliche Regelungen schaffen, um das Potenzial voll ausschöpfen zu können. mehr...
Zeithain: Baustart von Solar-Batterie-Kombiprojekt
[18.11.2025] In Zeithain entsteht ein Kombiprojekt aus Solarfeld und Batteriespeicher, das den intelligenten Ausbau erneuerbarer Energien demonstrieren soll. SachsenEnergie meldet den Start der Bauarbeiten für eine 20-Megawatt-PV-Anlage, die später um einen leistungsstarken Speicher ergänzt werden soll. mehr...
Staßfurt: Großspeicher entsteht
[10.11.2025] In Förderstedt bei Staßfurt entsteht ein groß dimensionierter Batteriespeicher mit 300 Megawatt Leistung und mehr als 700 Megawattstunden Speicherkapazität. Nach Angaben von Eco Stor soll die privat finanzierte Anlage das Stromnetz stabilisieren und in Zeiten schwankender Einspeisung aus erneuerbaren Energien bis zu 500.000 Haushalte zwei Stunden lang versorgen können. mehr...
Gundremmingen: Bau des größten Batteriespeichers Deutschlands
[07.11.2025] RWE baut in Gundremmingen den bislang größten Batteriespeicher Deutschlands. Die Anlage mit 400 Megawatt Leistung soll 2028 in Betrieb gehen und rund 230 Millionen Euro kosten. mehr...















