LotteKommunalen Wärmeplan vorgelegt

Der kommunale Wärmeplan der Gemeinde Lotte steht.
v.l.: Tobias Koch, Geschäftsführer Stadtwerke Tecklenburger Land; Philip Middelberg, Bürgermeister von Lotte
(Bildquelle: Stadtwerke Tecklenburger Land/Vera Konermann)
Mit dem jetzt vorgelegten kommunalen Wärmeplan stellt die Gemeinde Lotte die Weichen für eine klimafreundliche Wärmeversorgung – und das deutlich früher als gesetzlich vorgeschrieben. Wie die Stadtwerke Tecklenburger Land mitteilen, haben sie gemeinsam mit dem Aachener Planungsbüro BET und der Kommune die aktuelle Wärmeinfrastruktur analysiert sowie ein Szenario für eine treibhausgasneutrale Versorgung bis zum Jahr 2040 entworfen. Der Plan richtet sich nicht verpflichtend an die Bürgerinnen und Bürger, sondern versteht sich als Orientierungshilfe – etwa bei Sanierungsvorhaben oder der Wahl neuer Heizsysteme.
Insgesamt benötigen die 3.831 Gebäude in Lotte jährlich rund 179 Gigawattstunden Endenergie für Wärme, was einem jährlichen Treibhausgasausstoß von 46.000 Tonnen CO₂-Äquivalenten entspricht. Etwa 75 Prozent dieser Energie wird derzeit von Gebäuden verbraucht, die älter als 40 Jahre sind. Der Sanierungsbedarf ist entsprechend hoch. Die Wärmeversorgung erfolgt bislang fast ausschließlich über fossile Energieträger, wobei Gas und Heizöl dominieren.
Die Studie prognostiziert, dass sich der Bedarf an Raumwärme durch bauliche Maßnahmen realistisch um 25 Prozent senken lässt. Theoretisch wäre sogar eine Reduktion um 55 Prozent möglich, sofern umfassend saniert und Fördermittel optimal genutzt werden. Gleichzeitig analysiert der Plan, wo leitungsgebundene Wärmeversorgung künftig wirtschaftlich sinnvoll sein könnte. Potenziale dafür sieht die Untersuchung in Alt-Lotte, Büren und Wersen – dort sind die Wärmedichten ausreichend hoch. In anderen Ortsteilen dürften dezentrale Lösungen wie Luftwärmepumpen dominieren.
Für das Zieljahr 2040 rechnet die Planung damit, dass Erdgas in der Wärmeversorgung nahezu keine Rolle mehr spielt. Es werde dann nur noch für industrielle Prozesswärme oder zur Abdeckung von Lastspitzen in Wärmenetzen eingesetzt – und zwar möglichst in Form von grünem Methan.
Bürgermeister Philip Middelberg (SPD) betont den Orientierungswert des Plans für Eigentümerinnen und Eigentümer. Tobias Koch, Geschäftsführer der Stadtwerke Tecklenburger Land, kündigt an, dass die eigene Infrastruktur mit Blick auf diese Ergebnisse frühzeitig angepasst werden soll. Der Wärmeplan empfiehlt außerdem weiterführende Machbarkeitsstudien für Wärmenetze, Beratungsangebote für Sanierungen sowie die Integration der Erkenntnisse in die Bauleitplanung.
Die Studie kommt zu dem Schluss, dass in Lotte genügend regenerative Wärmequellen zur Verfügung stehen, um eine klimaneutrale Versorgung bis 2040 zu erreichen – vorausgesetzt, die Maßnahmen werden konsequent umgesetzt und die Bevölkerung wird bei der Transformation mitgenommen.
Kooperation: Klimaneutrale Wärme in der Lausitz
[16.03.2026] Drei Stadtwerke aus der Lausitz treiben ihre Wärmewende voran. Die Unternehmen aus Weißwasser, Hoyerswerda und Spremberg haben einen Planervertrag für ein gemeinsames Projekt zur Transformation der Wärmeversorgung unterzeichnet. Das Ziel ist eine weitgehend dekarbonisierte Wärmeversorgung bis Mitte der 2030er Jahre. mehr...
BEE: Positionspapier empfiehlt Holzenergie für die Wärmeversorgung
[09.03.2026] Ein neues Positionspapier des Bundesverbands Erneuerbare Energie stellt Holzenergie als zentralen Baustein der Wärmewende dar. Angesichts geopolitischer Risiken und steigender Preise für Öl und Gas fordert der Verband, heimische Holzwärme stärker in der Wärmeversorgung zu berücksichtigen. mehr...
Jade Hochschule: Vereinheitlichung der kommunalen Wärmeplanung
[04.03.2026] Die Jade Hochschule will die kommunale Wärmeplanung in Niedersachsen mit einem landesweit einheitlichen Daten- und Methodenstandard harmonisieren. Ein neues, vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördertes Forschungsprojekt soll Kommunen schneller zu belastbaren Entscheidungen über Wärmenetze oder dezentrale Lösungen führen. mehr...
Saarland: Studie analysiert Wärmeversorgung
[04.03.2026] Eine neue Studie analysiert die Wärmeversorgung im Saarland und zeigt Wege zur klimaneutralen Wärmewende auf. Die Untersuchung soll Kommunen eine belastbare Grundlage für ihre Wärmeplanung bis 2045 liefern. mehr...
Region Mitte Niedersachsen: Förderung dreier Klimaschutz-Projekte
[02.03.2026] Die Zukunftsregion Mitte Niedersachsen fördert drei Projekte zu Mikrowärmenetzen, energetischer Sanierung und Abfallpädagogik mit rund 540.000 Euro. Die Bescheide übergab Landesbeauftragter Ottmar von Holtz in Rehburg-Loccum und setzte damit ein Signal für die interkommunale Zusammenarbeit in Klimaschutz und Kreislaufwirtschaft. mehr...
Braunschweig: Holzheizkessel in Betrieb genommen
[27.02.2026] BS Energy und SH Kraft & Wärme haben im Braunschweiger Energie Effizienz Quartier Gliesmarode/Querum einen zweiten Holzheizkessel in Betrieb genommen. Mit der Leistungssteigerung um 50 Prozent wächst der Anteil erneuerbarer Wärme im Quartiersnetz weiter und das Ziel einer vollständig regenerativen Versorgung bis 2040 rückt näher. mehr...
Gebäudemodernisierungsgesetz: Kritik und Lob von Branchenverbänden
[26.02.2026] Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) setzt auf eine Grüngasquote, eine entfristete Bio-Treppe und stärkere Förderung für Fernwärmenetze. Verbände aus der Energie- und Wärmewirtschaft begrüßen den Kurswechsel, warnen aber vor Preisrisiken, fehlender Planungssicherheit und offenen Detailfragen. mehr...
Böhl-Iggelheim: Entstehung von kaltem Nahwärmenetz
[26.02.2026] In Böhl-Iggelheim entsteht an der Jakob-Heinrich-Lützel-Grundschule ein kaltes Nahwärmenetz auf Basis von Erdsonden und Sole-Wasser-Wärmepumpen. Das Projekt soll die kommunale Wärmeversorgung ab 2026 klimafreundlich sichern und perspektivisch ein ganzes Quartier einbinden. mehr...
Vaillant: XL-Wärmepumpe für Mehrfamilienhäuser
[23.02.2026] In Dortmund wurde erstmals eine sechsstufige Wärmepumpenanlage der XL-Variante in Betrieb genommen. Das System versorgt zwei Mehrfamilienhäuser aus den 1960er-Jahren. Laut den Beteiligten spart es jährlich 20,5 Tonnen CO₂ ein. mehr...
Stadtwerke Lemgo: Beteiligungsvolumen für Großwärmespeicher ausgeschöpft
[20.02.2026] Das Beteiligungsvolumen für den Großwärmespeicher der Stadtwerke Lemgo ist binnen weniger Tage vollständig ausgeschöpft. Zwei Millionen Euro flossen in das Projekt zur klimaneutralen Wärmeversorgung und zeigen die breite Unterstützung für die Wärmewende vor Ort. mehr...
Enpal: Wärmepumpe kompensiert Fernwärmenetz
[20.02.2026] Enpal steigt in die kommunale Wärmeplanung ein und übernimmt für Städte und Gemeinden die Versorgung von Haushalten außerhalb bestehender Fernwärmenetze mit Wärmepumpen. Damit reagiert das Unternehmen auf den wachsenden Handlungsdruck der Kommunen und will mit hoher Installationskapazität eine Lücke in der lokalen Wärmewende schließen. mehr...
BBSR: Studie zur Wärmeplanung mit Digitalen Zwillingen
[18.02.2026] Eine neue Studie untersucht, wie Digitale Zwillinge die kommunale Wärmeplanung strategisch unterstützen. Der Bericht des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung zeigt anhand von 189 Kommunen, wann sich der Einsatz digitaler Modelle lohnt und wo ihre Grenzen liegen. mehr...
Cuxhaven: Alter Fischereihafen erhält Energiespundwand
[13.02.2026] Niedersachsen fördert im Alten Fischereihafen Cuxhaven eine bundesweit einzigartige Energiespundwand, die Wärme direkt aus dem Meerwasser gewinnt. Das 3,1-Millionen-Euro-Projekt soll ein 61.000 Quadratmeter großes Quartier klimaneutral mit Heiz- und Kühlenergie versorgen und gilt als Modell für die Wärmewende in Häfen. mehr...
SAENA: Kostenfreies Webinar zur Wärmeplanung
[12.02.2026] Die Sächsische Energieagentur SAENA bietet am 27. Februar 2026 ein kostenfreies Webinar zu Ausschreibung und Vergabe in der kommunalen Wärmeplanung an. mehr...
Stiftung Umweltenergierecht: Webinar zur Wärmeplanung
[09.02.2026] Neue Leitfäden sollen Kommunen den Schritt von der Wärmeplanung in die praktische Umsetzung erleichtern. Die Stiftung Umweltenergierecht stellt zentrale Inhalte und Empfehlungen in einem kostenfreien Online-Seminar vor. mehr...













