Samstag, 10. Oktober 2026

Schleswig-HolsteinKüstenleitung zu 85 Prozent in Betrieb

[08.11.2022] In Schleswig-Holstein ist der vierte Abschnitt der Westküstenleitung eingeweiht worden. Damit befinden sich nun 85 Prozent der Leitung in Betrieb.

Der Energiewendeminister von Schleswig-Holstein Tobias Goldschmidt (Bündnis 90/Die Grünen), Bundeswirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen), Tennet-Geschäftsführer Tim Meyerjürgens und der Aufsichtsratsvorsitzende von SH-Netz Matthias Boxberger haben vergangene Woche (4. November) den vierten Abschnitt der Westküstenleitung eingeweiht. Wie das Land Schleswig-Holstein und das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) in einer gemeinsamen Pressemeldung bekannt geben, markierte ein gemeinsamer symbolischer Knopfdruck den Start des mit 38 Kilometern zweitlängsten Teils der Stromautobahn. Damit sei ein wichtiger Meilenstein zur Klimaneutralität genommen worden.
Mit der Aktivierung des vierten Abschnitts befänden sich nun rund 85 Prozent der Leitung in Betrieb. Tobias Goldschmidt erläuterte: „Die Westküstenleitung ist die Hauptschlagader der schleswig-holsteinischen Energiewende und zahlt eine dreifache Dividende. Sie sammelt große Mengen grünen Strom ein, den wir zwischen Brunsbüttel und Dänischer Grenze produzieren. Damit ist die Westküstenleitung ein entscheidender Treiber für die Dekarbonisierung in unserem Land. Gleichzeitig ist die Leitung ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, der die Westküste zu einem Magneten für energieintensive Unternehmen machen wird. In Zeiten dramatischer Energiepreise wirkt die Leitung außerdem wie ein echter Preisdämpfer. Nicht nur, weil viel günstiger Ökostrom ins Netz eingespeist wird. Sondern auch, weil die Netzeingriffe massiv reduziert werden.“
Laut Pressemitteilung konnte im Zeitraum zwischen 2019 und 2021 die Zahl der Abregelungen in Schleswig-Holstein mehr als halbiert werden. Seien 2019 noch 3,749 Gigawattstunden (GWh) aufgrund fehlender Leitungskapazitäten nicht ins Stromnetz eingespeist worden, seien es 2021 nur noch 1,856 GWh gewesen. Damit sei auch die Entschädigungssumme für Anlagentreiber von 322 Millionen Euro auf 238 Millionen Euro gesunken. Die Entschädigungen würden über die Netzentgelte auf die Stromkunden umgelegt und führten somit zu höheren Strompreisen.
Die vollständige Inbetriebnahme der Leitung sei für das Jahr 2024 geplant.





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