ElektromobilitätLautlos durch Stuttgart
Stuttgart versteht sich als Wiege des Automobils und lange Zeit war es das Ziel der Verkehrsplaner, die autogerechte Stadt zu schaffen. Heute treibt die baden-württembergische Landeshauptstadt ein umweltgerechter Ehrgeiz an. Stuttgart soll zu einer der innovativsten Städte Europas im Bereich Verkehr werden. Oberbürgermeister Wolfgang Schuster (CDU) drückt es so aus: „Wir machen Stuttgart zum Zentrum der Elektromobilität. Wir werden so im internationalen Wettbewerb bestehen und unsere Führungsrolle in der Automobil- und Zulieferindustrie ausbauen.“
Zukunft urbaner Mobilität
Das Stuttgarter Verkehrskonzept ist eines der Projekte des baden-württembergischen Schaufensters Elektromobilität. Gemeinsam mit den Kooperationspartnern Daimler, EnBW und den Stuttgarter Straßenbahnen wird an der Zukunft urbaner Mobilität gearbeitet. Zunächst wird der Energieversorger EnBW eine Infrastruktur mit 500 Ladestellen für Elektrofahrzeuge aufbauen und mit Ökostrom beliefern. EnBW-Vorstandsmitglied Dirk Mausbeck sagt: „Wir legen damit den Grundstein für eine umweltfreundliche und nahezu lautlose Fortbewegung. Auch wenn das Projekt noch Forschungscharakter hat, die Umwelt profitiert allemal.“
Zum Konzept gehören auch ein Feldversuch der EnBW mit Elektro-Rollern und Leihpedelecs sowie das Carsharing-Angebot car2go, das von Daimler entwickelt wurde. Stuttgart wird nach Angaben des Konzerns die erste deutsche Stadt sein, in der car2go mit einer reinen Elektroflotte an den Start geht. Insgesamt 500 Smart fortwo electric drive mit einer Reichweite von rund 135 Kilometern sollen den Bürgern bald zur Verfügung stehen. Der Geschäftsführer der Daimlertochter car2go, Robert Henrich, erläutert: „Elektromobilität und car2go passen hervorragend zusammen und werden den Stuttgartern eine neue attraktive Form der individuellen Mobilität ermöglichen, die gleichzeitig umweltfreundlich ist und Spaß macht.“
Verkehrsträger verknüpfen
Schließlich sollen alle Verkehrsträger der Stadt verknüpft werden. Eine erste Vernetzung soll im Rahmen eines Pilotversuchs getestet werden und auf einer internetbasierten Plattform sowie über Smartphone-Apps zur Verfügung stehen. Die Projektbeteiligten erhoffen sich Erkenntnisse darüber, inwieweit eine Verknüpfung verschiedener Verkehrsmittel zu einer effizienteren Mobilität und einer Schonung vorhandener Ressourcen führen kann.
Ebenfalls in Planung sind ein elektronischer Fahrschein für alle Verkehrsmittel und ein gemeinsames Abrechnungs- und Bezahlsystem. Jörn Meier-Berberich, kaufmännischer Vorstand der Stuttgarter Straßenbahnen, zu den Vorteilen des Systems: „Mit diesem Modell wird ein reibungsloser Wechsel zwischen verschiedenen Verkehrsträgern unterschiedlicher Betreiber ermöglicht, und unsere Kunden können bequem das für sie jeweils geeignetste Transportmittel wählen.“
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