Montag, 13. April 2026

ElektromobilitätLautlos durch Stuttgart

[19.07.2012] Die baden-württembergische Landeshauptstadt entwickelt ein umweltverträgliches, vernetztes Verkehrssystem. Das Projekt ist Teil des Schaufensters Elektromobilität des Landes.

Stuttgart versteht sich als Wiege des Automobils und lange Zeit war es das Ziel der Verkehrsplaner, die autogerechte Stadt zu schaffen. Heute treibt die baden-württembergische Landeshauptstadt ein umweltgerechter Ehrgeiz an. Stuttgart soll zu einer der innovativsten Städte Europas im Bereich Verkehr werden. Oberbürgermeister Wolfgang Schuster (CDU) drückt es so aus: „Wir machen Stuttgart zum Zentrum der Elektromobilität. Wir werden so im internationalen Wettbewerb bestehen und unsere Führungsrolle in der Automobil- und Zulieferindustrie ausbauen.“

Zukunft urbaner Mobilität

Das Stuttgarter Verkehrskonzept ist eines der Projekte des baden-württembergischen Schaufensters Elektromobilität. Gemeinsam mit den Kooperationspartnern Daimler, EnBW und den Stuttgarter Straßenbahnen wird an der Zukunft urbaner Mobilität gearbeitet. Zunächst wird der Energieversorger EnBW eine Infrastruktur mit 500 Ladestellen für Elektrofahrzeuge aufbauen und mit Ökostrom beliefern. EnBW-Vorstandsmitglied Dirk Mausbeck sagt: „Wir legen damit den Grundstein für eine umweltfreundliche und nahezu lautlose Fortbewegung. Auch wenn das Projekt noch Forschungscharakter hat, die Umwelt profitiert allemal.“
Zum Konzept gehören auch ein Feldversuch der EnBW mit Elektro-Rollern und Leihpedelecs sowie das Carsharing-Angebot car2go, das von Daimler entwickelt wurde. Stuttgart wird nach Angaben des Konzerns die erste deutsche Stadt sein, in der car2go mit einer reinen Elektroflotte an den Start geht. Insgesamt 500 Smart fortwo electric drive mit einer Reichweite von rund 135 Kilometern sollen den Bürgern bald zur Verfügung stehen. Der Geschäftsführer der Daimlertochter car2go, Robert Henrich, erläutert: „Elektromobilität und car2go passen hervorragend zusammen und werden den Stuttgartern eine neue attraktive Form der individuellen Mobilität ermöglichen, die gleichzeitig umweltfreundlich ist und Spaß macht.“

Verkehrsträger verknüpfen

Schließlich sollen alle Verkehrsträger der Stadt verknüpft werden. Eine erste Vernetzung soll im Rahmen eines Pilotversuchs getestet werden und auf einer internetbasierten Plattform sowie über Smartphone-Apps zur Verfügung stehen. Die Projektbeteiligten erhoffen sich Erkenntnisse darüber, inwieweit eine Verknüpfung verschiedener Verkehrsmittel zu einer effizienteren Mobilität und einer Schonung vorhandener Ressourcen führen kann.
Ebenfalls in Planung sind ein elektronischer Fahrschein für alle Verkehrsmittel und ein gemeinsames Abrechnungs- und Bezahlsystem. Jörn Meier-Berberich, kaufmännischer Vorstand der Stuttgarter Straßenbahnen, zu den Vorteilen des Systems: „Mit diesem Modell wird ein reibungsloser Wechsel zwischen verschiedenen Verkehrsträgern unterschiedlicher Betreiber ermöglicht, und unsere Kunden können bequem das für sie jeweils geeignetste Transportmittel wählen.“

Alexander Schaeff




Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Elektromobilität
Vier Männer stehen vor drei neuen elektrischen Linienbussen der Stadtwerke Neuss auf einem Betriebshof und präsentieren die moderne, emissionsfreie Fahrzeugflotte.

Stadtwerke Neuss: Elektrobusse aus China

[10.04.2026] Die Stadtwerke Neuss haben sechs weitere Elektrobusse in Betrieb genommen. Die neuen Fahrzeuge ersetzen Dieselbusse und sollen den CO₂-Ausstoß deutlich senken. Insgesamt umfasst die Flotte nun 17 E-Busse. mehr...

Luftaufnahme einer modernen Busanlage der BVG in Berlin: Auf einem großflächigen Betriebshof stehen zahlreiche gelbe Elektrobusse in Reih und Glied an Ladeplätzen unter überdachten Infrastrukturen. Mehrere Funktionsgebäude mit begrünten Dächern und Solaranlagen umgeben das Gelände. Im Hintergrund verläuft ein Fluss mit Brücke, daneben erstrecken sich Grünflächen und die städtische Bebauung.

Berlin: Neuer Betriebshof für E-Busse

[07.04.2026] In Berlin-Treptow-Köpenick baut die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) einen neuen Betriebshof für Elektrobusse. Der Standort an der Köpenicker Landstraße soll 2027 in Betrieb genommen werden. Damit soll die wachsende E-Busflotte unterstützt werden. mehr...

Stuttgart: Neue Schnellladepunkte direkt am Straßenrand

[07.04.2026] In Stuttgart startet erstmals öffentliches Schnellladen für Elektroautos direkt am Straßenrand. Die neuen DC-Ladepunkte der Stadtwerke erweitern das Ladenetz deutlich und sollen den Umstieg auf Elektromobilität beschleunigen. mehr...

BMV: Mehrparteienhäuser sollen Lade-Infrastruktur erhalten

[26.03.2026] Das Bundesverkehrsministerium startet ein 500-Millionen-Euro-Programm für Lade-Infrastruktur in Mehrparteienhäusern. Damit soll der Ausbau privater Lademöglichkeiten deutlich beschleunigt werden – ein Engpass, der bislang viele am Umstieg auf E-Mobilität hindert. mehr...

Baden-Württemberg: Pilotprojekt zum Laden von E-Autos gestartet

[24.03.2026] Das Pilotprojekt LadeFlexBW erprobt intelligentes, netz- und marktdienliches Laden privater Elektrofahrzeuge unter Alltagsbedingungen. Der Feldtest in Baden-Württemberg soll zeigen, wie sich dezentrale Flexibilität auch ohne Smart Meter wirtschaftlich nutzen lässt. mehr...

Berlin: Ausbau der Lade-Infrastruktur auf öffentlichen Flächen

[23.03.2026] Berlin baut die Lade-Infrastruktur auf eigenen Liegenschaften aus und hat 61 neue Ladepunkte installiert. Das Pilotprojekt soll zeigen, wie öffentliche Flächen den Umstieg auf Elektromobilität beschleunigen können und welche Rolle sie für die Klimaziele der Stadt spielen. mehr...

eMob#2: Fachkonferenz zur E-Mobilität

[20.03.2026] Die Fachkonferenz eMob#2 stellt aktuelle Lösungen für Lade-Infrastruktur, Flottenmanagement und Abrechnung in den Mittelpunkt. Das Branchentreffen Ende April in Frankfurt am Main zeigt, wie Betreiber ihre E-Flotten effizienter steuern und abrechnen können. mehr...

Flotte! Der Branchentreff: Hager präsentiert witty flex

[17.03.2026] Hager stellt mit witty flex eine bidirektionale Ladestation für Elektrofahrzeuge vor. Das System soll Energie nicht nur ins Auto laden, sondern auch ins Gebäude zurückspeisen – und zeigt damit, wohin sich Lade-Infrastruktur für Gebäude und Flotten entwickelt. mehr...

Rheinmetall/TankE: Kooperation zu Ladebordsteinen

[16.03.2026] Rheinmetall und TankE wollen den Ladebordstein als integrierte Lade-Infrastruktur für Elektrofahrzeuge in die Fläche bringen. Die strategische Partnerschaft soll den Ausbau öffentlicher und privater Ladepunkte beschleunigen – vor allem dort, wo klassische Ladesäulen an Platz- oder Bauvorgaben scheitern. mehr...

Hamburg: 120. öffentlicher Ladepunkt in Betrieb genommen

[13.03.2026] Der Energieversorger enercity hat in Hamburg seinen 120. öffentlichen Ladepunkt für Elektroautos in Betrieb genommen und führt erstmals intelligentes Laden an AC-Ladesäulen ein. Die Funktion soll Ladekosten senken und ist Teil eines groß angelegten Ausbaus der Lade-Infrastruktur der Hansestadt bis 2027. mehr...

Frankfurt am Main: Stadt plant zusätzliche Ladepunkte

[06.03.2026] Frankfurt am Main startet eine neue Ausbauphase für öffentliche Ladepunkte und bereitet die Vergabe weiterer Standorte an private Betreiber vor. Ziel ist ein stadtweiter Roll-out mit rund 2.500 zusätzlichen Ladepunkten, um den wachsenden Bedarf der Elektromobilität zu decken. mehr...

Enervie: Kooperation für mehr E-Lkw

[23.02.2026] Die Enervie Gruppe und die Jürgens Gruppe möchten den Nutz- und Schwerlastverkehr in der Region elektrifizieren. Dazu sind neue E-Lkw-Flotten und Ladepunkte auf Betriebshöfen geplant. Ein erstes Projekt wird in Lüdenscheid umgesetzt. mehr...

Zwei neue Elektro-Nutzfahrzeuge der Mainzer Entsorgungsbetriebe stehen vor einem modernen Verwaltungsgebäude: links ein weißer Iveco-Transporter mit Ladefläche, rechts ein größerer Mercedes-Benz-Lkw. Vor beiden Fahrzeugen informieren grüne Aufsteller über die Ausstattung und den Einsatz im kommunalen Betrieb.

Rheinland-Pfalz: E-Fahrzeuge im Mainzer Fuhrpark

[11.02.2026] Das Land Rheinland-Pfalz unterstützt die Mainzer Entsorgungsbetriebe bei der Anschaffung neuer Elektro-Nutzfahrzeuge. Aus dem Kommunalen Investitionsprogramm Klimaschutz und Innovation fließen rund 4,6 Millionen Euro. mehr...

Ennepe-Ruhr-Kreis: Wo fehlen öffentliche Ladestationen?

[11.02.2026] Im Ennepe-Ruhr-Kreis sollen Bürgerinnen und Bürger Hinweise geben, wo öffentliche Ladestationen für Elektroautos fehlen. Die Kreisverwaltung sammelt die Vorschläge online als Grundlage für ein neues Lade-Infrastrukturkonzept. mehr...

Öffentliche Ladesäule für Elektroautos in einem Wohngebiet, an der ein weißes E-Auto angeschlossen ist und lädt.

Ladeinfrastruktur: Planungstool für Ladesäulen

[06.02.2026] Kommunen erhalten ein neues digitales Werkzeug für den Ausbau öffentlicher Ladepunkte. Das kostenlose Planungstool soll vor allem Städten und Gemeinden mit wenig Erfahrung Orientierung geben. Es wurde von der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur entwickelt. mehr...