Sonntag, 14. Juni 2026

SolitesMehr Tempo für solare Wärme

[08.04.2025] Der Ausbau solarthermischer Großanlagen kommt in Deutschland nur langsam voran. 2024 gingen nur drei neue Großanlagen mit zusammen knapp 10.000 Quadratmetern Bruttokollektorfläche in Betrieb.
Zu sehen ist die Montage einer Solarthermieanlage

Montage einer Solarthermieanlage: Kommunale Wärmeplanung soll für schnelleren Ausbau von solaren Wärmenetzen sorgen.

(Bildquelle: Guido Bröer)

Wie aus einer aktuellen Übersicht des Steinbeis-Forschungsinstituts für solare und zukunftsfähige thermische Energiesysteme (Solites) hervorgeht, wurden im vergangenen Jahr nur drei größere solarthermische Anlagen neu in Betrieb genommen: in Ammerbuch-Breitenholz und Häusern (beide Baden-Württemberg) sowie in Sondershausen (Thüringen). Zusammen verfügen sie über rund 10.000 Quadratmeter Bruttokollektorfläche. Der Gesamtbestand aller solaren Wärmenetze in Deutschland umfasse nun 61 Anlagen mit einer Gesamtfläche von über 173.000 Quadratmetern, so Solites. Dies entspreche einer solarthermischen Leistung von rund 121 Megawatt.

Für weitere 16 Großanlagen sind nach Angaben des Forschungsinstituts die Aufträge vergeben, einige befinden sich bereits im Bau. Darunter sind Großprojekte in Leipzig, Bad Rappenau, Stralsund, Steyerberg und Tübingen. Allein diese fünf würden eine Fläche von mehr als 140.000 Quadratmetern liefern. Insgesamt soll die installierte Bruttokollektorfläche damit bis 2026 auf über 366.000 Quadratmeter anwachsen – eine Verdoppelung gegenüber heute.

Trotz dieses Wachstums reicht das Tempo nach Einschätzung der Solites-Experten nicht aus, um die Klimaziele zu erreichen. Denn laut der Prognos-Studie „Perspektiven der Fernwärme“ vom Juni 2024 müsste die Solarthermie im Jahr 2045 rund vier Terawattstunden pro Jahr zur Fernwärme beitragen. Das entspricht rund zehn Millionen Quadratmetern Bruttokollektorfläche – eine Fläche, die den heutigen Bestand um ein Vielfaches übersteigt. Jährlich müssten dazu rund 500.000 Quadratmeter neu hinzukommen.

Ein großes Hindernis sei nach wie vor der Verwaltungsaufwand. Viele geplante Projekte hätten eine Vorlaufzeit von mehreren Jahren – unter anderem, weil geeignete Flächen fehlten oder Genehmigungen lange dauerten. Hoffnung setzt die Branche auf neue gesetzliche Regelungen. Die Einführung der kommunalen Wärmeplanung auf Bundesebene soll für mehr Klarheit und langfristige Planungssicherheit sorgen.

Darüber hinaus könnte die Umsetzung der EU-Richtlinie REDIII in deutsches Recht neue Wege eröffnen. Vorgesehen sind so genannte Beschleunigungszonen, in denen Anlagen für erneuerbare Energien schneller genehmigt werden könnten. So wäre beispielsweise für Solarthermieanlagen kein Bebauungsplan mehr erforderlich, wenn sie im Flächennutzungsplan ausgewiesen sind. Entscheidend sei die Rolle der Kommunen. Nur wenn sie die neuen Instrumente auch nutzten, könne der Ausbau wirklich schneller vorangehen.





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