Donnerstag, 11. Juni 2026

BEEPositionspapier empfiehlt Holzenergie für die Wärmeversorgung

[09.03.2026] Ein neues Positionspapier des Bundesverbands Erneuerbare Energie stellt Holzenergie als zentralen Baustein der Wärmewende dar. Angesichts geopolitischer Risiken und steigender Preise für Öl und Gas fordert der Verband, heimische Holzwärme stärker in der Wärmeversorgung zu berücksichtigen.

Mit Holz heizen? Einem Positionspapier des BEE zufolge völlig in Ordnung.

(Bildquelle: Adobestock)

Holzenergie spielt nach Ansicht des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE) eine Schlüsselrolle für eine sichere und klimafreundliche Wärmeversorgung in Deutschland. In einem neuen Positionspapier plädiert der Verband dafür, die Potenziale der energetischen Holznutzung stärker zu berücksichtigen und die Debatte über ihre Nachhaltigkeit differenzierter zu führen.

Wie der BEE mitteilt, setzen die Eckpunkte des geplanten Gebäudemodernisierungsgesetzes (GMG) bei der Wärmeversorgung weiterhin auch auf fossiles Gas und Öl. Angesichts geopolitischer Spannungen und der damit verbundenen Preisschwankungen auf den Energiemärkten berge diese Strategie Risiken für Versorgungssicherheit und Kosten. Eine konsequente Wärmewende mit stärkerem Fokus auf heimische erneuerbare Energieträger könne diese Abhängigkeiten reduzieren.

Kontroverse Diskussion

Holz ist in Deutschland seit langem ein wichtiger Energieträger im Wärmesektor. In den vergangenen Jahren hat die energetische Nutzung jedoch eine kontroverse Diskussion ausgelöst, insbesondere mit Blick auf Waldschutz und Klimawirkungen. Der BEE verweist in seinem Papier darauf, dass nachhaltige Waldwirtschaft und energetische Nutzung kein Widerspruch seien. „Wer Holzenergie pauschal infrage stellt, verkennt die Realität unserer Wälder und erschwert aktive Waldpflege, Klimaanpassung und regionale Wertschöpfung“, sagt BEE-Präsidentin Ursula Heinen-Esser. Nachhaltig bewirtschaftete Wälder seien widerstandsfähiger und leisteten einen messbaren Beitrag zum Klimaschutz.

Die Belastungen der Wälder durch Dürre, Stürme und Borkenkäferbefall erhöhen nach Ansicht des Verbands den Bedarf an aktiver Bewirtschaftung. Waldumbau hin zu artenreichen Mischwäldern senke das Risiko von Waldbränden, verbessere die Widerstandskraft gegen Extremwetter und erhöhe langfristig die CO₂-Aufnahmefähigkeit. Aktiv gepflegte Wälder gelten laut Studien als klimaresilienter als Bestände, die sich selbst überlassen bleiben.

Für die Bewertung der Holzenergie sei der Blick auf das gesamte Waldsystem entscheidend. Nach Angaben des Verbands wächst in Deutschland über längere Zeiträume betrachtet mehr Holz nach, als genutzt wird. Die vierte Bundeswaldinventur zeigt demnach, dass der Holzvorrat im Wald in den vergangenen zehn Jahren stabil geblieben ist. Nicht genutztes Holz würde zudem im Wald verrotten und dabei ebenfalls CO₂ freisetzen, allerdings ohne fossile Energieträger zu ersetzen.

Etabliert im Wärmesektor

Holzenergie hat im Wärmesektor bereits heute ein erhebliches Gewicht. 2024 stammten laut BEE rund 61 Prozent der erneuerbaren Wärme in Deutschland aus Holz. Von den insgesamt etwa 249 Millionen Tonnen CO₂-Emissionen, die erneuerbare Energien im selben Jahr vermieden, entfielen rund 40 Millionen Tonnen auf den Wärmesektor. Davon wiederum gingen etwa 25 Millionen Tonnen auf die Nutzung von Holz zurück. Zum Vergleich: Schwere Nutzfahrzeuge und Busse im Straßenverkehr verursachten im gleichen Zeitraum rund 37 Millionen Tonnen CO₂.

Der Verband betont zudem, dass hochwertiges Holz in der Praxis zunächst stofflich genutzt wird, etwa im Bau oder in der Möbelproduktion. Energetisch verwertet würden überwiegend Rest- und Nebenprodukte, die sich für andere Anwendungen nicht eignen. Strenge Vorgaben zur Kaskadennutzung könnten nach Einschätzung des BEE funktionierende Märkte stören und Investitionen hemmen, ohne einen zusätzlichen ökologischen Nutzen zu bringen.

Mit Blick auf die aktuelle Energie- und Sicherheitslage fordert der Verband daher praxistaugliche Rahmenbedingungen für die Nutzung von Holzwärme. „Heimische erneuerbare Energieträger gewinnen angesichts geopolitischer Krisen an Bedeutung für die Versorgungssicherheit. Deshalb braucht es verhältnismäßige Regeln“, sagt Heinen-Esser. Zusätzliche Bürokratie oder pauschale Verbote würden den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der Holzenergie im Wärmesektor nicht gerecht.





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