Montag, 7. September 2026

BEEPositionspapier empfiehlt Holzenergie für die Wärmeversorgung

[09.03.2026] Ein neues Positionspapier des Bundesverbands Erneuerbare Energie stellt Holzenergie als zentralen Baustein der Wärmewende dar. Angesichts geopolitischer Risiken und steigender Preise für Öl und Gas fordert der Verband, heimische Holzwärme stärker in der Wärmeversorgung zu berücksichtigen.

Mit Holz heizen? Einem Positionspapier des BEE zufolge völlig in Ordnung.

(Bildquelle: Adobestock)

Holzenergie spielt nach Ansicht des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE) eine Schlüsselrolle für eine sichere und klimafreundliche Wärmeversorgung in Deutschland. In einem neuen Positionspapier plädiert der Verband dafür, die Potenziale der energetischen Holznutzung stärker zu berücksichtigen und die Debatte über ihre Nachhaltigkeit differenzierter zu führen.

Wie der BEE mitteilt, setzen die Eckpunkte des geplanten Gebäudemodernisierungsgesetzes (GMG) bei der Wärmeversorgung weiterhin auch auf fossiles Gas und Öl. Angesichts geopolitischer Spannungen und der damit verbundenen Preisschwankungen auf den Energiemärkten berge diese Strategie Risiken für Versorgungssicherheit und Kosten. Eine konsequente Wärmewende mit stärkerem Fokus auf heimische erneuerbare Energieträger könne diese Abhängigkeiten reduzieren.

Kontroverse Diskussion

Holz ist in Deutschland seit langem ein wichtiger Energieträger im Wärmesektor. In den vergangenen Jahren hat die energetische Nutzung jedoch eine kontroverse Diskussion ausgelöst, insbesondere mit Blick auf Waldschutz und Klimawirkungen. Der BEE verweist in seinem Papier darauf, dass nachhaltige Waldwirtschaft und energetische Nutzung kein Widerspruch seien. „Wer Holzenergie pauschal infrage stellt, verkennt die Realität unserer Wälder und erschwert aktive Waldpflege, Klimaanpassung und regionale Wertschöpfung“, sagt BEE-Präsidentin Ursula Heinen-Esser. Nachhaltig bewirtschaftete Wälder seien widerstandsfähiger und leisteten einen messbaren Beitrag zum Klimaschutz.

Die Belastungen der Wälder durch Dürre, Stürme und Borkenkäferbefall erhöhen nach Ansicht des Verbands den Bedarf an aktiver Bewirtschaftung. Waldumbau hin zu artenreichen Mischwäldern senke das Risiko von Waldbränden, verbessere die Widerstandskraft gegen Extremwetter und erhöhe langfristig die CO₂-Aufnahmefähigkeit. Aktiv gepflegte Wälder gelten laut Studien als klimaresilienter als Bestände, die sich selbst überlassen bleiben.

Für die Bewertung der Holzenergie sei der Blick auf das gesamte Waldsystem entscheidend. Nach Angaben des Verbands wächst in Deutschland über längere Zeiträume betrachtet mehr Holz nach, als genutzt wird. Die vierte Bundeswaldinventur zeigt demnach, dass der Holzvorrat im Wald in den vergangenen zehn Jahren stabil geblieben ist. Nicht genutztes Holz würde zudem im Wald verrotten und dabei ebenfalls CO₂ freisetzen, allerdings ohne fossile Energieträger zu ersetzen.

Etabliert im Wärmesektor

Holzenergie hat im Wärmesektor bereits heute ein erhebliches Gewicht. 2024 stammten laut BEE rund 61 Prozent der erneuerbaren Wärme in Deutschland aus Holz. Von den insgesamt etwa 249 Millionen Tonnen CO₂-Emissionen, die erneuerbare Energien im selben Jahr vermieden, entfielen rund 40 Millionen Tonnen auf den Wärmesektor. Davon wiederum gingen etwa 25 Millionen Tonnen auf die Nutzung von Holz zurück. Zum Vergleich: Schwere Nutzfahrzeuge und Busse im Straßenverkehr verursachten im gleichen Zeitraum rund 37 Millionen Tonnen CO₂.

Der Verband betont zudem, dass hochwertiges Holz in der Praxis zunächst stofflich genutzt wird, etwa im Bau oder in der Möbelproduktion. Energetisch verwertet würden überwiegend Rest- und Nebenprodukte, die sich für andere Anwendungen nicht eignen. Strenge Vorgaben zur Kaskadennutzung könnten nach Einschätzung des BEE funktionierende Märkte stören und Investitionen hemmen, ohne einen zusätzlichen ökologischen Nutzen zu bringen.

Mit Blick auf die aktuelle Energie- und Sicherheitslage fordert der Verband daher praxistaugliche Rahmenbedingungen für die Nutzung von Holzwärme. „Heimische erneuerbare Energieträger gewinnen angesichts geopolitischer Krisen an Bedeutung für die Versorgungssicherheit. Deshalb braucht es verhältnismäßige Regeln“, sagt Heinen-Esser. Zusätzliche Bürokratie oder pauschale Verbote würden den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der Holzenergie im Wärmesektor nicht gerecht.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Wärmeversorgung

Sterr-Kölln & Partner: Drei Wärmenetze wechseln den Eigentümer

[31.08.2026] Drei mit erneuerbaren Energien betriebene Wärmenetze in Südbaden gehören seit April 2026 zu Elevion Energy Solutions. Die Anlagen in Kenzingen, Sasbach und Efringen-Kirchen versorgen rund 130 Kundinnen und Kunden und erreichen zusammen eine Wärmeleistung von etwa 5,5 Megawatt. mehr...

bericht

Wärmespeicher: Immer da, wenn man sie braucht

[27.08.2026] Anfang Juli wurde in Gelsenkirchen ein Großwärmespeicher eingeweiht. Das Projekt ist exemplarisch für die aktuelle Phase der Energiewende. In dieser Phase steht weniger die Erzeugung im Vordergrund, sondern die Frage, wie Energie verfügbar gemacht werden kann, wenn sie tatsächlich gebraucht wird. mehr...

Fraunhofer ISE/Öko-Institut: Auswertung der abgeschlossenen Wärmepläne

[27.08.2026] Wärmepumpen und Wärmenetze sollen bis 2045 den größten Teil der Wärmeversorgung in den ausgewerteten Kommunen übernehmen. Eine neue Auswertung von Fraunhofer ISE und Öko-Institut zeigt zugleich, wo Wärmepläne noch auf unsicheren Annahmen beruhen. mehr...

swb: Beratungstage zu Wärmepumpen, PV-Anlagen und Wallboxen

[27.08.2026] swb bietet im Herbst Beratungstage zu Wärmepumpen, Photovoltaikanlagen und Wallboxen in Bremen und Bremerhaven an. Wer danach einen Vertrag abschließt, kann je nach Kombination von Bonus und Förderung bis zu 1.250 Euro erhalten. mehr...

EWE: Infoveranstaltung zur Wärmepumpen-Förderung

[25.08.2026] EWE informiert am 2. September über das Zusammenspiel von Wärmepumpe und Photovoltaik sowie aktuelle Förderbedingungen. Die Online-Veranstaltung greift auch anstehende Änderungen bei der Förderung und die Bedeutung der Einspeisevergütung für Investitionsentscheidungen auf. mehr...

KEA-BW: Musterverträge für Wärmenetze

[18.08.2026] Die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg stellt Kommunen drei kostenlose Musterverträge für Wärmenetze zur Verfügung. Sie sollen Städten und Gemeinden die Gestaltung von Gestattungs- und Wärmeversorgungsverträgen erleichtern. mehr...

swb: Webinare rund um Wärme, Solarenergie und E-Mobilität

[14.08.2026] swb bietet im August und September kostenfreie Webinare zu Wärme, Solar und E-Mobilität an. Im Mittelpunkt stehen neue Förderbedingungen, technische Lösungen und Fragen, die für geplante Investitionen im Land Bremen relevant sind. mehr...

Stuttgart: KEA-BW-Fachtagung zu Wärmenetzen

[06.08.2026] Die KEA-BW lädt am 18. November 2026 zur Fachtagung „Energiewende kompakt“ nach Stuttgart ein. Im Mittelpunkt stehen Wärmenetze und erneuerbare Energien sowie der Erfahrungsaustausch zwischen Kommunen, Stadtwerken und weiteren Fachleuten. mehr...

BBSR: Fortschritte bei der kommunalen Wärmeplanung

[05.08.2026] Mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt inzwischen in Kommunen mit abgeschlossenem Wärmeplan. Eine aktuelle BBSR-Auswertung zeigt den Fortschritt der kommunalen Wärmeplanung und macht zugleich den hohen Handlungsbedarf bei Gebäudesanierung und Wärmenetzen deutlich. mehr...

Berlin: Workshop zur Umsetzung der Wärmeplanung

[30.07.2026] Ein Workshop des IÖW und des Aktionskreises Energie hat den Unterstützungsbedarf von Berliner Nahwärme-Initiativen untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass Bürgerprojekte eine wichtige Rolle bei der Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung übernehmen können. mehr...

Köln: Grundsteinlegung für Europas größte Flusswasser-Wärmepumpe

[29.07.2026] RheinEnergie baut in Köln Europas größte Flusswasser-Wärmepumpe für die Fernwärmeversorgung. Mit der Grundsteinlegung startet ein Großprojekt, das ab 2028 bis zu 50.000 Haushalte versorgen und als Vorbild für andere Städte dienen soll. mehr...

SAENA: Webinar zur Umsetzung der Wärmeplanung

[29.07.2026] Nach der kommunalen Wärmeplanung rückt die Umsetzung in den Fokus. Ein Webinar der Sächsischen Energieagentur zeigt sächsischen Kommunen, wie sie einen Umsetzungsmanager fördern lassen können und welche Unterstützung dafür bereitsteht. mehr...

Bremerhaven: Wärme für kommunale Wohnungen

[22.07.2026] Eine langfristige Vereinbarung zur Wärmeversorgung von mehr als 5.000 Wohnungen haben die Städtische Wohnungsgesellschaft Bremerhaven und swb geschlossen. Nach Angaben von swb soll damit die Wärmeversorgung des kommunalen Wohnungsbestands schrittweise weiterentwickelt und auf dem Weg zur Klimaneutralität Fernwärme mit dezentralen Wärmelösungen kombiniert werden. mehr...

Konstanz: Wärmeverbund für neuen Stadtteil

[22.07.2026] Die Stadtwerke Konstanz und die Firma solarcomplex haben die Projektgesellschaft Wärmeversorgung Hafner gegründet. Sie soll den Aufbau und Betrieb eines Wärmeverbunds im ersten Bauabschnitt des Neubaugebiets Hafner übernehmen. mehr...

Blick über die Baustelle des Quartiers Lagarde auf dem ehemaligen Kasernengelände in Bamberg. Im Vordergrund liegen gebündelte Kunststoffrohre für die Wärmeversorgung, dahinter sind Bewehrungsarbeiten, Baugruben und Erdarbeiten zu sehen. Mehrere Kräne, Bagger und Baustellenfahrzeuge prägen das Bild. Im Hintergrund stehen sanierte historische Backsteingebäude des entstehenden Campus, der im Rahmen der Wärmewende mit einer klimafreundlichen Energieinfrastruktur ausgestattet wird.

Bamberg: Beispielhafte Wärmewende im Quartier

[20.07.2026] Der Lagarde Campus in Bamberg soll nach Angaben der Fraunhofer-Allianz Energie zeigen, wie eine klimaneutrale und wirtschaftliche Wärmeversorgung in urbanen Quartieren umgesetzt werden kann. Das Projekt verbindet erneuerbare Wärmequellen, digitale Steuerung und sektorenübergreifende Energieversorgung. Die Erfahrungen sollen auch in die kommunale Wärmeplanung einfließen. mehr...