PumpspeicherStiefkinder der Energiewende

Der Anlagenbetrieb im Pumpspeicherwerk Wendefurth soll optimiert werden.
(Bildquelle: Vattenfall GmbH)
Vattenfall Wasserkraft, ein deutsches Tochterunternehmen des schwedischen Energiekonzerns Vattenfall, will mit seinem Geschäft in die Gewinnzone zurückkehren. Dazu soll vor allem der Anlagenbetrieb der Pumpspeicherkraftwerke neu strukturiert werden. Als Grund nennt der Konzern die Preisentwicklung auf dem deutschen Strommarkt und die regulatorischen Bedingungen für bestehende Speicher. Beides habe dazu geführt, dass Pumpspeicher bereits seit Jahren unter hohem Druck stehen, meldet das Unternehmen. Insgesamt sollen rund 2.500 Megawatt (MW) der aktuell betriebenen rund 2.800 MW Pumpspeicherleistung in Betrieb bleiben. Dazu werde der Anlagenbetrieb in den thüringischen Pumpspeichern Goldisthal und Hohenwarte II, im sächsischen Markersbach und im sachsen-anhaltinischen Wendefurth optimiert. Der Pumpspeicher Niederwartha in Sachsen befände sich bereits im Übergangsbetrieb, der Pumpspeicher Geesthacht in Schleswig-Holstein werde zeitnah folgen, kündigte Vattenfall an. Im Übergangsbetrieb werde die Anlage in einem betriebsfähigem Zustand gehalten, ohne dabei aber ständig betriebsbereit zu sein.
Wie Vattenfall informiert, werden die genannten Maßnahmen zu einer erheblichen Reduzierung der bislang 420 Vollzeitstellen führen. Der genaue Umfang werde in den kommenden Wochen festgelegt, könne aber bis zu 60 Prozent betragen. Das Unternehmen sei bestrebt, den Stellenabbau sozialverträglich und auf Basis von Freiwilligkeit zu vollziehen und dabei Instrumente wie Alterszeitregelungen anzuwenden, heißt es in einer aktuellen Meldung.
Peter Apel, Geschäftsführer von Vattenfall Wasserkraft, kommentiert: „Wir müssen trotz kräftezehrender Versuche an allen Fronten der Energiewende zur Kenntnis nehmen, dass die Pumpspeicher die Stiefkinder der Energiewende sind. Sowohl die Rahmendaten am Strommarkt, als auch die regulatorischen Rahmenbedingungen haben dazu geführt, dass diese Anlagen seit vielen Jahren unter hohem wirtschaftlichem Druck stehen und rote Zahlen schreiben.“
Seit dem Jahr 2011 habe Vattenfall rund 60 Millionen Euro in die Modernisierung seiner Pumpspeicher investiert. Obwohl sie als Eckpfeiler für das Gelingen der Energiewende gelten, bestünde nur durch die eingeleiteten Maßnahmen eine realistische Chance für einen langfristigen Betrieb.
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