Montag, 12. Oktober 2026

Rheinland-PfalzStudie zur Akzeptanz von Erneuerbaren

[06.10.2023] Der Ausbau der erneuerbaren Energien stößt in Rheinland-Pfalz auf hohe Akzeptanz. Das zeigt eine Studie, die Klimaschutz- und Energieministerin Katrin Eder jetzt vorgestellt hat.
Vorstellung der Studie im Rahmen der Pressekonferenz im Klimaschutzministerium Rheinland-Pfalz.

Vorstellung der Studie im Rahmen der Pressekonferenz im Klimaschutzministerium Rheinland-Pfalz.

(Bildquelle: MKUEM)

Klimaschutz- und Energieministerin Katrin Eder (Bündnis 90/Die Grünen) hat jetzt die Ergebnisse einer von ihrem Ministerium in Auftrag gegebenen Studie zur Akzeptanz erneuerbarer Energien in der Bevölkerung vorgestellt. Wie das Ministerium mitteilt, hat Forsa Politik- und Sozialforschung im Zeitraum vom 3. bis zum 26. Mai 2023 rund 2.500 Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer ab 18 Jahren befragt.
Ergebnis: Die große Mehrheit wünsche sich vor allem die Nutzung von Solar- (94 Prozent) und Windenergie (89 Prozent) zur Deckung des Energiebedarfs. Dabei spiele es keine Rolle, ob bereits Windenergieanlagen im Wohnumfeld der Befragten vorhanden seien oder nicht, was in Diskussionen der Vergangenheit oft zentral gewesen sei.
Nur wenige Befragte äußerten der Studie zufolge Bedenken, wenn in Zukunft Windenergieanlagen in ihrem Wohnumfeld errichtet würden (78 Prozent weniger oder keine Bedenken). Die meisten Befragten seien mit Windenergieanlagen im Wohnumfeld voll und ganz oder eher einverstanden (86 Prozent).
Entscheidend sei offenbar die frühzeitige Kommunikation: So legten die Bürgerinnen und Bürger bei der Errichtung von Windenergieanlagen in ihrem Wohnumfeld vor allem Wert auf frühzeitige Information (90 Prozent), kommunale Gestaltungsmöglichkeiten (87 Prozent) und finanzielle Vorteile für die Kommunen (87 Prozent).
Signifikant sei ebenfalls: Nur 25 Prozent der Bürgerinnen und Bürger meinen, dass es häufiger Stromausfälle geben werde, je größer der Windstromanteil am gesamten Strom Deutschlands ist. 69 Prozent sähen diese Gefahr nicht, davon 26 Prozent überhaupt nicht.

Stadt-Land-Gefälle

Einen wichtigen Kritikpunkt gebe es allerdings: Fast drei Viertel (71 Prozent) der Befragten teilten die Einschätzung, dass es leicht sei, sich als Großstadtbewohner für Windenergie einzusetzen, da es die Landbevölkerung sei, die die Windräder ertragen müsse.
„Wir müssen daher weiterhin dafür sorgen, dass die Menschen dort profitieren, wo die Anlagen gebaut werden. Das geht beispielsweise über Solidarpakte, mit denen Landesforsten Kommunen an den Pachteinnahmen von Anlagen auf Staatsforstflächen beteiligt“, erläuterte Klimaschutzministerin Katrin Eder. 
Neben der Vorstellung der Studie ging Ministerin Eder auch auf die aktuellen Entwicklungen beim Ausbau der Wind- und Solarenergie in Rheinland-Pfalz ein.
„Im Solarbereich ist die Entwicklung am erfreulichsten. Wir werden das – im Koalitionsvertrag gesetzte – Ziel von 500 Megawatt installierte Leistung in diesem Jahr deutlich überschreiten. Der Zubau in diesem Jahr beträgt bisher rund 540 Megawatt. Im Jahr 2022 wurden PV-Anlagen mit einer neu installierten Leistung von 358 Megawatt aufgebaut; 2021 waren es 272 Megawatt“, so Katrin Eder.
Die Ministerin ging auch auf die Photovoltaik-Freiflächenverordnung ein: „Im Ministerrat wurde gerade eine Ausweitung auf 400 Megawatt beschlossen. Damit können an der Ausschreibung im Dezember weitere Zuschläge auf Ackerland- und Grünlandflächen auch für Gebote aus Rheinland-Pfalz erreicht werden. Die Ausbaudynamik wird also steigen und sich in den nächsten Jahren auf einem hohen Niveau stabilisieren.“
Beim Ausbau der Windkraft läuft die Entwicklung zäher. „Inzwischen deutet sich allerdings auch hier eine Trendwende an. Das Lösen vieler Bremsen auf Bundes- und Landesebene zeigt langsam Wirkung. 2023 betrug der Zubau bis August diesen Jahres 24 Windenergieanlagen. Das sind 93,3 Megawatt. 2022 wurden 72 Megawatt neu installiert. Es geht also auch hier voran, wenn auch noch nicht mit dem Tempo, das wir uns wünschen“, erklärte Ministerin Eder.





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