Dienstag, 20. Januar 2026

Netze BWVerantwortung der Verteilnetzbetreiber

[25.02.2019] Wie die Herausforderungen der Energiewende auf der Netzebene gemeistert werden können, darüber informierte Netze BW auf einer Tagung.
Selma Lossau von Netze BW erläutert das Pilotprojekt zur Netzintegration der E-Mobilität in Ostfildern anhand eines Modells.

Selma Lossau von Netze BW erläutert das Pilotprojekt zur Netzintegration der E-Mobilität in Ostfildern anhand eines Modells.

v.l.: Martin Konermann, Netze BW; Helmfried Meinel, Umweltministerium Baden-Württemberg; Peter Buhl, Stadtwerke Wildbad; Klaus Eder, Stadtwerke Ulm

(Bildquelle: Netze BW/Gerst)

Bei der Energiewende spielt die Musik in den Verteilnetzen – das wissen deren Betreiber aus der täglichen Praxis. Zu einem Gedankenaustausch, wie die Herausforderungen gemeinsam besser zu meistern wären, lud Netze BW am 20. Februar 2019 Stadtwerke und Regionalversorger aus Baden-Württemberg ein. Vertreter von rund 50 Unternehmen, aus Politik und Wissenschaft folgten der Einladung der EnBW-Tochter.
Die Herausforderung für die Netzbetreiber skizzierte Netze-BW-Geschäftsführer Martin Konermann. Auf der Netzebene müssten bei der Energiewende bundesweit rund zehn Millionen Anlagen in den Blick genommen werden. Netze BW erhebe inzwischen Daten aus allen 800 Trafos der Umspannwerke zwischen Hoch- und Mittelspannungsebene. „Auf dieser Basis erfüllen wir die europaweiten Vorgaben, nach denen die Übertragungsnetzbetreiber zwei Tage im Voraus die Einspeiseprognosen erhalten müssen“, sagte Konermann. Die selbst entwickelte und mandantenfähige Lösung soll zur Verfeinerung der Daten auf die über 25.000 Ortsnetzstationen ausgerollt werden.
Warum auch für den in Baden-Württemberg tätigen Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) TransnetBW diese Daten immer wichtiger werden, erklärte Geschäftsführer Werner Götz: „Bisher hatten wir es bundesweit mit 500 Großkraftwerken zu tun, die meist auch auf Höchstspannungsebene einspeisten.“ Die Millionen dezentraler Anlagen der Zukunft lägen demgegenüber alle in den unterlagerten Netzebenen, wobei die Verantwortung für die Stabilität aber bei den ÜNB verbliebe.
Dennoch plädierte Klaus Eder als Vertreter des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) für eine stärkere Eigenverantwortung der Verteilnetzbetreiber (VNB). „Wir haben gezeigt, dass wir das können“, betonte der Geschäftsführer der Stadtwerke Ulm mit Verweis auf aktuelle Projekte zur Steuerung von Ortsnetzen mit extrem hoher Solarstrom-Einspeisung. Mit Blick auf die Entwicklung zweier neuer Quartiere, bei denen eine umfassende Sektorkopplung zum Zuge kommen soll, forderte er von der Politik mehr Handlungsfreiheit, beispielsweise beim Betrieb von Speichern oder Ladesäulen.
Wie ein kooperatives Zusammenwirken von Verteilnetz- und Übertragungsnetzbetreiber funktionieren kann, soll das Projekt DA/RE von TransnetBW und Netze BW zeigen, das für DAtenaustausch/REdispatch steht. Auf einer offenen Plattform können Lieferanten und Aggregatoren ihre Fahrpläne einstellen. Die wiederum liefern den betroffenen Netzbetreibern die Datengrundlage, um mögliche Engpässe im Netz und damit Handlungsbedarf zu identifizieren.





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