Donnerstag, 23. Juli 2026

Stadtwerke HerneVerbindung zweier Fernwärmenetze

[18.03.2025] Die Stadtwerke Herne haben zwei bislang getrennte Fernwärmenetze miteinander verbunden und damit die Grundlage für eine effizientere Nutzung der Abwärme aus dem Werk von Ineos Solvents geschaffen.

In Herne haben die Stadtwerke jetzt zwei zuvor unabhängig betriebene Netze miteinander verbunden.

v.l.: Stadtwerke-Vorstand Ulrich Koch; Dr. Kathrin Kalkühler, Technische Leiterin der Stadtwerke Herne; Dr. Frank Dudda, Oberbürgermeister Herne; Dr. Bernhard Hüpen, INEOS-Werksleiter ; Dirk-Werner Kniese, Projektleiter bei INEOS Solvents

(Bildquelle: Stadtwerke Herne)

In Herne haben die Stadtwerke zwei zuvor unabhängig betriebene Netze miteinander verbunden, um Abwärme aus dem Produktionsprozess des Chemiekonzerns Ineos Solvents noch effizienter zu nutzen. Wie der regionale Energieversorger mitteilt, sorgt die neue Lösung, die nun offiziell in Betrieb genommen wurde, nicht nur für eine stabilere Wärmeversorgung, sondern trägt auch zur Reduktion von CO₂-Emissionen bei.

Oberbürgermeister Frank Dudda (SPD) würdigte das Projekt als wegweisend für die klimafreundliche Stadtentwicklung. „Die Partnerschaft von Ineos und den Stadtwerken macht aus Abwärme Fernwärme für unsere Innenstadt. CO₂-arm, sicher und zukunftsgerichtet. Gut für Bürger, gut fürs Klima“, betonte er. Auch Ineos-Werksleiter Bernhard Hüpen unterstrich die Bedeutung der verbesserten Abwärmenutzung: „Als Teil dieser Stadt ist Ineos stolz, durch die verbesserte Nutzung unserer Abwärme einen Beitrag zur umweltfreundlichen Entwicklung Hernes leisten zu können.“

Das rund 5,1 Kilometer lange Fernwärmenetz von Ineos lieferte bereits zuvor Prozesswärme an die Stadtwerke. Trotz der Versorgung von über 1.000 Haushalten blieb jedoch ungenutzte Abwärme bestehen, während bei Produktionsunterbrechungen auf eine aufwendige Erzeugung durch Dampf umgestellt werden musste. Um dies künftig zu vermeiden, wurde das Ineos-Netz nun mit einem weiteren Fernwärmenetz verbunden, das von Uniper Wärme gespeist wird.

Die technische Umsetzung stellte laut Stadtwerk eine besondere Herausforderung dar, da die beiden Netze hinsichtlich Temperatur, Druck und Wärmeübertragung nicht kompatibel waren. Die Lösung fand sich in der Errichtung einer neuen, etwa 500 Meter langen Verbindungsleitung im Bereich Neustraße/Mittelstraße/Brunnenstraße. Zudem wurde die Innenstadtleitung bis zur Heizzentrale auf dem Ineos-Gelände verlängert und mit zwei leistungsstarken Wärmetauschern von je acht Megawatt (MW) Leistung ausgestattet.

„Unsere Lösung klingt paradox: Wir trennen die Netze, um sie zu verbinden“, erklärte Stadtwerke-Vorstand Ulrich Koch. Die Wärmetauscher ermöglichen es, die Wärme aus dem einen Netz effizient in das andere zu übertragen, ohne die Systeme direkt zu koppeln. Dadurch bleibt die Stabilität der bestehenden Netze erhalten, während gleichzeitig die Abwärmenutzung optimiert wird.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Fernwärme

enercity: Power-to-Heat-Kapazitäten erweitert

[14.07.2026] enercity baut in Hannover die Nutzung von Stromüberschüssen für die Fernwärmeversorgung aus. Eine neue Power-to-Heat-Anlage mit 50 Megawatt Leistung sowie die Erweiterung einer bestehenden Anlage sollen künftig erneuerbaren Überschussstrom in Wärme umwandeln und die Versorgung flexibler machen. mehr...

bericht

Lastvorhersage: Die oberen ein Prozent

[08.07.2026] In der kommunalen Wärmeversorgung kann eine scheinbar geringe Prognoseverbesserung um nur ein Prozent ein erhebliches Einsparpotenzial freisetzen. Der Schlüssel hierfür sind datengetriebene Analysen, die neue Erkenntnisse über die Auswirkungen von Wettereinflüssen auf die Energieversorgung liefern. mehr...

Luftaufnahme der Energiezentrale Wedau mit historischem Backsteinschornstein und sanierten Gebäuden. Im Vordergrund sind die neue Energiezentrale sowie angrenzende Gebäude des Quartiers zu sehen. Im Hintergrund erstrecken sich Waldflächen, eine Straßenbrücke und weitere Bebauung. Die Aufnahme zeigt die Einbindung der Anlage in das neu entstehende Stadtquartier Wedau.

Stadtwerke Duisburg: RZ-Abwärme für Fernwärme

[03.07.2026] Die Stadtwerke Duisburg binden erstmals die Abwärme eines Rechenzentrums in die Fernwärmeversorgung ein. Nach Angaben des Unternehmens soll die Anlage die Wärmeversorgung klimafreundlicher machen und jährlich rund 1.000 Tonnen CO₂ einsparen. mehr...

Stadtwerke Wittenberge: Flusswasser-Wärmepumpenanlage erzeugt Fernwärme

[01.07.2026] Die Stadtwerke Wittenberge erzeugen Fernwärme mit einer neuen Flusswasser-Wärmepumpenanlage an der Stepenitz. Das im Juli 2024 in Betrieb gegangene iKWK-Projekt soll den Erdgasanteil senken und rund 200 bis 300 Haushalte mit klimafreundlicher Wärme versorgen. mehr...

Borken: Kaltes Nahwärmenetz geplant

[27.05.2026] Borken will ein kaltes Nahwärmenetz aufbauen, das Wärme aus gereinigtem Abwasser nutzt. Für das kommunale Modellprojekt stellen Bund und Kommune zusammen mehr als zehn Millionen Euro bereit – mit dem Ziel, öffentliche Gebäude weitgehend ohne fossile Energien zu beheizen. mehr...

Hildburghausen: Förderung für Ausbau der Fernwärmeversorgung

[30.04.2026] Hildburghausen baut seine Fernwärmeversorgung mit 7,9 Millionen Euro Fördergeld grundlegend um und errichtet dafür eine neue Wärmeerzeugung samt erweitertem Netz. Nach dem Wegfall einer bislang genutzten BHKW-Abwärme muss die Stadt ihre klimafreundliche Wärmeversorgung neu absichern und will zugleich zusätzliche Quartiere anschließen. mehr...

Bad Salzungen: Fernwärmenetz erweitert

[27.04.2026] Bad Salzungen erweitert sein innerstädtisches Fernwärmenetz um eine neue, gedämmte Trasse mit Kraft-Wärme-Kopplung. Das mit EU-Mitteln geförderte Projekt soll CO2 sparen und die Wärmewende im Stadtkern voranbringen. mehr...

Neue Studie: Fernwärme bleibt fossil geprägt

[17.04.2026] Eine Analyse zeigt große Unterschiede bei der Fernwärme in deutschen Städten. Kraft-Wärme-Kopplung gilt zwar als effizient, doch meist werden fossile Energieträger eingesetzt. Der Anteil erneuerbarer Quellen ist noch gering. mehr...

Schwalbach: Grüne Fernwärme bis 2045

[15.04.2026] Die Stadt Schwalbach sichert ihre Wärmeversorgung neu. Ein Vertrag mit dem Energieversorger Süwag und dem Rechenzentrumsbetreiber maincubes soll den Betrieb modernisieren und ihn künftig klimaneutral machen. Auch die Abwärme aus einem Rechenzentrum soll genutzt werden. mehr...

Schwerin: Zwischenstand zur Wärmeplanung

[13.04.2026] Schwerin setzt in seiner Wärmeplanung auf einen massiven Ausbau der Fernwärme und eine klare Gebietseinteilung bis 2045. Die jetzt vorgestellten Szenarien zeigen, wo zentrale Netze dominieren – und wo Gebäudeeigentümer selbst Lösungen finden müssen. mehr...

Stadtwerke Senftenberg: Umbau der Fernwärmeversorgung

[01.04.2026] Die Stadtwerke Senftenberg bauen ihre Fernwärmeversorgung auf industrielle Abwärme aus der Müllverbrennung um. Mehr als 43 Millionen Euro fließen in das Projekt, das jährlich rund 15.000 Tonnen CO2 einsparen soll. mehr...

v.l.: Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert; Maike Heitkamp-Mai, Nachhaltigkeitsreferentin der TUD; Oliver Gaber, Kaufmännischer Geschäftsführer des SIB; SachsenEnergie-Vorstand Dr. Axel Cunow

Dresden: Rechenzentrum liefert Wärme

[30.03.2026] Dresden treibt den Umbau seiner Fernwärmeversorgung voran. So wird erstmals Abwärme aus einem Rechenzentrum der Technischen Universität genutzt. Die Anlagen könnten Tausende Haushalte mit Wärme versorgen und den CO₂-Ausstoß senken. mehr...

Dresden: Intelligentes Fernwärmenetz in Betrieb gegangen

[23.03.2026] In Dresden-Friedrichstadt ist ein digital gesteuertes Fernwärmenetz mit modularer Großwärmepumpe in Betrieb gegangen. Das Projekt zeigt, wie sich erneuerbare Wärme und intelligente Datensteuerung für eine effizientere und klimafreundliche Versorgung kombinieren lassen. mehr...

Hertener Stadtwerke: Start des nächsten Bauabschnitt von Fernwärmenetz

[19.03.2026] Die Hertener Stadtwerke beginnen mit den Tiefbauarbeiten für den Ausbau des Fernwärmenetzes im Mühlenviertel. Mit Straßensperrungen und einer Wanderbaustelle startet damit eine mehrmonatige Bauphase, die den Anschluss neuer Kunden vorbereitet. mehr...

Gotha: Ausbau von Fernwärme gestartet

[18.03.2026] In Gotha ist jetzt der Ausbau der Fernwärme mit einem Großwärmespeicher von rund 60 MWh gestartet. Das mit 4,7 Millionen Euro aus EFRE-Mitteln geförderte Projekt soll Versorgung und Preise langfristig stabilisieren und die Erzeugung flexibler machen. mehr...