Schleswig-HolsteinVereinbarung für Westküstenleitung

Stromleitungsbau: In Schleswig-Holstein soll eine Westküstenleitung entstehen.
(Bildquelle: TenneT TSO GmbH)
Das Energiewendeministerium Schleswig-Holstein, der Netzbetreiber TenneT sowie die Kreise Dithmarschen und Nordfriesland wollen mit einer gemeinsamen Realisierungsvereinbarung den Bau der Westküstenleitung weiter vorantreiben. Wie das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein mitteilt, sind dabei ein Zeitplan für die Planung sowie ein Dialogprozess mit Bürgern und Verbänden die Kernpunkte. „In der Region ist der Netzausbau an sich weitgehend anerkannt, aber es gibt noch viele Fragen und vor allem den Wunsch die Trasse verträglich zu gestalten“, sagt Jörn Klimant, Landrat in Dithmarschen. „Die Menschen haben Anspruch auf eine gute Planung. Wir rufen unsere Bürgerinnen und Bürger deshalb auf, sich aktiv im Dialogprozess einzubringen, um für die Region die beste Lösung zu finden.“
Wie das Ministerium mitteilt, strebt TenneT laut dem mit dem Energiewendeminisierium und den Kreisen vereinbarten Zeitplan, die Planfeststellungsunterlagen für den ersten Abschnitt Ende des ersten Quartals 2013 und für den letzten Abschnitt im Quartal 2015 einzureichen. Jeweils abschnittsweise werde dann über die Anträge auf Planfeststellung entschieden. Gemeinsames Ziel sei es, dass sich die Westküstenleitung Ende 2017 auf allen Abschnitten im Bau befinde. „Wir setzen darauf, das erste Teilstück 2015 und die gesamte Leitung von Brunsbüttel nach Niebüll 2018 in Betrieb nehmen zu können“, sagt Lex Hartmann, Mitglied der Geschäftsführung von TenneT.
Laut Ministerium haben das Land, die Kreise und der Netzbetreiber zudem einen gemeinsamen Dialogprozess unter der Federführung Schleswig-Holsteins vereinbart. Ziel sei es, betroffene Bürger sowie Träger öffentlicher Belange und Verbände frühzeitig zu informieren und einzubeziehen. Vor diesem Hintergrund werde es in der Region ab April 2013 ein knappes Dutzend kommunaler Veranstaltungen geben. Träger öffentlicher Belange, Initiativen und Verbände werden sich zudem im Rahmen so genannter Facharbeitsgruppen einbringen können. Erste Ergebnisse der Diskussionen sollen bei einer Konferenz Mitte Juni präsentiert werden, so das Energiewendeministerium. „Bei einem derartig großen Infrastrukturprojekt werden wir nicht alle glücklich machen können, aber jeder soll eine faire Chance haben, sich zu informieren, unsere Entscheidungsprozesse transparent nachzuvollziehen und seine Sicht der Dinge einzubringen“, sagt Robert Habeck, Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein.
Wie der Pressemitteilung weiter zu entnehmen ist, werden 2020 rund acht bis zehn Prozent des deutschen Strombedarfs durch Windenergie aus Schleswig-Holstein gedeckt, von dem nahezu die Hälfte an der Westküste produziert wird. Der Bau der Leitung von Brunsbüttel nach Niebüll sei daher eines der zentralen Infrastrukturprojekte, um die Energiewende in dem Bundesland zu realisieren. Die Leitung sei zudem im Netzentwicklungsplan als notwendige Ausbaumaßnahme von der Bundesnetzagentur bestätigt und habe Eingang in das Bundesbedarfsplangesetz der Bundesregierung gefunden.
http://www.tennet.eu
http://www.dithmarschen.de
http://www.nordfriesland.de
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