Freitag, 23. Oktober 2026

Schleswig-HolsteinVereinbarung für Westküstenleitung

[12.03.2013] Mit einer Realisierungsvereinbarung wollen das schleswig-holsteinische Energiewendeministerium, Netzbetreiber TenneT und die Kreise Dithmarschen und Nordfriesland den Bau der Westküstenleitung voranbringen.
Stromleitungsbau: In Schleswig-Holstein soll eine Westküstenleitung entstehen.

Stromleitungsbau: In Schleswig-Holstein soll eine Westküstenleitung entstehen.

(Bildquelle: TenneT TSO GmbH)

Das Energiewendeministerium Schleswig-Holstein, der Netzbetreiber TenneT sowie die Kreise Dithmarschen und Nordfriesland wollen mit einer gemeinsamen Realisierungsvereinbarung den Bau der Westküstenleitung weiter vorantreiben. Wie das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein mitteilt, sind dabei ein Zeitplan für die Planung sowie ein Dialogprozess mit Bürgern und Verbänden die Kernpunkte. „In der Region ist der Netzausbau an sich weitgehend anerkannt, aber es gibt noch viele Fragen und vor allem den Wunsch die Trasse verträglich zu gestalten“, sagt Jörn Klimant, Landrat in Dithmarschen. „Die Menschen haben Anspruch auf eine gute Planung. Wir rufen unsere Bürgerinnen und Bürger deshalb auf, sich aktiv im Dialogprozess einzubringen, um für die Region die beste Lösung zu finden.“
Wie das Ministerium mitteilt, strebt TenneT laut dem mit dem Energiewendeminisierium und den Kreisen vereinbarten Zeitplan, die Planfeststellungsunterlagen für den ersten Abschnitt Ende des ersten Quartals 2013 und für den letzten Abschnitt im Quartal 2015 einzureichen. Jeweils abschnittsweise werde dann über die Anträge auf Planfeststellung entschieden. Gemeinsames Ziel sei es, dass sich die Westküstenleitung Ende 2017 auf allen Abschnitten im Bau befinde. „Wir setzen darauf, das erste Teilstück 2015 und die gesamte Leitung von Brunsbüttel nach Niebüll 2018 in Betrieb nehmen zu können“, sagt Lex Hartmann, Mitglied der Geschäftsführung von TenneT.
Laut Ministerium haben das Land, die Kreise und der Netzbetreiber zudem einen gemeinsamen Dialogprozess unter der Federführung Schleswig-Holsteins vereinbart. Ziel sei es, betroffene Bürger sowie Träger öffentlicher Belange und Verbände frühzeitig zu informieren und einzubeziehen. Vor diesem Hintergrund werde es in der Region ab April 2013 ein knappes Dutzend kommunaler Veranstaltungen geben. Träger öffentlicher Belange, Initiativen und Verbände werden sich zudem im Rahmen so genannter Facharbeitsgruppen einbringen können. Erste Ergebnisse der Diskussionen sollen bei einer Konferenz Mitte Juni präsentiert werden, so das Energiewendeministerium. „Bei einem derartig großen Infrastrukturprojekt werden wir nicht alle glücklich machen können, aber jeder soll eine faire Chance haben, sich zu informieren, unsere Entscheidungsprozesse transparent nachzuvollziehen und seine Sicht der Dinge einzubringen“, sagt Robert Habeck, Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein.
Wie der Pressemitteilung weiter zu entnehmen ist, werden 2020 rund acht bis zehn Prozent des deutschen Strombedarfs durch Windenergie aus Schleswig-Holstein gedeckt, von dem nahezu die Hälfte an der Westküste produziert wird. Der Bau der Leitung von Brunsbüttel nach Niebüll sei daher eines der zentralen Infrastrukturprojekte, um die Energiewende in dem Bundesland zu realisieren. Die Leitung sei zudem im Netzentwicklungsplan als notwendige Ausbaumaßnahme von der Bundesnetzagentur bestätigt und habe Eingang in das Bundesbedarfsplangesetz der Bundesregierung gefunden.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Netze | Smart Grid

Kisters: Neue Softwaregeneration für Messstellenbetreiber

[23.10.2026] Auf den metering days 2026 stellt Kisters neue webbasierte Anwendungen für das Messdatenmanagement und die Zählerfernauslesung vor. Weitere Schwerpunkte sind die Steuerung nach § 14a EnWG und die Integration intelligenter RLM-Messsysteme. mehr...

Baden-Württemberg: Task Force soll Netzausbau beschleunigen

[22.10.2026] Baden-Württemberg will den Ausbau der Stromverteilnetze deutlich beschleunigen. Eine neue Task Force soll Netzengpässe beseitigen, Anschlussverfahren verkürzen und die Infrastruktur für die Energiewende stärken. mehr...

Bundesnetzagentur: Netzengpässe verursachen höhere Kosten

[15.10.2026] Das Volumen der Maßnahmen gegen Netzengpässe ist im zweiten Quartal 2026 um rund zehn Prozent gesunken. Dennoch stiegen die Kosten auf 673 Millionen Euro, vor allem wegen höherer Vorhaltekosten für Reservekraftwerke. mehr...

Hager: Neue Lösungen für intelligente Netze

[12.10.2026] Hager erweitert sein Portfolio für die Energiewende. Im Mittelpunkt stehen netzdienlich steuerbare Lade-Infrastruktur, bidirektionales Laden und eine vereinfachte Spannungsversorgung intelligenter Messsysteme. Die neuen Lösungen reagieren unter anderem auf regulatorische Anforderungen an Elektromobilität und Smart-Meter-Infrastruktur. mehr...

Netzentgelte: Zahlen für das kommende Jahr veröffentlicht

[05.10.2026] Die vorläufigen Übertragungsnetzentgelte für 2027 liegen bei durchschnittlich 3,54 Cent je Kilowattstunde und damit über dem Wert von 2026. Ohne den vorgesehenen Bundeszuschuss von 5,525 Milliarden Euro würden sie nach Angaben der Netzbetreiber auf 6,52 Cent steigen. mehr...

SüdLink: Umplanung erforderlich

[01.10.2026] Beim Bau der Stromtrasse SüdLink sind im Raum Heilbronn in Baden-Württemberg Umplanungen erforderlich. Wegen neuer geologischer Erkenntnisse kann ein bereits gebauter Schacht bei Bad Friedrichshall-Kochendorf nicht wie vorgesehen genutzt werden. mehr...

Westnetz: Reaktion auf Kritik am Smart-Meter-Roll-out

[23.09.2026] Westnetz reagiert auf die Kritik der Smart-Meter-Initiative an Problemen beim Smart-Meter-Roll-out. Der Netzbetreiber räumt Einschränkungen bei der Marktkommunikation ein und will offene Vorgänge mit zusätzlichen Ressourcen und spezialisierten Teams schneller abbauen. mehr...

Smight: Kritische Netzsituationen erkennen

[15.09.2026] Der Anbieter Smight hat mit SMIGHT NeMS ein neues Netzmanagementsystem für die Niederspannung vorgestellt. Die Plattform soll Messdaten, Steuerung und Prognosen zusammenführen und Verteilnetzbetreiber bei der Umsetzung regulatorischer Vorgaben unterstützen. mehr...

Regensburg: Netzbetreiber modernisiert Schaltanlage

[11.09.2026] Regensburg Netz hat eine Mittelspannungsschaltanlage im Norden der Stadt umfassend modernisiert. Die neue Anlage kommt ohne das Isoliergas Schwefelhexafluorid aus und soll die Betriebssicherheit erhöhen. Zum Einsatz kommt Clean-Air-Technologie von Schneider Electric. mehr...

Konstanz: Erneuerung von Hochspannungsleitung

[08.09.2026] Die Stadtwerke Konstanz haben eine grenzüberschreitende 110-Kilovolt-Leitung aus der Schweiz erneuert. Das Projekt ist Teil eines umfassenden Netzausbaus, mit dem sich der Versorger auf einen bis zu dreimal höheren Leistungsbedarf vorbereitet. In den kommenden Jahren sollen dafür mehr als 150 Millionen Euro investiert werden. mehr...

Netzplanung: Strom, Gas und Wasserstoff rücken enger zusammen

[08.09.2026] Die Bundesnetzagentur hat die Entwürfe für die neuen Szenariorahmen Strom sowie Gas und Wasserstoff zur Konsultation gestellt. Sie zeigen mögliche Entwicklungen von Energieerzeugung und -verbrauch bis 2040 und 2045 und bilden damit die Grundlage für die weitere Netzplanung. mehr...

Mitnetz Strom: Pilotprojekt zur Auswertung historischer Netzdaten

[04.09.2026] Künstliche Intelligenz soll bei mehreren Verteilnetzbetreibern historische Netzdaten zu Niederspannungskabeln besser nutzbar machen. Das Pilotprojekt Cable Age prüft, wie sich daraus belastbare Informationen für Datenmanagement, Netzplanung und Asset Management gewinnen lassen. mehr...

Umfrage: Probleme beim Roll-out von Smart Metern

[31.08.2026] Eine Befragung des Verbraucherzentrale Bundesverbands zeigt weiter Schwierigkeiten beim Ausbau intelligenter Messsysteme. 91 Prozent der befragten Messstellenbetreiber berichten von Problemen. mehr...

bericht

Smart Grid: Kostengünstigster Weg zum Netzzustand

[31.08.2026] Eine Studie von Smight und der Horizonte-Group zeigt: Der Einsatz von Stationsmesstechnik ist in den meisten Fällen der wirtschaftlichste Weg zur Netzzustandsermittlung. Die Kostenunterschiede zu anderen Ansätzen sind dabei teilweise erheblich. mehr...

Bremerhaven: Forschungsprojekt zur Belastbarkeit von Stromkabeln

[25.08.2026] Ein Forschungsprojekt in Bremerhaven entwickelt ein Monitoring-System, das die thermische Belastung erdverlegter Hochspannungskabel bei zunehmender Bodenaustrocknung überwachen soll. Besonders für die Anbindung von Offshore-Windparks könnte die Technik helfen, klimabedingte Risiken für kritische Netzinfrastruktur frühzeitig zu erkennen. mehr...