StromnetzeVerkehrsleitsystem für Ökostrom

Energieversorger EWE erprobt im Kreis Wittmund das intelligente Einspeis-Management.
(Bildquelle: TransnetBW)
Die Stromnetze können ohne teuren Netzausbau deutlich mehr Ökostrom aufnehmen, wenn dessen Einspeisung intelligent gesteuert wird. Zu diesem Ergebnis gelangt eine Studie, die das Institut für Elektrische Anlagen und Energiewirtschaft (IAEW) der Technischen Hochschule Aachen im Auftrag des Energiedienstleisters EWE durchgeführt hat. Laut EWE lässt sich die Infrastruktur besser auslasten, wenn Stromnetzbetreiber einen kleinen Teil der Einspeisung aus erneuerbaren Energien passgenau reduzieren. „Wenn wir Wind- und Solaranlagen dort, wo ein Engpass auftritt, gerade so lange und soweit herunter fahren, dass sich die Lage entspannt, müssen wir weniger Anlagen abschalten und können doppelt so viel Ökostrom transportieren, ohne neue Leitungen zu verlegen“, erklärt Ines Kolmsee, Technikvorstand bei EWE. Dieses intelligente Einspeise-Management wird derzeit von EWE im Kreis Wittmund in Niedersachsen erprobt. Ob sich der Ansatz auf andere deutsche Regionen übertragen lässt, hat das IAEW überprüft. Demnach könnten rund drei Viertel der untersuchten Stromverteilnetze ihre Aufnahmekapazität verdoppeln, wenn die Einspeisung je Wind- und Sonnenenergieanlage bedarfsabhängig um maximal fünf Prozent reduziert werde.
Regelung per Fernsteuerung
Auch der Gesetzgeber interessiert sich für das intelligente Einspeise-Management: In seinem Weißbuch zur Energiemarktreform will das Bundeswirtschaftsministerium solche Tempolimits zu Stoßzeiten im Netz ermöglichen. Unklar ist jedoch, wie das Verkehrsleitsystem dafür aussehen soll. Die Aachener Forscher haben verschiedene Methoden verglichen und sehen in intelligenter Mess- und Steuertechnik das größte Potenzial. „Werden Windkraft- und Photovoltaikanlagen präzise nach Bedarf ferngesteuert, bleibt kaum noch Ökostrom ungenutzt“, sagt Kolmsee. Nach den Berechnungen des Instituts IAEW würden solche Verkehrsleitsysteme die Energiewende nicht nur im Mittelspannungsnetz effizienter gestalten. Auch im Ortsnetz, wo die meisten kleinen Anlagen einspeisen, könnten sie unterstützen. Dort liessen sich mit regelbaren Transformatoren, die automatisch auf Schwankungen im Netz reagieren, Engpässe entschärfen. Eine intelligente Steuerung der Ökostrom-Anlagen erlaube es, dieses Potenzial voll auszuschöpfen.
Stadtwerke Konstanz: Installation von Transformator
[10.03.2026] Die Stadtwerke Konstanz haben im Umspannwerk Weiherhof einen neuen 40-MVA-Transformator installiert. Der Ausbau reagiert auf den stark steigenden Strombedarf durch Wärmepumpen, Elektromobilität und neue Baugebiete und ist Teil einer langfristigen Netzstrategie. mehr...
Smight: Lösung integriert Kurzschlussanzeiger
[09.03.2026] Das Smight Grid2 Gateway Plus bindet erstmals Kurzschlussanzeiger aus der Mittelspannung direkt in eine Lösung zur Netzüberwachung ein. Verteilnetzbetreiber können damit Störungen schneller lokalisieren und erhalten gleichzeitig zusätzliche Transparenz über die Niederspannung. mehr...
Ostsee: Hybrider Strom-Interkonnektor geplant
[24.02.2026] Deutschland, Lettland und Litauen planen mit dem Baltic-German PowerLink einen hybriden Strom-Interkonnektor durch die Ostsee. Das rund 600 Kilometer lange Seekabel soll Offshore-Windparks anbinden und die Märkte enger koppeln – nun starten die Netzbetreiber die Detailplanung. mehr...
Mitnetz Strom: Zahl der Netzeingriffe gesunken
[17.02.2026] Der Verteilnetzbetreiber Mitnetz Strom hat 2025 erneut weniger Einspeisemanagement-Eingriffe verzeichnet – trotz neuer Rekorde bei erneuerbaren Energien. Grund sind umfangreiche Netzinvestitionen, doch weiter steigende EEG-Leistungen und politische Rahmenbedingungen bleiben entscheidend. mehr...
Balzhausen: Pilot für die Einspeisesteckdose
[09.02.2026] Die Einspeisesteckdose stellt übliche Ausschreibungsverfahren für erneuerbare Energien auf den Kopf. LEW Verteilnetz hat dieses Verfahren jetzt in seinem Netzgebiet im Rahmen eines Pilotprojekts in Balzhausen erprobt. mehr...
enercity Netz: Digitaler Zwilling von Niederspannungsnetz in Betrieb
[09.02.2026] enercity Netz hat einen Digitalen Zwilling für das Niederspannungsnetz in Betrieb genommen. Das virtuelle Echtzeitmodell soll die Netzführung in Hannover präziser machen und bereitet den Weg für automatisierte Steuerung, schnellere Entstörung und neue Planungsprozesse. mehr...
Westfalen Weser Netz: Niederspannungsleitsystem mit CLS-Management gekoppelt
[09.02.2026] Westfalen Weser Netz koppelt erstmals ein Niederspannungsleitsystem direkt mit dem CLS-Management. Der gestartete Pilotbetrieb zeigt, wie sich Netzzustände automatisiert steuern lassen und welche Rolle das für §14a EnWG spielt. mehr...
Netzanschlüsse: Reifegrad statt Windhundprinzip
[06.02.2026] Die Übertragungsnetzbetreiber ändern das Verfahren für Netzanschlüsse grundlegend. Künftig ist nicht mehr die Schnelligkeit eines Antrags entscheidend, sondern dessen Umsetzbarkeit. Das Ziel besteht darin, einen transparenten und planbaren Prozess zu etablieren. mehr...
Hertener Stadtwerke: Stabiles Stromnetz
[05.02.2026] Das Stromnetz in Herten hat 2024 erneut eine sehr hohe Zuverlässigkeit erreicht. Mit einem SAIDI-Wert von rund 1,84 Minuten pro Haushalt liegt die Ausfallzeit deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. mehr...
BDEW: Milliardeninvestitionen in den Netzausbau gefordert
[02.02.2026] Neue Regionalszenarien der Stromverteilnetzbetreiber zeigen einen drastisch steigenden Bedarf an Netzanschlüssen bis 2045. Der BDEW fordert deshalb Milliardeninvestitionen in den Netzausbau und bessere regulatorische Rahmenbedingungen, um privates Kapital zu mobilisieren. mehr...
Hessen: Projektstart von SGLive
[26.01.2026] Mit dem Projekt SGLive startet in Hessen ein dreijähriges Vorhaben zur Digitalisierung der Verteilnetze und zur Stärkung der Resilienz des Energiesystems. Die Hochschule Darmstadt, das Ingenieurbüro Pfeffer und die Denkfabrik House of Energy arbeiten dabei mit rund einer Million Euro EU-Kofinanzierung an Smart-Grid-Technologien und IT-Sicherheitskonzepten. mehr...
Hamburger Energienetze: eRound bündelt drei digitale Lösungen
[05.12.2025] Die Hamburger Energienetze bündeln unter der Marke eRound drei digitale Lösungen für Lade-Infrastruktur, Verteilnetze und Smart-City-Anwendungen. Ziel ist eine effizientere Steuerung der Energiewende und ein transparenter Blick auf den Zustand kritischer Infrastruktur. mehr...
TransnetBW: Gesetz zur Strompreis-Senkung verabschiedet
[04.12.2025] Ein staatlicher Zuschuss von 6,5 Milliarden Euro soll 2026 die Netzentgelte und damit die Strompreise für Verbraucherinnen und Verbraucher spürbar dämpfen. Bundestag und Bundesrat haben das entsprechende Gesetz verabschiedet. mehr...
Niederviehbach: Zweite Einspeisesteckdose gestartet
[02.12.2025] In Niederviehbach ist das zweite bayerische Pilotprojekt zur sogenannten Einspeisesteckdose gestartet. Damit soll laut Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger der Netzausbau schneller, effizienter und planbarer werden. mehr...
Schleswig-Holstein: Strategiepapier für mehr Netz-Flexibilität
[28.11.2025] Ein neues Strategiepapier soll mehr Flexibilität beim Netzanschluss schaffen und Engpässe bei der Energiewende vermeiden. Nach Angaben des schleswig-holsteinischen Energiewendeministeriums sollen dafür Vergaberegeln, Anschlussverfahren und die Nutzung bestehender Netzpunkte grundlegend überarbeitet werden. mehr...














