Kreis HarburgVirtuelle Energieagentur

Der Energiewegweiser des Kreises Harburg im Internet.
(Bildquelle: energiewegweiser.landkreis-harburg.de)
Im Juni 2009 hat der Kreistag Harburg die Kreisverwaltung beauftragt, ein Klimaschutzkonzept umzusetzen und eine eigenständige Stabsstelle Klimaschutz einzurichten. Für die Realisierung beider Punkte konnte Harburg als einer der ersten niedersächsischen Kreise eine über drei Jahre laufende 80-prozentige Förderung aus Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit einwerben. Anfang 2010 hat die neue Stabsstelle Klimaschutz, die der Verwaltungsleitung zugeordnet ist, ihre Arbeit aufgenommen. Die Stabsstelle koordiniert und steuert die Umsetzung und Weiterentwicklung des Klimaschutzkonzepts des Kreises Harburg. Hierbei werden Maßnahmen unter anderem in den Bereichen Energie-Management und -effizienz, erneuerbare Energien und lokale Wertschöpfung, Mobilität, Umweltbildung und Vernetzung von Klimaschutzakteuren sowie Öffentlichkeitsarbeit verfolgt. Mit dem integrierten Energie- und Klimaschutzkonzept aus dem Jahr 2013, das unter breiter Beteiligung von Experten und der Öffentlichkeit erarbeitet wurde, liegen der Kreisverwaltung nunmehr 56 Klimaschutzmaßnahmen vor.
Standortvorteil für den Kreis
Engagierter Klimaschutz ist ein wichtiger Standortvorteil für den Kreis. Unterstützende Angebote zum Energiesparen und zur Erhöhung der Energieeffizienz gewinnen für Unternehmen, Kreise, Städte und Gemeinden sowie für Bürger eine immer größere Bedeutung. Deshalb erarbeitete die Kreisverwaltung unter breiter Beteiligung von Experten, Politik, Verbänden, Energieversorgern und Bürgern das integrierte Energie- und Klimaschutzkonzept. Zusammen mit einem breiten Maßnahmenbündel bildet es den Fahrplan für die Gestaltung der Energiewende in der Region. Während des Beteiligungsprozesses hatten sowohl Bürger als auch Vertreter der Politik den Wunsch geäußert, eine Energieagentur für Harburg ins Leben zu rufen. Dort sollten möglichst alle Klimaschutzangebote im Kreis gebündelt und Energieberatungen für Bürger sowie für Unternehmen angeboten werden. Die Stabsstelle Klimaschutz hat daher in den vergangenen Monaten eine virtuelle Energieagentur auf die Beine gestellt, um alle Klimaschutzangebote im Kreisgebiet kompakt und tagesaktuell verfügbar zu machen. Die Stabsstelle pflegt das neue Web-Portal inhaltlich und entwickelt es kontinuierlich weiter. Durch sein Responsive Design kann der Online-Energiewegweiser in allen gängigen Web Browsern und auf Smartphones komfortabel genutzt werden.
Zielgruppen und Inhalte
Der virtuelle Energiewegweiser bündelt sämtliche Klimaschutzserviceangebote aus dem Kreis Harburg und versteht sich als Branchenverzeichnis für Klima- und Energiethemen mit lokalem Bezug. Der Energiewegweiser richtet sich an Haushalte, Handwerker, Unternehmen sowie Kommunen. Hintergrundthemen wie erneuerbare Energien, Gebäudedämmung, Heizen, Kühlen oder Beleuchtung werden übersichtlich dargestellt. Der Energiewegweiser erlaubt einen barrierefreien Zugang zu den Energieberatungen der Verbraucherzentrale und dem Bildungswerk Deutscher Hausfrauen-Bund Niedersachsen, mit denen Harburg seit mehreren Jahren kooperiert. Aufgrund der Übernahme des Eigenbeitrags durch den Kreis wird die Energieberatung in allen zwölf Städten und Gemeinden für die Bürger kostenlos angeboten. Außerdem bündelt der Energiewegweiser Klimaschutzförderprogramme der Kommunen in Harburg sowie alle relevanten Förderprogramme von Land und Bund. Die Ergebnisse lassen sich mit wenigen Klicks und der Eingabe einer Postleitzahl mühelos generieren und ausdrucken. Interaktive Online Tools bieten Verbrauchern und Immobilienbesitzern einen schnellen und informativen Einstieg in Sanierungsvorhaben, zum Beispiel mit dem Energiespar-Check, dem Fördermittel-Check oder dem Solardach-Check. Ebenso wichtig sind Hintergrundinformationen zum Energieausweis und der aktuellen Energieeinsparverordnung, aber auch zu Thermografie, Gebäudedämmung und den richtigen Fenstern und Türen. Zudem macht die virtuelle Energieagentur Klimaschutzservices für Kommunen, Unternehmen und Handwerksbetriebe verfügbar.
Kommunen erhalten hierbei einen übersichtlichen Einstieg in Beschaffung, kommunale Förderprogramme für Energieeffizienz- und Klimaschutzmaßnahmen und finden kompetente Ansprechpartner. Unternehmen erhalten wertvolle Hinweise zum obligatorischen Energieaudit und zu Energieberatern, aber auch zum Energie-Management. Und für Handwerker werden Weiterbildungen und Informationen zu Netzwerken angeboten. Auch lassen sich hier Handwerker finden.
Zusammenarbeit mit Kommunen
Einen Überblick über klimaschutzrelevante Termine für das gesamte Kreisgebiet gibt ein Veranstaltungskalender. Die enge Zusammenarbeit zwischen Kreisverwaltung und den Kommunen ist hierbei besonders wertvoll. Wenn kommunale Verwaltungen ihre Klimaschutzveranstaltungen im Internet veröffentlichen, werden diese Termine zeitgleich im Energiewegweiser publiziert. Dadurch erhalten die Bürger auch Informationen aus ihren Nachbarkommunen. So bringt der virtuelle Energiewegweiser die Menschen in Harburg ein Stück zusammen. Der Internet-Auftritt wird ergänzt durch einen Energiewegweiser für die Westentasche mit Web-Adressen und Telefonnummern der unabhängigen Energieexperten des Kreises und der Verbraucherzentrale. Künftig werden im Energiewegweiser auch besonders vorbildliche Leuchtturmprojekte präsentiert, die um Nachahmer werben. Eine Landkreiskarte wird zudem wesentliche Erneuerbare-Energien-Anlagen mit vielen Hintergrundinformationen auflisten und so die fortschreitende Energiewende im Kreis Harburg dokumentieren.
http://www.energiewegweiser.landkreis-harburg.de
Dieser Beitrag ist in der März/April-Ausgabe von stadt+werk erschienen. Hier können Sie ein Exemplar bestellen oder die Zeitschrift abonnieren.
Gebäudemodernisierungsgesetz: Kritik und Lob von Branchenverbänden
[26.02.2026] Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) setzt auf eine Grüngasquote, eine entfristete Bio-Treppe und stärkere Förderung für Fernwärmenetze. Verbände aus der Energie- und Wärmewirtschaft begrüßen den Kurswechsel, warnen aber vor Preisrisiken, fehlender Planungssicherheit und offenen Detailfragen. mehr...
Baden-Württemberg: Land stellt 50 Millionen Euro für Elektrolyseure bereit
[25.02.2026] Baden-Württemberg startet die zweite Runde seines Förderprogramms für Elektrolyseure und stellt weitere 50 Millionen Euro für die regionale Wasserstofferzeugung bereit. Das Umweltministerium reagiert damit auch auf fehlende Vorgaben des Bundes und will den Aufbau lokaler Wasserstoff-Hubs beschleunigen. mehr...
Speicherbranche: Kritik an AgNes-Prozess
[24.02.2026] Die geplante Neuordnung der Netzentgelte im AgNes-Prozess stellt die bisherige Befreiung von Stromspeichern infrage. Vertreter der Speicherbranche warnen, dass ohne Vertrauensschutz Milliardeninvestitionen und bis zu 16 GW Batteriespeicherleistung auf der Kippe stehen. mehr...
Sachsen-Anhalt: Resilienz-Stab zum KRITIS-Schutz eingerichtet
[24.02.2026] Sachsen-Anhalt richtet einen ressortübergreifenden Resilienz-Stab zum Schutz Kritischer Infrastrukturen ein. Das neue Gremium soll angesichts wachsender Risiken durch Extremwetter, Cyber-Angriffe und hybride Bedrohungen die Krisenvorsorge des Landes neu ordnen. mehr...
Hamburg: Firmen warnen vor Netzplänen
[23.02.2026] Mehr als 20 Energieunternehmen aus Hamburg wenden sich gegen das vom Bundeswirtschaftsministerium geplante „Netzpaket“. Sie befürchten Nachteile für den Ausbau erneuerbarer Energien und für den Standort. In einem Brief an die Hamburger CDU fordern sie eine Kehrtwende. mehr...
Berlin: Gesetzentwurf zum besseren Schutz von KRITIS
[23.02.2026] Der Berliner Senat will das Datenschutz- und Sicherheitsrecht anpassen, um Kritische Infrastruktur besser vor Anschlägen zu schützen. Hintergrund sind gezielte Attacken auf die Stromversorgung; der Gesetzentwurf soll moderne Schutztechnik rechtlich absichern und Informationsrisiken begrenzen. mehr...
VKU/BDEW: Stellungnahme zum Diskussionspapier der Bundesnetzagentur
[19.02.2026] Die Branchenverbände VKU und BDEW haben sich jetzt jeweils zum Diskussionspapier der Bundesnetzagentur zu möglichen Einspeisenetzentgelten positioniert. Beide Verbände begrüßen Reformschritte bei den Stromnetzentgelten, lehnen dynamische Einspeiseentgelte jedoch ab. mehr...
Bundesnetzagentur: Orientierungspunkte für Einspeiseentgelte vorgelegt
[19.02.2026] Die Bundesnetzagentur hat jetzt Orientierungspunkte für Einspeiseentgelte vorgelegt. Daraus geht hervor, dass die Behörde Stromerzeuger ab 2029 systematisch an den Netzkosten beteiligen und dafür ein Kapazitätsentgelt sowie dynamische Einspeiseentgelte einführen will. mehr...
Solarenergie: Verstärkte Investitionen gefragt
[16.02.2026] Solarenergie ist die günstigste und populärste Art der Stromerzeugung. Bis 2030 soll die bundesweit installierte Solarleistung noch einmal nahezu verdoppelt werden. Wie gestaltet sich die Energiewende in Photovoltaik, Speichern und Solarthermie? mehr...
Offener Brief: Länder fordern mehr Ausschreibungen
[12.02.2026] Auf eine schnelle Anhebung der Ausschreibungsvolumina für Windkraft an Land drängen mehrere Energieministerinnen und -minister. In einem gemeinsamen Brief wenden sie sich deshalb an die Bundesnetzagentur und das Bundeswirtschaftsministerium. Hintergrund sind verfehlte Ausbauziele bei den erneuerbaren Energien. mehr...
Netzpaket: Verbände sehen Nachbesserungsbedarf
[12.02.2026] Zum Referentenentwurf für das sogenannte Netzpaket nehmen weitere Branchenverbände Stellung. BDEW und BEE sehen Nachbesserungsbedarf und warnen vor Eingriffen in Planungssicherheit und Investitionsbedingungen. mehr...
Pläne der Bundesregierung: Netzpaket stößt auf Kritik
[11.02.2026] Die geplanten Änderungen beim Netzanschluss für erneuerbare Energien sorgen für Widerstand. Neben dem Bundesverband WindEnergie warnt auch die rheinland-pfälzische Klimaschutzministerin Katrin Eder vor den Folgen für Investitionen, Kommunen und die Versorgungssicherheit. Sie fordert einen Kurswechsel zugunsten von Netzausbau und Flexibilität. mehr...
Baden-Württemberg: Klimaschutz-Programm reaktiviert
[04.02.2026] Kommunen in Baden-Württemberg können wieder Förderanträge für Beratungs- und Begleitmaßnahmen zur energetischen Sanierung öffentlicher Gebäude stellen. Das Land reaktiviert dafür den zweiten Teil des Programms Klimaschutz-Plus und ergänzt die bereits laufende Investitionsförderung. mehr...
Steinbeis: Neue AG für Konfliktkommunikation
[02.02.2026] Eine neue Arbeitsgemeinschaft hat sich zum Ziel gesetzt, Konflikte bei Energie- und Infrastrukturprojekten zu verringern. Sie richtet sich an Verantwortliche aus Unternehmen und Kommunen. Ziel ist es, Bürgerinnen und Bürger stärker in Planungen einzubeziehen. mehr...
BDEW: Milliardeninvestitionen in den Netzausbau gefordert
[02.02.2026] Neue Regionalszenarien der Stromverteilnetzbetreiber zeigen einen drastisch steigenden Bedarf an Netzanschlüssen bis 2045. Der BDEW fordert deshalb Milliardeninvestitionen in den Netzausbau und bessere regulatorische Rahmenbedingungen, um privates Kapital zu mobilisieren. mehr...













