PilotprojektWärmepumpen entlasten Stromnetz

Gemeinsam mit TenneT Germany und TransnetBW weist Viessmann Climate Solutions erstmals unter Realbedingungen nach: Wärmepumpen können als flexible Verbraucher helfen, Netzengpässe zu vermeiden.
(Bildquelle: Viessmann Climate Solutions)
Wärmepumpen in Wohngebäuden lassen sich technisch so steuern, dass sie gezielt zur Entlastung von Stromnetzen beitragen. Wie Viessmann Climate Solutions gemeinsam mit den Übertragungsnetzbetreibern TenneT Germany und TransnetBW berichtet, wurde dies im Pilotprojekt ViFlex unter realen Betriebsbedingungen nachgewiesen.
Über einen Zeitraum von fast drei Jahren banden die Projektpartner mehr als 100 Wärmepumpen aus privaten Haushalten in den laufenden Heizbetrieb ein und verknüpften sie mit den Systemen der Netzbetreiber. Die Geräte wurden über die Viessmann-Cloud zu virtuellen Pools zusammengefasst. Auf dieser Basis erstellte Viessmann Prognosen zu Lastverläufen und verfügbaren Flexibilitäten und übermittelte diese über die Equigy-Crowd-Balancing-Plattform an die Übertragungsnetzbetreiber. Aktivierungssignale liefen über dieselbe Plattform zurück und wurden als Steuerbefehle an die einzelnen Anlagen gesendet.
Ziel war es, Stromverbräuche zeitlich zu verschieben, um Netzengpässe zu vermeiden und erneuerbare Energien besser zu nutzen. So kann etwa überschüssiger Wind- oder Solarstrom aufgenommen werden, statt Anlagen abzuregeln. Laut Projektpartnern funktionierte die netzdienliche Lastverschiebung zuverlässig, ohne den Komfort oder die Wärmeversorgung der Haushalte zu beeinträchtigen. „Mit ViFlex zeigen wir, dass Wärmepumpen im Wohngebäudebereich vollautomatisch und ohne Komfortverlust flexibel gesteuert werden können“, sagte Janosch Balke, Product Manager Energy Services bei Viessmann Climate Solutions.
Die Übertragungsnetzbetreiber bewerten die Ergebnisse positiv. Flexible Verbraucher wie Wärmepumpen gewännen mit der fortschreitenden Elektrifizierung des Wärmesektors an Bedeutung und könnten künftig einen messbaren Beitrag zur Netzstabilität leisten. Gleichzeitig sehen die Beteiligten Anpassungsbedarf beim regulatorischen Rahmen. Der derzeit kostenbasierte Redispatch 2.0 müsse zu einem marktbasierten, hybriden Redispatch 3.0 weiterentwickelt werden, um dezentrale Flexibilitäten wie Wärmepumpen, Batteriespeicher oder Elektrofahrzeuge systematisch einzubinden.
Das Projekt belegt die technische Machbarkeit, doch für eine breite Anwendung fehlen noch klare Marktmechanismen und Teilnahmebedingungen. Die Partner treiben daher Anschlussvorhaben wie das Förderprojekt DataFleX voran, um die Integration dezentraler Verbraucher in das Engpassmanagement weiterzuentwickeln.
Ultranet: TransnetBW schließt Leitungsbau für ab
[23.10.2026] Der Übertragungsnetzbetreiber TransnetBW hat den Leitungsbau für die Gleichstromverbindung Ultranet zwischen Mannheim-Wallstadt und Philippsburg abgeschlossen. Der erste Stromfluss ist für Ende 2026 vorgesehen. mehr...
Kisters: Neue Softwaregeneration für Messstellenbetreiber
[23.10.2026] Auf den metering days 2026 stellt Kisters neue webbasierte Anwendungen für das Messdatenmanagement und die Zählerfernauslesung vor. Weitere Schwerpunkte sind die Steuerung nach § 14a EnWG und die Integration intelligenter RLM-Messsysteme. mehr...
Baden-Württemberg: Task Force soll Netzausbau beschleunigen
[22.10.2026] Baden-Württemberg will den Ausbau der Stromverteilnetze deutlich beschleunigen. Eine neue Task Force soll Netzengpässe beseitigen, Anschlussverfahren verkürzen und die Infrastruktur für die Energiewende stärken. mehr...
Bundesnetzagentur: Netzengpässe verursachen höhere Kosten
[15.10.2026] Das Volumen der Maßnahmen gegen Netzengpässe ist im zweiten Quartal 2026 um rund zehn Prozent gesunken. Dennoch stiegen die Kosten auf 673 Millionen Euro, vor allem wegen höherer Vorhaltekosten für Reservekraftwerke. mehr...
Hager: Neue Lösungen für intelligente Netze
[12.10.2026] Hager erweitert sein Portfolio für die Energiewende. Im Mittelpunkt stehen netzdienlich steuerbare Lade-Infrastruktur, bidirektionales Laden und eine vereinfachte Spannungsversorgung intelligenter Messsysteme. Die neuen Lösungen reagieren unter anderem auf regulatorische Anforderungen an Elektromobilität und Smart-Meter-Infrastruktur. mehr...
Netzentgelte: Zahlen für das kommende Jahr veröffentlicht
[05.10.2026] Die vorläufigen Übertragungsnetzentgelte für 2027 liegen bei durchschnittlich 3,54 Cent je Kilowattstunde und damit über dem Wert von 2026. Ohne den vorgesehenen Bundeszuschuss von 5,525 Milliarden Euro würden sie nach Angaben der Netzbetreiber auf 6,52 Cent steigen. mehr...
SüdLink: Umplanung erforderlich
[01.10.2026] Beim Bau der Stromtrasse SüdLink sind im Raum Heilbronn in Baden-Württemberg Umplanungen erforderlich. Wegen neuer geologischer Erkenntnisse kann ein bereits gebauter Schacht bei Bad Friedrichshall-Kochendorf nicht wie vorgesehen genutzt werden. mehr...
Westnetz: Reaktion auf Kritik am Smart-Meter-Roll-out
[23.09.2026] Westnetz reagiert auf die Kritik der Smart-Meter-Initiative an Problemen beim Smart-Meter-Roll-out. Der Netzbetreiber räumt Einschränkungen bei der Marktkommunikation ein und will offene Vorgänge mit zusätzlichen Ressourcen und spezialisierten Teams schneller abbauen. mehr...
Smight: Kritische Netzsituationen erkennen
[15.09.2026] Der Anbieter Smight hat mit SMIGHT NeMS ein neues Netzmanagementsystem für die Niederspannung vorgestellt. Die Plattform soll Messdaten, Steuerung und Prognosen zusammenführen und Verteilnetzbetreiber bei der Umsetzung regulatorischer Vorgaben unterstützen. mehr...
Regensburg: Netzbetreiber modernisiert Schaltanlage
[11.09.2026] Regensburg Netz hat eine Mittelspannungsschaltanlage im Norden der Stadt umfassend modernisiert. Die neue Anlage kommt ohne das Isoliergas Schwefelhexafluorid aus und soll die Betriebssicherheit erhöhen. Zum Einsatz kommt Clean-Air-Technologie von Schneider Electric. mehr...
Konstanz: Erneuerung von Hochspannungsleitung
[08.09.2026] Die Stadtwerke Konstanz haben eine grenzüberschreitende 110-Kilovolt-Leitung aus der Schweiz erneuert. Das Projekt ist Teil eines umfassenden Netzausbaus, mit dem sich der Versorger auf einen bis zu dreimal höheren Leistungsbedarf vorbereitet. In den kommenden Jahren sollen dafür mehr als 150 Millionen Euro investiert werden. mehr...
Netzplanung: Strom, Gas und Wasserstoff rücken enger zusammen
[08.09.2026] Die Bundesnetzagentur hat die Entwürfe für die neuen Szenariorahmen Strom sowie Gas und Wasserstoff zur Konsultation gestellt. Sie zeigen mögliche Entwicklungen von Energieerzeugung und -verbrauch bis 2040 und 2045 und bilden damit die Grundlage für die weitere Netzplanung. mehr...
Mitnetz Strom: Pilotprojekt zur Auswertung historischer Netzdaten
[04.09.2026] Künstliche Intelligenz soll bei mehreren Verteilnetzbetreibern historische Netzdaten zu Niederspannungskabeln besser nutzbar machen. Das Pilotprojekt Cable Age prüft, wie sich daraus belastbare Informationen für Datenmanagement, Netzplanung und Asset Management gewinnen lassen. mehr...
Umfrage: Probleme beim Roll-out von Smart Metern
[31.08.2026] Eine Befragung des Verbraucherzentrale Bundesverbands zeigt weiter Schwierigkeiten beim Ausbau intelligenter Messsysteme. 91 Prozent der befragten Messstellenbetreiber berichten von Problemen. mehr...
Smart Grid: Kostengünstigster Weg zum Netzzustand
[31.08.2026] Eine Studie von Smight und der Horizonte-Group zeigt: Der Einsatz von Stationsmesstechnik ist in den meisten Fällen der wirtschaftlichste Weg zur Netzzustandsermittlung. Die Kostenunterschiede zu anderen Ansätzen sind dabei teilweise erheblich. mehr...












